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Der Israelit · 1875-03-10 · Heft 10 (10.3.1875) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 10 (10.3.1875)
Date
1875-03-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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205 — Am Morgen wurde, w!e gewöhnlich im Hause des Jubelpaares das Schachrith-Gebet verrichtet, und die Männer, welche sich zu diesem Zwecke eingefunden hatten, machten mit Glückwünschen den Anfang. Es folgten nun vom frühen Morgen bis zum Mittage außer den vielen Verwandten, welche von Nah und Fern herbeigeströmt waren, zahlreiche Deputationen der verschiedenen Vereine, denen beide Ehegatten angehören. Die Chewrah-Bikur- Cholim überreichte ihrem langjährigen Mitglieds ein in hebräischer Sprache verfaßtes Poem, in welchem der Wohlthätigkeitssinn des Paares geschildert und gerühmt wird; und welches mit den Worten schließt: ps6 'ibn rvo yo' pn« rvv *pr nyj Hy. Etwas AehnlicheS geschah von Seiten des Beth-din, an dessen Spitze nnop Jn Pn ist, indem ein Angehöriger desselben ein in kurzen Versen geschriebenes Gedicht überreichte. — Wohlthuend wirkte auf das Jubelpaar die gediegene Ansprache des Herrn Sanitätsraths Dr. Hayn, welcher im Namen des Magistrats und der Stadtverordneten dem Jubilar für die wirkungsvolle Thätigkeit dankte, die er in der Funktion als Stadtverordneter während 12 Jahren und in der als Magistratsmitglied während 10 Jahren entwickelte. Als Arzt wußte derselbe die Mildthätig keit der Jubilarin zu schildern, welche es nicht scheute, in die engsten Wohnungen und Hütten der Dürftigen und Leidenden zu eilen, um ihnen Trost und Hilfe zu gewähren. In kurzen und bündigen Worten dankte der Jubilar und erklärte in bescheidener Weise, daß er nur seine Schuldigkeit gethan habe. — Auch Herr Dr. Rawicz erschien und gratulirte für seine Person dem Paare mit wenigen Worten. — Einen besonderen Eindruck auf die Versammlung machte es, als Herr Dr. Friedmann, eine Neffe des Jubilars, welcher aus Berlin zum Feste angekommen war, das Wort ergriff und kdih wjyb an die Mischnah anknüpfend ausführte, daß dem Baume in der Natur gleiche der Baum der. Ehe, welcher am 15. Schewat 5585 gepflanzt worden. Denn er habe sich zu einem fruchtreichen entwickelt, wenn auch nicht in dem engen Kreise der Wohnung, um so mehr ragten dessen Zweige über denselben hinaus tw j,Timern dhid O'wpv?n |n D’pHü, „die Früchte frommer Menschen sind gute Handlungen und g-tcThaten." Und mit dem Sänger des H. L. möchte ich rufen: w'2 H moyip rhöya . . . ps nun nrtm run« mol* dioi inunn. „Kommet her, ihr Bewohner der Stadt und schauet an die Krone, mit welcher den Jüngling die Mutter geschmückt am Hochzeitstage und am Tage seiner Herzensfreude!" und zu diesem Verse bemerkt einer unserer Weisen mit Recht: „Vergebens habe ich die heiligen Bücher der Bibel durchsucht und nirgends auch nur eine Andeutung davon gefunden, daß Bath-Seba ihren Sohn Salomo mit' einer Krone geschmückt hätte. — Und in der That! es war nicht ein äußeres Kleinod, welches angeschaut werden sollte, es war keine Krone von Gold und Silber, welche bemerkt und bewundert werden sollte, sondern es war die Krone, mit welcher die Mutter Religion ihr Kind schmückt, es war die Krone des Glaubens und der Frömmigkeit. Und Sie schmückt heute die Krone der Tugend, der Frömmigkeit, der Bescheidenheit, Einfachheit und Demuth. Darum K’n bzv, darum ist das fünfzigste Jahr ein Jubeljahr, ein Jubeljahr Ihnen, die Sie mit innerer Ruhe dessen gedenken dürfen, was Sie während des halben Jahrhunderts, das dahiugeflossen, geübt haben; ein Jubeljahr den vielen Verwandten, welche Ihnen Dank wissen für die Familienliebe und Familientreue, von welcher Sie stets beseelt gewesen; ein Jubeljahr den verlassenen Waisen, für deren Erziehung und Ausbildung Sie gesorgt; ein Jubeljahr den Armen und Leidenden der Stadt, denen Sie so oft die Thranen getrocknet; ein Jubeljahr der Gemeinde, in welcher Sie weilen und wirken; ein Jubeljahr unfern Glaubensbrüdern im heiligen Lande (denen der Jubilar bereits eine Summe von 900 Thlr. durch Herrn Rabb. Dr. Hildesheimer, wie auch an den Redacteur dieser geschätzten Blätter in den Jahren 66, 67, 68 für D\)yP 'Dno td 82 "2M oPcpno übersandt hat). — Redner schloß sodann mit dem Wunsche, daß Gott den Baum, der vor 50 Jahren ist gepflanzt worden, an diesem 1^*6 njffn mit neuer Kraft beleben und segnen möge! — Der Jubilar konnte dieses Fest mit einer ,tsd rroyD beschließen, da er gerade mit j'^n 'dd zu Ende gekommen war. Nachdem also die Gebete von Minchah und Maariw verrichtet worden, war derselbe in Gegenwart der Dajanim und vieler OHoft dieselbe cdö, indem er vnr eine eigene Ansicht auseinandersetzte, sowie Manches im Namen seines sel. Vaters jyi*u*n p"pi l"2"8 iiyov 'd pwn Pn y'si in gelehrter Weife vorführte. — Sodann ging man zur Tafel, und mehr als 50 Personen waren vergnügt beisammen bis nach Mitternacht. Herr Lewy widmet noch Fleiß und Eifer dem Talmudstudium und hält zuweilen Vorträge in unserer Synagoge. So hielt er am ersten Tage der Selichoth einen sinn- und lehrreichen Vortrag. — 'ki ‘wp yen 'jai. Gott erhalte uns diese Zierde noch recht lange zur Ehre der Stadt und zum Ruhme der hiesigen Gemeinde! mrp »ptw px |unrrn' p oniyj ->M2. itt 'Joö vivrr? .in 'cn .ttok ar>«

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