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Der Israelit · 1875-03-03 · Heft 9 (3.3.1875) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 9 (3.3.1875)
Date
1875-03-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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190 seiner zahlreichen Freunde, unter seinen Gemeindegenossen, welche alle nicht daran zweiseln, daß D”nn 'iny;] mns #nn moBo! Rülzheim, 5635. N. Salomon, I. Lehrer. Aus Westphalerr. Das im Kreise Lippstadt gelegene Städtchen Erwitte war, wie bereits kurz mitgetheilt, vor etwa 14 Tagen der Schauplatz der brutalsten Vorgänge. Mitten in der Nacht wurden an 5 Häusern jüdischer Einwohner die Fenster demolirt, schwere Steine, große Stücke Holz und Eisentheile in die Zimmer geworfen. In einem dieser Häuser war eine Wöchnerin, welche die Flucht nach dem Boden ergreifen mußte; in einem andern sah die Hausfrau ihrer Niederkunft entgegen und konnte sich nur mit großer Mühe nach einem Nachbarshause flüchten. Als Vorspiel zu der Hauptaction hatte Abends vorher eine große Schlägerei stattgefunden, bei welcher drei Leute (Christen) schwer verwundet wurden. Wie man erzählt, soll dieser Act der Rohheit hauptsächlich ultramontanerseits veranlaßt und durch folgenden Umstand hervorgerufen worden sein: In Lippstadt erscheint ein liberales Blatt, „der Hahn," das bei den jetzigen Wirren in der katholischen Kirche auf Seite der Negierung steht. Die Tendenz dieses Blattes soll bei den Klerikalen Anstoß erregt und ihr Zorn sich hauptsächlich gegen diejenigen Bewohner Erwitte's gerichtet haben, — außer den Eingangs erwähnten Häusern haben auch Demolatiönen an christlichen Häusern stattgefunden — von welchen bezeichntes Blatt gelesen wird. Ein amtlicher Erlaß macht bekannt, daß Militär requirirt sei. Auch in der Stadt Lippstadt sollen solche Ruhestörungen und Demolationen an einigen Häusern stattgefunden haben. Die eingeleitete Untersuchung wird das Nähere ergeben. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Aus Westpreußen. Der „Ges." gibt folgende merkwürdige Nachricht wieder, ohne für deren Wahrheit einzustehen. In Prostken sollen, um die Einschleppung der Rinderpest zu hindern, alle polnischen Juden und solche Personen, deren Lebensweise sie in Gegenden führt, in denen die Rinderpest noch herrscht, vor ihrer Weiterreise desinfizirt werden. Man bedient sich hierzu eines mit zweckentsprechenden Substanzen durchräucherten Fasses, in welches der Betreffende gesteckt wird. Für den Kopf ist im oberen Boden des Fasses eine Oeffnung gelassen. Der preußische Polizei-Jnspector überwacht die Desinfizirung persönlich. Breslau. Die Stelle des verstorbenen Seminar- Directors Dr. Zacharias Frankel bleibt bis zur definitiven Ernennung eines dem Seminar-Statut entsprechenden Directors von bewährter talmudischer Gelehrsamkeit, anerkannt religiöser Gefinnung und Wirksamkeit als Rabbiner vorläufig unbesetzt. Die Directorial-Geschäfte sind vom Curatorium der Fränckel'schen Stiftungen dem Lehrer-Collegium des Jüd.-Theol. Seminars unter dem Vorsitz des ältesten Lehrers, derzeit Herrn Professor Grätz, übertragen worden. (Brest. Zeit.) Sulz (Elsaß). Sie h^ben bereits die Trauerbotschaft von dem Ableben unseres geliebten Rabbiners, mina pson -pbnn pnsn mn y*y"i nyio-iwn “n"niD, lurj mitgetheilt. Sie werden mir jedoch erlauben, noch einmal auf dieses beklagenswerthe Ereigniß zurückzukommen, um dem Verblichenen einige Zeilen der Anerkennung in Ihrem Blatte zu widmen. Am an’p rot? »nsiq nana verschied der 80jährige Greis in Folge eines Schlogflusses, und da dieser Augenblick mit dem Ende des feierlichen Tages sehr genau zusammentraf, so schien es, als hätte der fromme Mann so lange seine letzten Kräfte zusammengerafft, um ja nicht den heiligen natp durch Hilfesuchen und Schmerzcnsschreie zu stören. So sanft, so milde, so alles Leidens baar entschlief er, daß dieser Tod unbedingt eine npnw bw nn'o genannt werden kann, und wie bei roi einst, gilt auch hier der himmlische Ruf ’jicnj “pB\x mnB3 -jnDtt'j 7ix>n -nno. Um der nxis des Verewigten nachzukommen, wurde sogleich angefangen bei der Leiche c^nn zu sagen und wurde dies unaufhörlich fortgesetzt bis zur Beerdigung. Dieselbe fand am folgenden Dienstag statt. Es fanden sich dabei ein die zahlreichen Mitglieder der Gemeinden des ganzen Rabbinats, mehrere Rabbiner aus der Umgegend und die obersten Behörden der Stadt und des Kreises. Es wurden sechs O'neO.n gehalten. Im Sterbezimmer sprachen Diejenigen, welche mit dem Verewigten in irgend einer Hinsicht in engerer Verbindung standen, nämlich Herr Dreifus, Bezirksrabdiner in Sulzburg, dessen Schwager; Herr Samuel Meyer von hier, dessen Busenfreund, und Herr Jsaac Bloch, ebenfalls von hier, Rabbiner in Remiremont (Vosges), ein Schüler des Heimgegangenen. In der Synagoge, wohin die Leiche sodann getragen wurde, sprach Herr Oberrabbiner Weill aus Colmar, und Herr Rabbiner Moock aus Mühlhausen. Auf dem nnapn rnn endlich ergriff noch der greise Rabbiner von Bollweiler, Herr Lazard, das Wort und ergänzte würdig Alles, was schon zum Lobe des Verewigten gesagt worden war. Die Redner schil-

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