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Der Israelit · 1875-02-24 · Heft 8 (24.2.1875) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 8 (24.2.1875)
Date
1875-02-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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I5T Staat — 325,540 Israeliten, oder 1,32 °/o der aesawmten Bevölkerung. Ueber die Schulbildung lind bei der Volkszählung am 1. Decembe? 1871 zum ersten Male allgemeine Nachrichten eingezogen worden, wobei es sich denn herausgr-ftellt hat. daß die Analphabeten — d. h. diejenigen, die nicht lesen können — unter den Juden am spärlichsten vertreten waren. Während unter den Katholischen 464,755 männliche und 185,535 weibliche und unter den Evangelischen 390,117 männliche und 69 i,400 weibliche Analphabeten sich vorfanden, waren unter den Israeliten Preußens nur 7,976 männliche und 15,648 weibliche Individuen, die des Lesens und Schreibens unkundig waren. Diese Zahlen geben zum Nachdenken Veranlassung! * * Dieser Tage ist ein Berliner Adreßbuch aus dem Jahre '772, unter dem Titel: „Adreßcalender der Königlich-Preußischen Haupt- und Residentzsiädte Berlin, derer Daselbst befindlichen hohen und niederen Collegien» Jnftantzien und Expeditionen aus das Jahr ÄvOOI^XXII" zu Händen gekommen, und habe ich bei dem Durchblättern dieser äußerst interessanten literarischen Curiosität auf einzelne Thatsachen gestoßen, deren Mittheilung für die Leser des „Israelit" von Interesse sein wird. Unter der Zahl der „Approbaten Medici practici" finden wir auch drei „öleäiai jüdischer Nation": Benjamin de LemoS, Marcus Eliezer Bloch und Leon Elias Hirsche!. Die Makler unterscheiden sich in 5 „Vereydete Christen-Mäckler" und 7 „Vereydete Juden-Mäckler", unter den letzteren befindet sich selbstverständlich auch ein Cohn, oder wie sie sich damals schrieben: Ko5n. Bemerken will ich nur noch, daß dieses Adreßbuch „mit Approbation der König!. Preußischen Akademie der Wissenschaften" herausgegeben wurde. * * Der Kaiser von Rußland hat, wie mir aus London aus authentischer Quelle geschrieben wird, soeben der Londoner Missionsgesellschaft zur Förderung des Christenthums unter den Juden ein wichtiges, sehr beklagenswerthes Zugeständniß gemach'. Diese unheilvolle Gesellschaft, die Stationen in den meisten europäischen Landern, sowie in dem heiligen Lande und in den nördlichen Theilen Afrikas hat, war seit dem Ausbruch des Krimkrieges vom russischen Gebiet ausgeschlossen, indem die Regierung des Czars das schlaue Netz, womit die ehrenwerthe Societät Seelen zu fangen bestrebt ist, energisch zerriß. Verschiedene Versuche, Petitionen,' Audienzen, Knierutschungen vor den Staatsmännern und Günstlingen rc., die Erlaubniß zur Wiedereröffnung der Mission in Rußland zu erschleichen, schlugen bisher glücklicher Weife fehl. Endlich begab sich vor Kurzem eine Deputation, bestehend aus dem Reverend Frederick Smith, Secretär der Gesellschaft, und einem Herrn I. Alexander, nach St. Petersburg mit einer von dem Earl von Shaftsbury, dem Präsidenten, Unterzeichneten Petition an den Kaiser Alexander II. Die Petition hat der Czaar leider entgegengenommen und der Gesellschaft volle Erlaubniß ertheilt, ihre wahnwitzigen Bekehrungsmissionen nach Polen und anderen Theilen Rußlands, wo viele Juden ansässig find, ausdehnen zu können. Indem wir diese betrübenden Thatsachen hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen, machen wir unsere Brüder in Polen und Rußland auf die ihnen drohende Gefahr aufmerksam, aber wir hoffen, daß die O'viv '>2N!2 D'.'Bp a'byw feinen Schaden anstiften werden: Diejenigen unserer irregeleiteten Brüder, die sich durch falsche Vorspiegelungen , »eldbestechungen und dergleichen zum Abfall verleiten lassen, sind der Missionäre der Gesellschaft würdig — an ihnen verliert nichts das Judenthum! Mecklenburg. Unter den zahlreichen kleineren jüdischen Gemeinden Norddeutfchlands bietet Reubrandenburg zur Zeit eine der erfreulichsten Erscheinungen. Während die meisten durch Fortzug nach größeren Städten ihrer Auflösung entgegensetzen, sehen wir hier die vor 7 Jahren nur noch aus 8 10 Familien bestehende Gemeinde durch Zuzug aus dem benachbarten Pommern heute schon zu einer Anzahl von 30 Familien hLrangewachsen. Wie es sich nicht anders erwarten läßt, ist das bisherige kleine Betlokal, das zur Synagoge diente,' langst nicht mehr ausreichend, namentlich an Festtagen, wo sich die ganze Gemeinde mit ihren Filialen zum Gottesdienste versammelt. Es war daher schon seit 2 Jahren eine fortwährende Sorge des Gemeindevorstandes, dem Mangel durch Neubau einer Synagoge Abhilfe zu leifieh. Da jedoch die Mittel der Gemeinde noch zu schwach sind, so machte der Vorstand auf Vorschlag des Präses, des Herrn Gustav Götz, dem namentlich diese Angelegenheit eine der heiligsten Interessen seines Lebens ist, den Versuch, durch eine Lotterie die erforderlichen Mittel aufzubringen. Im Vertrauen auf den religiösen Sinn in Israel, den auch die Neuzeit in ihrer materiellen Strömung, Gott sei Dank, nicht hat untergehen lassen, giebt sich der Vorstand der Hoffnung hin, daß jeder irgendwie Bemittelte gerne die Hand biete, um ein Gotteshaus mit errichten zu helfen. Das LooS kostet nur einen Thaler und bietet dabei die Aussicht zu Gewinnen von 1000, 500 und 100 Thalern. Das Unternehmen ist auf 12,OOO Loose berechnet; es ist deshalb an dem in Aussicht get

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