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Der Israelit · 1875-01-13 · Heft 2 (13.1.1875) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 2 (13.1.1875)
Date
1875-01-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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31 wurde. Trotzdem, daß keine Grabrede gehalten wurde, umstanden sein -op die Genossen und Gelehrten aller Parteien und aller religiösen Richtungen mit schmerzlichem Gefühle und betrübten Herzens. n"a"s"j"n. England. London. Das „Board of Deputies" hat auf Empfehlung des Sir Moses Montefiore beschlossen, daß von dem Fond für das heilige Land die Summe von 250 L. abgesondert werde, um damit auf zwei Jahre den Gehalt eines Arztes für die Juden der Stadt Safed zu bestreiten. (Jew. Ehr.) Egypten. Cairo. Der Vicekönig von Egypten zeigte sich bei der letzten Ueberschwcmmung des Nil gegen die fremden Einwohner sehr wohlwollend. Als Dank hierfür schossen diese 130,000 fl. zusammen, für welche sie dem Vicekönig ein Denkmal setzen wollten. Dieser bestimmte aber das Geld zur Errichtung einer großen öffentlichen Schule, in der die Kinder aller Nationalitäten und Glaubensrichtungen unterrichtet werden sollen. Die Mehrkosten will er aus eigener Tasche bestreiten. (Pesth. jüd. Zeit.) Rußland. Petersburg. Die russische Regierung hat vor einiger Zeit eine sehr interessante Sammlung uralter Dokumente wissenschaftlichen Inhaltes in hebräischer Sprache angekauft, die nach dem bekannten, im Jahre 1870 in Rußland verstorbenen Orientalisten Abraham Firkowitsch zurückgeblieben sind. Ein junger Gelehrter, der als tüchtigerKenner der jüdischen Literatur bekannt ist, A.J. Harkawi, wurde hierauf von der kaiserlichen Oeffentlichen Bibliothek in Petersburg beauftragt, die werthvolle Sammlung durchzusehen und zu ordnen. Wie es nun heißt, sollen die diesbezüglichen Arbeiten bereits so weit vorgeschritten sein, daß ein großer Theil der Documente durch Abschriften vervielfältigt werden kann. Es befinden sich darunter: Fragmente von auf Pergament sowohl als auch auf Papier geschriebenen Codicesdes samaritifchen Pentateuch; Explicationen zum Pentateuch exegetischen Inhalts; Werke über Dogmatik, Kirchengesetzlehre und religiöse Gebräuche; grammatikalische und lexikographische Werke; ferner historische Werke, aus Chroniken und Legendenbüchern bestehend, sowie astronomische und astrologische, mehrere Werke über Medicin und andere wissenschaftliche Disciplinen, Gebete und Gedichte religiösen Inhalts, Ehecontracte in samaritischer Sprache und verschiedene juridische Documente in arabischer Sprache. Türkei. Adkiarwpel. Der griechische Consul dahier, der von seiner Regierung den Auftrag hatte, über das Erziehungswesen und die Erziehungsinstitute zu berichten, hat an die Spitze der Liste die Schule der „All. Jsr." als dasjenige Institut gestellt, welches großen und wohlthätigen Einfluß auszuüben im Stande ist. (Jew. World.) Amerika. NeW-N-rk. Wir erfahren durch den „Brooklyn Sunday Sun", daß neulich an einem jüd. Sabbattage eine Gerichtsverhandlung stattfinden sollte, zu welcher ein jüdischer Advokat zu erscheinen gehabt hätte. Der Richter vertagte die Verhandlung, indem er sagte: „Ich habe nicht die Macht'oder den Wunsch, einen Juden zu zwingen, an seinem Sabbat einer Sitzung beizuwohnen. Seine Religion darf nicht beeinträchtigt werden." Allem Anscheine nach muß in den Vereinigten Staaten ein Gesetz bestehen, welches die Gewissensfreiheit der Juden auch nach dieser Richtung in Schutz nimmt. Feuilleton. Erzählung von S. Behrend. VI. Der Himmel hatte sich mit Wolken bedeckt, die ein Gewitter verkündeten, und ein heftiger Sturmwind, Staubwolken aufwirbelnd, fegte die Straßen hinab. Die Leute eilten in ihre Wohnungen, und überall schlossen sich die Fenster, theils wegen des Sturmes und Staubes, theils — damit der Blitz nicht in die Zimmer herein könne. Meierle stand am Fenster und schaute hinaus auf die Straße. Das Wetter war losgebrochen. Blitz folgte auf Blitz, und Schlag auf Schlag der Donner, aber Meierle weckte nichts von dem Toben der Elemente, er dachte an die Fremde und an ihre Kinder. Da plötzlich prasselte es über ihm,

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