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Der Israelit · 1875-03-03 · Heft 9 (3.3.1875) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 9 (3.3.1875)
Date
1875-03-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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178 den gewaltig abgenommen haben. Ueberdies haben die von uns Allen begrüßten liberalen Gesetze dem Rabbinen eine gänzliche Ebbe in seinen Revenüen gebracht. TheilnahmSvoll fragte der Minister, welche Abhilfe der Rabbiner von ihm erwarte? Der Rabbiner verlangte eine Staats-Subvention, hinweisend auf die Subvention, die die Geistlichen aller Confefsionen vom Staate erhalten; er hob ferner hervor, daß auch in Bayern und Württemberg die Rabbinen eine solche vom Staate erhalten. Der Minister bedauerte eS sehr, daß diese Angelegenheit nicht in sein Ressort, sondern in den deS Cultus-MinisterS gehöre, fügte jedoch wohlwollend rathend bei: Wenden Sie sich um Abhilfe an den Herrn CultuS-Minister; gelingt es Ihnen, denselben so wie mich zu überzeugen, so wird er Ihrem Verlangen sicher entsprechen. Durch diese Zustimmung ermuthigt, begab sich Herr Schidloff mit gehöriger Empfehlung im Oct. 1873 nach Wren zum Hrn. Cultus-Minister, trug demselben seine Angelegenheit kräftig und überzeugend vor. Der Minister ward davon ganz ergriffen, erbat sich zugleich über Vieles Aufschluß und entließ den Rabbiner nicht ohne Hoffnung, indem er zugleich eine schriftliche Aufzeichnung über diese Unterredung sich erbat. Dem wurde auch des andern TagS freudig entsprochen. Auch Herr Rabbiner Dr. Güdemann billigte diesen Plan und die unternommenen Schritte, empfahl zugleich den Dachauer Rabbiner dem Herrn ReichStagSabgeordneten Kuranda, der ihn freundlich aufnahm und ihm die Versicherung gab, daß auch er, und. mit ihm andere Abgeordnete schon lange mit diesem Gedanken sich beschäftigen. Er freue sich, daß diese Angelegenheit endlich in Fluß gekommen sei. Sein Beistand würde sicherlich nicht fehlen, so dieser Gegenstand öffentlich zur Berathung gelangen würde. Hoffnungsreich kehrte der Rabbiner nach Hause zurück, mit der Ulusion, den Gemeinden und den leidenden Rabbinen gedient zu haben. Jedoch Mitte December v. I. erhielt derselbe von der Statthalterei den ministeriellen Bescheid: Se. Excellenz hat befunden, auf Ihre Angelegenheit nicht einzugehen! galt eS recht, sich zusammenzuraffen. Eine kräftige Petition wurde auSgearbeitet, zugleich an Herrn Abgeordneten Dr. Kurando ein Bittgesuch gerichtet, mit dem Ansuchen, ob der Herr Dr. sich freundlichst bestimmen wollte, die Petition dem ReichSrath zu überreichen. Die Nichtbeantwortung bewies ebenfalls, daß H r Dr. Kuranda es gut befunden habe, auf das Ansuchen nicht eingehen zu wollen. Nun wurde für die Sache der liberale «ud sehr humane Herr Bürgermeister von Dachau gewonnen, der auch versprach, alles aufbieten zu wollen, damit diesem gerechten Verlangen entsprochen werde. Der Herr Bürgermeister übergab mit der herzlichsten Empfehlung diese Petition dem Herrn Abgeordneten Dr. Bareuther (Israelit), der die Petition sogleich einbrachle, versprach zugleich für dieselbe Freunde zu erwerben. Nachdem noch der ehrenwerthe Herr Dr. mit dem Referenten Herrn Dr. Rodler Rücksprache genommen, wurde dem Rabbiner die freudige Nachricht mitgetheilt, daß auch der Referent für diesen Gegenstand einstehen zu wollen zugesagt habe; der Herr Referent hielt auch Wort. Derselbe theilte nämlich dem Rabbiner freundlichst mit, er habe bereits mit dem Herrn Cultusminister und dem Hrn.Abgeordneten Dr. Herbst Rücksprache genommen, und dieselben gaben ihre Zustimmung; der ehrenwerthe Herr Referent wollte sogar in der Commission, als diese Petition zur Berathung gelangte, den Antrag stellen: die k. k. Regierung werde aufgefordert, eine Subvention für die Landrabbiner im folgenden Jahre festzusetzen, und hätten nicht Glaubensgenossen ihnen es begreiflich zu machen gesucht, daß in dieser Form er zweifelhaft sei, den Antrag durchzubringen, Herr Dr. Rodler hätte, wie er oem Rabbiner berichtete, diesen Antrag so gestellt. Nun liegt die Berücksichtigung in der Hand der Regierung! Jetzt wären geeignete Schritte nothwendig, Schritte, die dem Herrn Rabbiner vorgezeichnet wurden von demselben Herrn Referenten. Die Herren College» dürften eS angezeigt halten, sich mit dem Dachauer Rabbiner zu verständigen, um gemeinschaftlich daS Nöthige weiter zu veranlassen. R. England. London. Die englischen TageSblätter besprechen die zum ehrenden Andenken an Sir MofeS Montefiore zu begründende Stiftung sehr ausführlich und sehr belobend; so brachte »Daily Telegraph^ eine ausführliche Besprechung über da- Project, dem er das beste Prognostikon stellt. Im Ganzen glaubt man, daß zu seiner Ausführung 30,000 L. nüthig sein werden. 3500 L. sind bereits von englischen Glaubensgenoffen, meistenvon den reicheren, gezeichnet. London. Herr Georg Smith hat unter den im Britisch Museum aufgestellten Tafeln eine entdeckt, welches vom Thurmbau von Babel spricht. Diese Entdeckung, sagt das „Athenaeum", ist eben so wichtig, als die von demselben Herrn im vorigen Jahre über die Sündfluth gemachte. (Jew. World.)

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