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Der Israelit · 1875-02-10 · Heft 6 (10.2.1875) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 6 (10.2.1875)
Date
1875-02-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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119 weniger günstig dar; aus dem Protokoll, das in Gegenwart von 2 arabischen Notaren und 3 von dem Comite der Alliance in Tunis gewählten isr. Notabeln ausgenommen worden, geht hervor, daß diese jungen Mädchen nicht mehr zur jüdischen Religion zurückkehren wollen, und La Las mohamedanische Gesetz die Majorennität mit dem 13. Lebensjahre festsetzt, so dürfte es schwierig sein, die ältere derselben zu ihrem väterlichen Glauben zurückzubringen. Dennoch will das Comitö von Tunis weitere Schritte in dieser Sache thun. —- In Betreff der persischen Israeliten hat der Rath der Anglo-Jewish Association dem C.- Comits verschiedene Mittheilungen gemacht; derselbe will sich in Uebereinstimmung mit dem C.- Comite die Gründung einer isr. Schule zu Teheran augelegen sein lassen. — Das C.-Comite hat von einem von der englischen Negierung an alle ihre Bevollmächtigten in Marocco erlassenen Circularschreiben Kenntniß bekommen, in welchem Letztere angewiesen werden, sich jedem Acte der Ungerechtigkeit und Intoleranz gegen die Israeliten zu widersetzen; dieser Schutz ist um so dringender nothwendig, als in der That oftmals die edlen Intentionen und selbst Befehle des Kaisers in Betreff der Israeliten von den inländischen Beamten unberücksichtigt gelassen werden; trotz wiederholt erlassener Instructionen werden noch immer die Israeliten von Larache oftmals zur Verletzung der Sabbatruhe gezwungen, um bei den Scharfrichter-Executionen des Gouverneurs zu helfen. — Auch die Bevölkerung ist nicht immer von freundlicherer Gesinnung; ein Correspondent von Mogador theilt folgende Thatsachen mit: Etwa vor einem Monat reiste ein Israelit aus Mogador, Massud Zrehen, genannt Ben-Kaffa, ein Seiden-Posamentirer, in Begleitung seiner 15jährigen Tochter, seines 11jährigen Sohnes nnd eines Metzgers, Namens El-Habib, 26 Jahr alt, aus unserer Stadt, wie gewöhnlich, mit einer kleinen Caravane, um sich nach der Stadt Marocco zu begeben. Als sie nach Nezaala, einer kaiserl. Zollstation, kamen, mußten sie sich wegen Entrichtung der Gebühren aufhalten und wurden, da die Beamten bei Aufzählung verschiedener Münzsorten Schwierigkeiten machten, vom Sonnenuntergänge überrascht, so daß sie genöthigt waren, ihr Nachtquartier in einem Nachbarhaüse zu nehmen, das ihuen von den Leuten aus Nezaala hierzu angeboten worden war. In der Nacht wurde Ben- Kaffa, bei dem man Geld vermuthete, ebenso wie El-Habib, getödtet und ihre Leichname sammt den Kindern des Ben-Kaffa in einen tiefen Brunnen, genannt Bir cl Kvüaaz, ö Meilen von Mogador, in der Provinz Chiadma, geworfen. Einige Israeliten aus Mogador, Mitglieder des Wohlthätigkeits- und Beerdigungs-Comites daselbst, haben sich am 23. December pr., von 8 bewaffneten Reitern begleitet, aufgemacht, um die Leichname dieser Unglücklichen aufzusuchen. Zwei andere Israeliten, Jsaac b. Susan, Kaufmann aus Elig, und Saloman b. Susan, sowie der Rabbiner Aehia Bitton aus Tameleh, Provinz Chetuka, befanden sich auf dem Wege nach Mogador und wurden in der Provinz Haha, 6 Stunden von der Stadt entfernt (nicht weit vom Stamme Iduissar) überfallen, «usgeplündert, geknebelt und erschossen. Ein Araber des Nachbarstammes, der ihre Maulthiere unterwegs fand, brachte dieselben nach Mogador und zeigte das Verbrechen an; auf Verlangen der israel. Gemeinde gab der Gouverneur von Mogador den mit der Beerdigung beauftragten Männern eine Schutzwache von 6 Cavalleristen mit; die Leichname der Opfer wurden gefunden, nach der Stadt gebracht und sofort auf dem isr. Friedhofe beerdigt. Das C.-Comits hat angefragt, welche Schritte der israel. Gemeindevorstaud gethan hat, um die Bestrafung der Verbrecher zu erlangen. Beyruth. Ein Correspondent von dort schreibt, daß ihm das Herz blutet, zu sehen, daß die Israeliten von dort und Umgegend ihre Kinder in die Schule der protestantischen Missionäre von Bostani schicken; gegenwärtig wird dieselbe bereits von 30 israel. Kindern besucht, die ein jährliches Schulgeld von 450 türk. Pfd. zahlen. Mehr braucht man nicht, um eine gute isr. Schule in Beyruth zu gründen, die zugleich die Armenkinder aufnehmen könnte. Es ist dies, sagt derselbe, das einzige Mittel, um die Bestrebungen der christlichen Missionsschulen daselbst zu vereiteln, deren Zahl nicht weniger als 11 betragt. Das C.-Comits erwartet weitere Mittheilungen hierüber; inzwischen ist ihm anderweitig geschrieben worden, daß alle nöthigerr Veranstaltungen getroffcn werden sind, um die religiösen Bedürfnisse der isr. Schüler des College Bostani zu berücksichtigen, die übrigens größtentheils von auswärts kommen und auf deren Eltern das Local-Comite der „Alliance" daselbst keinen Einfluß üben kann. Dennoch ist Herr Rafael Levi, der geehrte Präsident dieses Comits'S, ersucht worden, sich freundlichst mit der Reconftituirung einer Schule daselbst unter Leitung der „Alliance" beschäftigen zu wollen. Die Generalversammlung der „Alliance" si:2et Sonntag den 14. März in Paris statt.

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