Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1875)
- Date
- 1875-01-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Lurch, Geiger's Nachfolger zu werden, denn Niederstetten ist zu klein für einen solchen Geist. »«'2p)/. (Dieser „Sterns einst Kabbalist, Mystiker, Ascet re., fetzt aber unP« 'nni 1212 ist nunmehr — horribile dictu — Rabbinatsverweser in Mühringen geworden!! „Wo der Raw ist — l"i.) Zeitungsnachrichten & Correspondenzen. Deutschland. Offenbach am Glan, R.-B. Trier, im Kislew. Unsere Gemeinde — und mit ihr das ganze Judenthum — hat einen großen Verlust erlitten. 1211.1 i\xa 12 uyPx 'i, Herr Lazarus Mayer ist im Alter von 74 Jahren 4 Monaten nach nur zweitägigem Krankenlager verschieden. Herr Prediger Meyer aus Wetzlar, welcher hierher geeilt war, um den i3Di zu halten, schilderte in beredten Worten das Leben und Wirken des Verblichenen. Ueber 40 Jahre hatte er als Vorsteher an der Spitze der Gemeinde gestanden. Ihm verdankt die Gemeinde die Synagoge, denn er war es, der den Bau derselben mit Wort und That unterstützte und überwachte. In seiner Jugend war er einige Jahre auf einer .iaw gewesen, um sich vor allen Gütern das vorzüglichste Gut zu erwerben, '-.21 12 up tan omy ’Yi P njp mm, Von ihm konnte man sagen: pa* “pi oy 11m ns», denn er vereinigte mit seiner Beschäftigung wahrhafte Frömmigkeit und religiöses Wissen. Und wenn auch die Sorgen für den Erwerb der irdischen Güter zum großen Theile seine Zeit in Anspruch nahmen, so verging doch kein Tag, an welchem er nicht Morgens früh oder Abends spät sich mit der 'pn mn beschäftigt hätte. Obgleich in seiner Jugend die sogen. Reform im Judenthum sich mächtig zu regen begann, obgleich unsere Gemeinde selbst unter einemNeformrabbinate steht, sogelang es ihm doch, hier den Gottesdienst echt jüdisch zu erhalten. Möge die Gemeinde in seinen Fußstapfen wandeln und dadurch bewahrheiten 1212b p'iu 121. l"2'Wl. Eines Verdienstes, welches sich der Herr Prediger Meyer bei dieser Gelegenheit um die Gemeinde erworben, dürfen wir hier nicht verschweigen. Zwei Gemeinde-Mitglieder waren wegen unbedeutenden Zwistes aus der Gemeinde ausgeschieden und in Folge dessen seit 8 Jahren weder zur Thora gerufen worden, noch hatten sie sonst irgend eine niäo gehabt. Vielfache Bemühungen, sie mit der Gemeinde zu vereinigen, waren immer erfolglos geblieben. Herrn Meyer, dem man dieSache mittheilte, gelang es nach einigen Bemühungen bei den Betheiligten und einer warmen Ansprache an die versammelten Gemeinde-Mitglieder, unserer Gemeinde den u\bw wieder zu geben, welchen Gott uns auch ferner erhalten möge. "1;i' tiy 'n xoy na *p2’. Breslau. Betrübten Herzens theile ich Ihnen den plötzlichen Tod des Arztes und Curators vr. Julius Lobethal, eines Mannes, der seines Gleichen in Breslau sucht, mit. Nicht will ich hier davon reden, was und wie viel vr. L. der ärztlichen Wissenschaft war, hierüber werden gewiß die Kreise, denen er angehörte, wie die Wissenschaft, der er sich widmete, rhr Urtheil fällen, auch nicht darüber will ich sprechen, was und wie viel vr. L. den sämmtlichen Stiftungen der Commerzienrat'a Fränkischen Vermächtnisse war und was und wie viel er für dieselben leistete, auch darüber wird gewiß von competenter Seite referirt werden. Doch das kann ich hier zu erwähnen nicht unterlassen, was und wie viel vr. L. dem orthodoxen Judenthume war und was und wie viel er für dasselbe leistete, vr. L. war ein treuer, ehrlicher, braver und aufrichtiger ’ivr, der überallhin seine streng konservative Richtung nicht nur nicht verleugnete, sondern öffentlich vertrat. Eine Zeit lang war er Mitglied der Repräsentantcn- Collegien und verschiedener Gemeinde-Vertretungen. Seit der Vereinigung der beiden (Lissaer- und Seilerhof-) Synagogen in den früheren Tiktin'- schen Tempel war er der erste Vorsteher in dieser vereinigten orthodoxen Synagoge. i)r. L. war nicht nur selbst ein 1111 p und „lernte", so oft seine Zeit es ihm nur möglich machte, sondern unterstützte und förderte auch das Thoraftudium nach Kräften und bewies dies ganz besonders der hier bestehenden „hebräischen Unterrichtsanstalt", deren Freund, Anhänger und Beförderer seit ihrem Bestehen derselbe war. Er betete täglich in seinem hierzu eingerichteten, mit einem 11m 120 und sonstigen 'tmp d’idd versehenen Zimmer Ui'bv2 Fpiya, versäumte nie ein nmo - Gebet, aß nie unerlaubte Speisen, obgleich er seine Praxis fast ausschließlich in christlichen und zwar distinguirten Kreisen hatte, benutzte zum 112 keine andere 1L2 als mustf nso, hatte seine gebaute 12D in seinem Hause. Bei vielen hiesigen Wohlthätigkeitsvereinen war er Vorsteher. Dabei war der Verblichene außerordentlich bescheiden. In seinem „letzten Willen" gab er kund, daß kein fungirender Orts- Rabbiner ihm eine Trauerrede halte, sondern daß nur der jin der orthodoxen Synagoge „zum Tempel" D'BI l'LI und p'^y HD2 2LI' auf dem 1'v^y n'2 vortrage, was auch pünktlich vollzogen