Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1875)
- Date
- 1875-01-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Sachen. Ein Beweis, daß in unM aitehrwürdigen Gemeinde Sinn und Herz für vM Würdigung der WohlthatigkeitMge sind, nach des Propheten Wprte: otynn 'T-waoi' titef**;■*•• f ä Louis Co in; Gohrau, 12. Jan. ErMDnnabettd, den 9. d. M., feierte die hiesige, jüWche Gemeinde ein fröhliches Fest und, zwar galt dieseS-Herder Einführung unseres neuen Herrn Rabbiners vr. Im. Deutsch. DieseOist ein Sohn unseres vestorbenen hochgeehrten, ArgemeinMekannten Herrn Rabbiners DMd Deutsch. V Es war ein besonderer GottesdieK-angesetzt. Hr. Dr.^ Deutsch wurde zu demselben von dem Vorstand der indischen Gemeinde und^den tretern der städtifthen Behörden abgeholt.? . Die Antrittsrede, die er'hielt, erfrtute'sich eines allgemeinen Beifalls. Der - Text derselben war: v'V'V' 'Zr< „Ich bin"- ge-' ring an Jahren, Ihr aber seid alt." Als <et zu wiederholten Malen die Vorzüge und Verdienste seines Vorgängers hervorhob, war der größte Theil der Anwesenden sichtlich ergriffen. Er sprach in sehr bescheidener Weise von seiner Unerfahienheit und Jugend und wie es ihm zu hoher Ehre gereiche, daß er trotz derselben erkoren wurde, der Nachfolger eines so bedeutenden, mit so vielen Tugenden auSgestatteten Mannes zu werden. Er hoffe jedoch, d»ß er mit reiner Hingabe für seinen Beruf,, mit - ernstem und festem Willen die Stelle seines hochverehrten Vaters einigermaßen werde ausfüÄen können. Schade, daß' dieser gediegene Vortrag nicht weitere Verbreitung findet. Das am Mittag dieses Tages ihm zu Ehren veranstaltete Diner zeigte deutlich, daß ihm die ganze Gemeinde mit Liebe und Achtung entgegenkomme. Fast kein Mitglied der Gemeinde hatte sich ausgeschlossen. Als Hr. vr. Deutsch die vielen auf sein Wohl gebrachten Toaste erwiederte, betonte er mit besonderer Anerkennung, er sehe in der ihm entgegengebrachten Zuneigung hauptsächlich eine Würdigung der Verdienste seines verstorbenen Vaters. Er wendete dabei die bekannte Parabel von dem Wanderer und dem BaUlN an, in dessen Schatten der müde Wanderer Labung und Erholung findet. Einen heiteren Abschluß fand diese Feier in einem Tanzkränzchen, das die jüdische Jugend arrangirt hatte, um auf diese Weise ihre Freude über den Antritt unseres Hrn. Rabbiners an den Tag zu legen.*) *) Anm. des Corr. Das ist in derThatanerkrnnungSwerth! And der junge Herr Rabbiner, hat er vielleicht — mitgetanzt- Vergnügt und fröhlich gin der, mit dem Bewußtsein, theilgenommen zu habe«. O e st e r r. - UstT a r. M 0 narchi Krakau. NaH Am JahreshM waltungsratheß dds .Vereines * armer jüdischer KrEen mit stützt die Kinder oer Armen^,MW die Zeit vom 1/Ä)eeember IM 1874 hatte dieser, Verejn eMM fl. und eine Lusgabe vsy Ä lD kapit^^sitzr«^ SrSs^ßM. _ 34 Zöglinge werMk wurde» satergebracht: rzahl enwärtig 8 bei Schneidenr. 4 bei Posamentirern. 1 bei Mützenmachern. 4 bei Klempnern. 3 bei Schuhmachern. 1 bei Maler und Anstreicher. 3 bei Tapezierern. 2 bei Goldarbeitern. 1 bei Tischler 1 in der Dampfmühle des H. G. Baruch. 2 bei Schlossern. / * 3 bei Uhrmachern. 1 besucht die Schule. Kkakarr, 10. Januar. Der „R. sr. Presse" wird von hier geschrieben: Es tritt immer deutlicher hervor, daß die Polen, wenigstens die hellersehenden, die Absicht haben, mit den Juden in Galizien Frieden zu machen. Das Rachegeschrei der clericalen Gazeta Narodowa verstummt allmäh- Iit„, ihre Rolle ist ausgespielt — das Organ der gemäßigten, ministeriellen Partei tritt auf die Bühne, um die Rolle des Vermittlers zu spielen. Dziennik Polski, das Leiborgan des Ministers ohne Portefeuille, hatte sich während der ganzen Wahlcampagne vom Jahre 1873 die Achtung aller Parteien zu wahren gewußt; es billigte nicht die nationalfeindliche Politik der galizischen Juden, aber eS versuchte nicht, den Wahlkampf auf das ökonomische und religiöse Gebiet zu verpflanzen; ja noch mehr, es mißbilligte laut Die Brandartikel Jan DobrzanSki'S. DaS Blatt paßt daher ganz gut für die Rolle, die es in dem galizischen socialen und politischen Leben zn spielen bestrebt ist. Mit Eifer ergreift es jetzt jede Gelegenheit, um die