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Der Israelit · 1875-03-03 · Heft 9 (3.3.1875) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 9 (3.3.1875)
Date
1875-03-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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183 „ Anglo-Jsrael-Association". Zu ihr gehören viele Geistliche, Professoren, Doctoren und Offiziere, aber bisher noch kein einziger Rabbiner. Ihr Zweck ist Förderung und weitere Verbreitung der wahrheitsgetreuen Behauptung, daß die anglosächsische Race von den verloren gegangenen Stämmen Israels abstamme, nebst Unterstützung der Forschungen im Bereiche der allgemeinen Geschichte Israels und Juda's. — Die Bibelgesellschaft trägt sich mit dem Gedanken, eine Übersetzung der heiligen Schrift in das schleswig-holsteinische Plattdeutsch zu veranstalten. Die „Neue Brecklumer Zeitung" enthielt in ihrer Nummer vom 6. Februar eine Zuschrift eines Pastors, der da versichert, daß ein Drittel seiner Gemeinde fein Hochdeutsch verstehe und die plattdeutsche Bibelübersetzung vonBugenhagen leider vergriffen und eine neue plattdeutsche Bibel nothwendig sei. Lpit-pn. Die Kaiserin von Rußland hat dem Fond des isr. Evelina-Hospitals 100 L. geschenkt. (Jew. Chron.) Rußland. CzechonoW (Polen). Unser bis in die weiteste Ferne berühmter Rabbiner “rnn pton :nn zmr« iWiej rnp eo'spa ist am 5., p'Z'N- -ntt im Alter von 80 Jahren gestorben. In ihm verlieren zahlreiche Arme, Wittwen und Waisen einen liebevollen Vater, und unsere Stadt den langjährigen Leiter unserer Gemeinde. Der Verstorbene war stets streng religiös und mit dem Studium in der heil. Thora beschäftigt gewesen. Feuilleton. Das untkrbrocheae HoGeitsM. JnMereny (Ungarn) hätte am '. v. M. eine Trauung stattfinden sollen. Ein armer dortiger Kleinhändler verlobte sein einziges Töchterchen mit einem Hausirer und sagte diesem eine Mitgift von 500 fl. zu. Leider ist aber von den nachkrachlichen Miseren selbst das entlegene Fleckchen Mereny nicht verschont geblieben und so kam es dann, daß das Krämergeschäft während des Brautstandes nicht so viel Revenuen brachte, um für Röschen eine anständige Ausstattung und die zugesagte Mitgift vollzählig auftreiben zu können. Der Hochzeitstag kam und auch der Bräutigam kam, ein Cavalier von echtem Hausirer-Genre: ein großer Faustring von echtem Golde und ein paar große juchtenlederne Stiefel zeigten klar, daß der Mann sein Gewerbe auf ziemlich großem Fuße betreibe. Daß er auch ein „reeller Kaufmann" sei, bewies er allsogleich indem er statt nach der geliebten Braut zu fragen, sich vor Allem erkundigt, ob die versprochene Mitgift gehörig geordnet sei. Traurig erwiederte der Vater, daß er leider trotz energischster Anstrengungen, nicht mehr als 350 fl. zusammenzubringen im Stande gewesen, klagte über die schlechten Zeiten und über die Saumseligkeit seiner Schuldner; er wolle ihm gern einen Wechsel über die fehlenden 150 fl. ausstellen, acceptirt von zwei honetten Giranten. Der Bräutigam wollte aber von keinem Wechsel, noch von Giranten etwas hören, nur Courant und um keinen Preis Credit! Das gab dann zu einem heftigen Wortwechsel Veranlassung, der auch zu den Ohren der eben Toilette machenden Braut drang und das arme Mädchen in die trübseligste Stimmung versetzte. Unterdessen waren auch die Hochzeitsgäste angelangt, unter welchen eine männliche Gestalt hervorragte, die bei sämmtlichen Gästen die lebhafteste Neugierde erregte. Eine hohe -stattliche Statur mit blassem Gesichte, ernster Miene und sehr einnehmendem Exterieur schritt, nachdem er von dem trübseligen Intermezzo Kenntniß genommen, dem Stübchen zu, aus welchem derallmählich zu heftigem Streite angewachsene Wortwechsel drang. „Hicr ist die fehlende Summesprach er eintretend, indem er dem Vater eine Hundertgulden-! und eine Fünfziggulden-Note reichte. „Wen habe! ich die Ehre als meinen unerwarteten hochherzigen! Gläubiger zu begrüßen?" „Ich bin nicht Ihr I Gläubiger! ich bin Ihr Schuldner," erwiderte der! Fremde. „Kennen Sie.mich nicht?" „Ich kann mich nicht erinnern." „Sie haben mir viel Gutes gethan. Sie haben mich seit dem Tode meiner Eltern hochherzig unterstützt, was ich bin, was ich habe, verdanke ich Ihnen. Ich heiße Dr. Josef B."' Ein Schrei der freudigen Ueberraschung entwand sich der Hausfrau, sie stürzte aus den Fremden mit den Worten: „Du bist es, mein Josef! Ich ahnte es gleich. Sei uns tausendmal willkommen; o wenn doch meine Schwester, deine Mutter, lebte!" Alle drei brachen in ein lautes Weinen aus. Es folgt eine längere Pause. Unterdessen war die Braut herbeigeeilt, wohl ahnend, daß etwas Außerordentliches vorgefallen sei. Und das scharfe jugendliche Auge des Mädchens erkannte

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