Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1875)
- Date
- 1875-02-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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136 Svdann sprach Redner Worte der Weihe über die neue Schule, diese traute und wichtige Stätte des Unterrichts und der Erziehung, hiermit seine Hoffnungen und Wünsche für Lehrer und Jugend verbindend und erflehte den Segen des Herrn über den höchsten Schützer und Schirmer des Unterrichts, unfern erhabenen Kaiser und seine Räthe, über die städtische Behörde, die Stadt und ihre Unterrichtsanstalten. Nach weitern Gesängen und Declamationen, welch' letztere namentlich die von einem Schüler sehr gut vorgetragene, herrliche Dichtung „die Bürgschaft" von Dr. Dessau, große Wirkung hervorbrachte, schilderte Herr Lehrer Wallerstein, an die Psalmworte anschließend: Diesen Tag hat uns der Herr geschaffen", die freudige Stimmung, worin Lehrer und Schüler dadurch versetzt seien, daß es ihnen nach langem Harren nunmehr vergönnt fei, eine Stätte zu besitzen, welche in sanitätlicher Beziehung durch ihre vorzügliche Einrichtung ein gedeihliches Schaffen in hohem Grade erleichtere. Dafür seien Lehrer und Schüler den Gebern zu großem Danke verpflichtet und solle sich dieser Dank seitens der Lehrer durch erhöhte Thätigkeit und gewissenhafte Berufstreue, seitens der der Kinder durch regen, angestrengten F eiß und musterhafte Führung zeigen. Auf das Bild unseres hochverehrten Landesvaters hinweisend, stellte er ihnen unfern erhabenen Kaiser als ihr Vorbild hin, der jederzeit, selbst im hohen Greisenalter noch, Allen als Muster des Fleißes und der Berufstrcue vorleuchte. Diese vortrefflichen Worte leiteten unwillkürlich zur preußischen Nationalhymne über, welche von der ganzen Festversammlung in freudiger Begeisterung gesungen wurde. Auf das von Herrn Lehrer Heymans ausgebrachte Hoch auf unfern Kaiser, welches kräftigst erwiedert wurde, sprach ersterer ein ergreifendes Schlußgebet unter Zugrundelegung der Salomonischen Worte: „Mögen Deine Augen, Herr, geöffnet sein Tag und Nacht über diesem Hause", worauf die erhebende Feier mit dem Chorgesange: „Nun danket alle Gott!" ihren Schluß fand. Schlüchtern. Bezugnehmend auf die Mittheilungen in Nr. 2 und Nr. 6 des „Israelit", welche den Verlust, den unsere Gemeinde, unser Kreis und mit uns bz durch das Hinscheiden unseres Rabbiners nro 'n erlitten, erlaube ich mir Nachfolgendes hinzuzufügen: Der Verewigte fungirte 39 Jahre lang als Rabbiner des Kreises Schlüchtern, und möchte ich über die Wirksamkeit desselben nur den Erfolg anführen, daß der Kreis Schlüchtern, welcher 17 Landgemeinden enthält, zu den wenigen gehört (vielleicht der einzige ist), von dem man mit Be- > ftimmtheit sagen kann, man findet im ganzen Kreise kein einziges Geschäft, in welchem am na» öffentlich gearbeitet wird und wo man keine drei Personen antreffen kann, die nniD« nipzwo genießen. Rabbiner Schwarzschild war ein geborener Hanauer, entstammte einer d^bid nnavo, in der die mm von vielen Geschlechtern her einheimisch war und ist es daher natürlich, daß er sich in seiner frühesten Jugend dem Thorastudium widmete. In reiferen Jahren frequentirte er die Jeschiba zu Fürth und gehörte zu den hervorragenden 7 des Rabbi Wolf Hamburg W'i. Nachdem er fünf Jahre lang in Fürth gelernt, setzte er sein Studium in Würzburg fort und bezog hierauf, um dem Landesgesetz zu genügen, die ehemalige kurhessische Landes-Universität Marburg. Die seltene Bescheidenheit des Verewigten, von dem man ebenfalls mit Recht sagen konnte tscd uy nvo pwn ließ nur höchst selten etwas von demselben über den engen Rahmen seines Wirkungskreises hinausdringen. Nichtsdestoweniger gehörte unser Rabbiner y'i zu denjenigen ohdiP , die sich durch eisernen Fleiß n^i nv rn*p&a, wie ihn nur die damalige Zeit kannte, und scharfen Verstand einen Wisftnsschatz erworben, wie ihn unser Geschlecht leider nur selten aufweisen kann. Der Verewigte erfreute sich einer allgemeinen Achtung bei Allen, die ihn kannten, und war daher auch die Betheiligung bei seinem Leichenbegängnisse eine sehr große, auch Seitens der hiesigen christlichen Mitbürger. Herr Rabbiner Dr. Enoch '"j aus Fulda hielt einen isDn in der Synagoge, bei welchem kein Auge thränenleer blieb. Dieser n?Dn wurde auch in so meisterhafter Form gehalten, daß viele hiesige Honorationen um die Abschrift der Rede baten, um dieselbe dem Drucke zu übergeben. Die dh’DPd des Verewigten haben unter sich ruro d"W zum Lernen im Trauerjahre vertheilt. — Wenn auch unser Verlust ein sehr großer ist, so trösten wir uns mit dem Gedanken, daß wir Ersatz finden in dem Sohne des Verewigten, Herrn Lehrer Schwarzschild dahier, welcher nicht allein für sich nsovn mmn ’dto wandelt, sondern auch auf die Schuljugend und Gesummt-Gemeinde in gleichem Sinne einwirkt. -iy Tjob” my nun?) umimE» -»tp nih wL omcm nuH nion pdw' Srrltz (Elsaß). Unsere Gemeinde hat einen großen Verlust erlitten. Unser geliebter und allgemein hochgeschätzter Rabbiner', Herr Raphael Wormser, ist am k-»w -hd rwn gestorben. Groß ist die Trauer um dieses um unsere Gemeinde verdienstvollen Mannes. Von streng orthodoxer Gesinnung war der Verstorbene unausgesetzt mit dem Studium in der hl. Thora und mit der Ausübung edler Werke beschäftigt.