Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1875)
- Date
- 1875-03-03
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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191 derten in beredten Worten, welchen unersetzlichen Verlust die Gemeinde, die Stadt und das Jndcnthum durch den Hingang des Verewigten erlitten. Aus einer Familie stammend, welche manchen mio unter ihren Mitgliedern zählte, Enkel des bekannten s7L"r« mn? N.in, vormaliger 21 von Uffholtz, wurde 2^1 VOc von zarter Kindheit an dem Studium der min gewidmet und er bewies sich immer als-grundgelehrte? welcher und ns’in in harmonischer Gleichheit vereinigte. Unter seinen Amtsbrüdcrn, deren ältester er war, errang er sich eine Ehrerbietung, welche nicht nur seinem Alter, sondern auch seinem großen Wissen und seiner Erfahrenheit galt. .Tizri -'Qi. das Andenken der Gerechten gereiche stets zum Segen! — nW^'o. — Oesterr.- Ungarische Monarchie. Wien. Dem Jahresbericht der Wiener öffentlichen israelitischen Volks- und Vereins-Haupl- Schule „Talmud-Thora" (erste israelitische Ärmenfctjule) für das Schuljahr 1873—74 entnehmen wir: Aus dem Umstande, daß das dermalen eingehobene Schulgeld — bei einem Besuche von 260 Schülern — 30 fl. per Monat beträgt, ist zu ersehen, daß die Bereinsschule im eminentesten Sinne eine Armenschule ist. Durch separate Spenden mehrerer Wohlthäter ist dieselbe in die Lage gesetzt, wie bisher die bedürftigsten der Schüler zu kleiden und ihnen während der Wintermonate theilweise den Mittagstisch zu geben. Trotz aller der Bereinsschule cntgegengebrach-- ten Sympathien, und obwohl eine Subvention von Seiten des löblichen Gemeinderaths und der löblichen Cultusgemeinde nach wie vor zugewiesen ist, hat der leitende Vorstand einen schweren Kampf zu bestehen. Die zweifache Mission der Vereinsschule, einmal als Volks-, dann als Religionsschule verdoppelt den Bedarf an Lehrkräften, sowie das Budget überhaupt. Dieß ist die Ursache, daß der Verein die Lehrer, trotz ihrer vortrefflichen Leistungen, schlecht bezahlen kann. Es sind die Subventionen, die Betheiligung an Spenden und Jahresbeiträgen nach keiner Richtung der Cultus-Gemeinde Wien angemessen. Die fetzigen Schul-Lokalitäten sind ungesund, in ieder Richtung unbrauchbar und unzweckmäßig; bessere zu miethen, ward trotz fünfjährigen Suchens — nicht möglich. Es nimmt eben Niemand eine Armenschule 'ins Haus. Man mußte sich daher entschließen, einen Bauplatz für ein Schulhaus zu aequiriren, was auch geschehen ist. Trotz der ungünstigen Zcitvcrhältniffe hofft man mit der göttlichen Hilfe bald ein zweckmäßiges Schulhaus zu erbauen. Dem Verein sind folgende Geschenke zugeflossen : Durch Herrn S. L. von einem ungenannt sein wollenden Wohlthäter eine siebenbürgische Grundentlastung-Obligation von fl. 525. Durch Herrn David Horwitz von Frau Theophile Kneppler zum Gedächtniß ihres sel. Herrn Gemahls, 1 St. Papier-Rente von fl. 100. Von den Freiherren v. Rothschild, gelegentlich der Vertheilung der Legate ihres in Gott ruhenden Vaters fl. 2000. Legat laut Testament der seligen Frau Caroline Politzer Papierrente von fl. 2000. Legat des seligen Herrn Hermann Stiaßny, ein Antheilsschein cim Hause I., Schönlaterngasse 6 fl. 1050. Die Einnahmen betrugen 9264 fl., die Ausgaben 7322 fl. Aus dem zweiundzwanzigsten Jahresbericht des Vereines za? Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten in Wien theilen wir Folgendes mit: Es galt in dem verflossenen Jahre 353 Zöglinge zu überwachen, ihr physisches und moralisches Wohl zu fördern und zu begründen. Hievon wurden 129 neu ausgenommen, 50 vollendeten ihre Lehrzeit und wurden in gewohnter Weise ausgestattet, als Gehilfen abgeschrieben, 33 verließen aus verschiedenen Ursachen das Handwerk, 265 verblieben unter der Obhut des Vereines. Als Legate gingen ein 2000 fl. von der Familie der' Freiherren v. Rothschild, 2000 fl. Papierrente von Frau Caroline Pollitzer, als Schenkung zum Fonde 500 fl. von Herrn Joseph Fischer. Die Einnahmen betrugen 9108 fl., die Ausgaben 10,001 fl. Pesth. Man schreibt der ,.N. Tem. Ztg.": In der G.uneinde Lubotin, im Säroser Comitat, ist Samstag, am 6. Februar, im dortigen israel. Bethause während des Gottesdienstes und speciell während des „Thora-Lesens" heftiger Zank und Streit ausgebrochen, der in eine Rauferei ausartete; man balgte sich regelrecht herum und zwar in so leidenschaftlicher Weise, daß die Griffe der Thora zertrümmert, die Thora selbst aber zerrissen wurde. (Entsetzlich!)