Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1875)
- Date
- 1875-01-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Hochzeilsfeste, welches das Greisenpaar <m - Abend feines Lebens begeht. .„So .müsse also", fuhr Redner fort,. „die Ehe durch -as -ganze Leben des Ehepaares hindurch däs Bild dev Sonne repräsentiren" u. s. w. - Und ein solches sonnenähnliches Leben durchwehte in der That die Ehe dieses Jubelpaares während des zurückgelegten „Halbjahrhunderts" ihres Beisammenseins. Es war dieses Paar stets eine "t'SZId ns-v) denn siin Haus war zu jeder Zeit ein Institut für und nib'vä sein Haus bot stets ein sicheres Asyl den E'BDn n'öbn und gewährte auf die humanste Weise talmudischen Koryphäen , die längst . verklärt sind, reiche Unterstützung aus Pietät und aus dem religiösen Gefühle der In diesem Sinne wurden denn auch die Kinder zu streng conservativen Israeliten und zu humanen Menschen erzogen, und was Alles noch überragt, das ist die Biederkeit, mit welcher das Jubelpaar stets den Kindern — mit dem glücklichsten Erfolge— als mustergültiges Beispiel voranging. Möge es diesem in Israel so ausgezeichneten Ehepaare vergönnt sein, umgeben von Kindern und Enkeln, noch den Diamantenkranz zu tragen, und sein silberweißes Haar verjünge sich, auf daß es uns bis in das späteste Greisenalter in ungetrübter Geisteshelle und ungeschwächter Körperkraft zum Stolze der Familie, zur Zierde der Gemeinde erhalten bleibe. E . . . . d. Oester r. - Ungar. Monarchie. StaniSlarr, 22. December. Wer die nicht endenwollenden Schmäh- und Hetzartikel der polnischen Journale hier zu Lande tagtäglich liest, der kann wahrhaftig versucht werden zu glauben, die Stimme der ganzen polnischen Bevölkerung zu hören, oder wenigstens den Ausdruck einer großen Anzahl Gleichgesinnter zu vernehmen, allein dem ist nicht so. Die hirnverbran-cken polnischen Journalisten werden nur zu oft* dem von den gemeinsten Triebfedern ihrer Selbstsucht geleitet und sind zu der niedrigsten Sorte der Revolver-Presse herabgesunken;' — la bouree ou )a viel ist ihr Losungswort geworden. Juden, verschafft unfern Blättern die ausgedehnteste Verbreitung, oder wir schimpfen! wir Hetzen! Zur Eharakterisirung des Vorhergesagten mag der folgende Vorfall, -welcher sich hier ereignete, dienen. Der Redacteur eines hier erscheinenden JouruLlchens kam vorigen Freitag zum Herrn A. H„ -einen sehr. angesehenen., und reichen Juden dahier, unb verlangte von demselben' ein Darlehen von 366 fl. öst. M. —H., der wohl wußte, dast dieser Betrag nicht mehr, eindringlich sein wird, entschuldigte, sich auf die feinste Art, daß er. diesen Betrag nicht leihen könne, , bpt ihm jedoch 50 fl. als Unterstützung fceä Blattesan, was aber zurückgewiesen wurde. Drei Taze später schickte der Redakteur abermals zv .H. wegen.D)arleihung der 300 fl., diesmal aber nnt der Drohung, daß im Verweigerungsfalle ein in der Redaktion bereits zum Abdrucke vorbereiteter Schmähartikel, in welchem Hr. H. als gemeiner Wucherer gebrandmarkt wird, in der nächsten Nummer erscheinen würde. Hr. H., der sich einer unehrenhaften Handlung nicht bewußt war, wies selbstverständlich ein solch' gemeines Anerbieten standhaft zurück, was zur Folge hatte, daß gedachter Artikel wirklich erschien, und Hr. H.zur Staats-Anwaltschaft Zuflucht nehmen mußte. Da dieser Prozeß vor das Tri» bunal der Geschworenen gehört, so sind wir auf das Verdikt derselben sehr gespannt. (Wochenschr.) Spanien. 5 Madrid, 16. Januar. (T e 1 e g> r aphische Depesche.) Der König hat sich dahin ausgesprochen, daß er.den katholischen Klerus achte und ihn unterstützen werde; er drückte aber zugleich bestimmt den Wunsch aus, daß in Spanien die Freiheit der Culte aufrechterhalien werde, wie solche in den civilisirtesten Ländern bestehe. . Frankreich. Paris. (Monatsbericht der Alliance.) Ccmca. H. Matatia A. Cohen übersendet zur Unterstützung eines Gesuchs um Subvention für eine dortige israelitische Schule eine Schilderung der dortigen Verhältnisse: Bildungsgrad. Die Israeliten der Insel Candia, die von jeher für europäische Bildung sehr empfänglich gewesen sind, leben mit denGnrchen und Türken in vollkommener Eintracht;' in Canea giebt es mehrere israelitische Familien, die in hoher allgemeiner Achtung stehen uud freundschaftliche Beziehungen selbst zu dem ZüPh)Hmtischen Eorps der Stadt haben; sie leben eüropa'lsth ^uud dienen in dieser Beziehung vielen anderen.Israeliten daselbst zum Beispiel. — Materielle. stLage. Unter den ca. 166 israelitischen Familien- Hie in