Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1875)
- Date
- 1875-02-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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134 da ein Theil der Bewohner das Land schon hatte verlassen müssen. Von der Zeit an hatten die Gesetze über Brach- und Erlaß-Jahr, die ja mit dem Jobel-Jahr eng verknüpft sind, keine biblische Giltigkeit mehr, sondern nur noch rabbinische, und : -war das Brach-Jahr nur im heiligen Laude, das; Erlaß-Jahr überall. Es sind demnach die Israeliten in Palästina noch heute verpflichtet, das Brach-Jahr in Bezug auf den Ackerbau zu halten. In Bezug auf das Erlaß-Jahr ist eine Meinungsdivergenz zwischen den maßgebenden Gesetzeslehrern (a’pDis); nach vielen und bedeutenden Poßkim sollte es noch heute und zwar nicht nur in Palästina, sondern überall in Kraft sein; allein der allgemeine Gebrauch hat sich der Meinung derjenigen Poßkim augeschlossen, die da lehren, daß es überhaupt heutzutage keine Schemittah mehr gibt. (Vergleiche Schulchan Aruch, Choschen Mischpot (5. 67.) Wir haben nur noch Einiges über das Jobel- Jahr hinzuzufügen.! In Bezug aus den Namen ,,Jobcl" weichen die Ansichten der Erklärer sehr von einander ab. ' Nach dem Talmud heißt „Jobel" soviel wie Widder, weil am Versöhnungstage im Jobel-Jahre der Schofar geblasen werden mußte und dieser vorzugsweise aus dem Horne des Widders bereitet wurde pcp «n »vom NJ5S”!? «öm» wm j/Dipn wo .«tOl »V3n? p~np OPJO „Woher ist zu entnehmen, daß Jobel soviel wie Widder bedeutet? Weil man in Arabien den Widder Jobel nennt." Nach Nachmanides jedoch ist diese Erklärung des Talmud nur eine „Anlehnung" wdodk, und nach ihm ist der Name nicht von dem Acte des Blasens hergenommen, sondern von dem Gebote der Freilassung derSclaven: die Wurzel bn' bedeutet soviel wie „bringen", wie es heißt rosas do^k '~\b w „es soll gebracht werden ein Geschenk dem Ewigen, dem Gotte Zebaoth"; er erklärt demnach bj bnv rate' «in imtnx bx w'x, „es soll gebracht werden ein Jeder zu seinem Eigenthume". — Die Erklärung der nichtjüdischen Gelehrten, daß soviel heiße wie „Hallen" (Luther übersetzt „Halljahr"), ist eine durchaus willkürliche, und findet sich dafür in den heiligen Schriften kein Beleg. Der Erklärung des Nachmanides entspricht die Uebersetzung der Septuaginta (der 70 Weisen, die für den König Ptolemaeus von Aegypten zur Zeit des zweiten Tempels die Bibel übersetzt haben). Die Septuaginta übersetzt nämlich trog njc Mft'Gsü;c, Jahr der Freilassung , des Fortschickens. Es scheint jedoch zu sein, daß diese Uebersetzung nur eine dem Sinne entsprechende, keine wörtliche ist, denn zahlreiche Stellen der heiligen Schrift sprechen für die Erklärung des Talmuds, daß „Jobel" Widder, resp' Widderhorn bezeichnet. Bergt. 2. B. M. C. 19' B. 13, Jvsua C. 6, V. 4, 5,' 6, 8. Im Jubeljahre wurde den durch Verarmung oder andere Ursachen in Leibeigenschaft gerathenen Israeliten die Freiheit gegeben. Jedes Grundeigenthum, mit Ausnahme der in ummauerten Städten belegenen Häuser, trat wieder in den Besitz dessen zurück, der es von seinen Vätern ererbt und verkauft hatte. So wurde die Wahrheit documentirt, daß Gott der Eigcnthümer des Volkes wie des Landes ist an my o, da die Israeliten nur Knechte Gottes sind, so können sie nicht auf die Dauer Sclaven von Menschen werden, «o ,noy dpn ooanni o pxn 'b o mn’DS1? "oon Da das Land Gottes Eigcnthum ist, so kann es nicht vollständig in Eigenthum verkauft werden, sondern muß stets an Den zurückfallen, welchen Gott damit beliehen hat. Da das Jobel-Jahr zugleich ein Brach-Jahr war, so gilt Alles, was oben über das Brach-Jahr gesagt worden, in erhöhtem Maße von dem Jobel- Jahre. Zwei Jahre nacheinander keine Aussaat und keine Ernte! „Und wenn Ihr sprechen werdet, was werden wir essen im siebenten Jahre? Siehe, wir säen nicht und sammeln nicht ein unser Getreide! Ich aber werde entbieten meinen Segen für Euch im sechsten Jahre, und es wird Hervorbringen den Ertrag für drei Jahre!" (3. B- M. C. 25, B. 20 u. 21.) Welch' erhabenes Gottvertrauen mußte ein Volk besitzen, das diese Gebote beobachtete und wer konnte anders solche Verheißungen verkünden denn Gott, der Schöpfer und Erhalter des Weltalls! O, hätten doch unsere Voreltern diese Gesetze geübt und gehalten! Sie wären groß und glücklich geworden,' ein Musterstaat für die ganze Welt! Und die gesellschaftlichen und socialen Zustände der Gegenwart würden nicht an Gebrechen und Schäden leiden, die zu schrecklichen und furchtbaren Kämpfen und Zerstörungen treiben werden. Doch unsere Vorfahren verstanden es nicht, Gottes hehres Gebot zu erfassen und zu befolgen. Im zweiten Buche der Chronik C. 36, V. 21 wird uns erzählt, daß die 70 Jahre der Verwüstung den nicht gehaltenen Brach - und Jobel - Jahren entsprechen nottTi bD rpnirop n»v pxn nnsn iv .njjy D'yzny r\'HbQb nrotp Die Zeit des Galuth Babel ist vorübergegangen; die Zeit des Galuth Edom dauert noch fort. Möge auch uns bald der Ruf ertönen: bJD D33 ’D mi.T3 "ItCW OO I1? .bp'i ioy in1?« 't ivp