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Der Israelit · 1875-01-13 · Heft 2 (13.1.1875) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 2 (13.1.1875)
Date
1875-01-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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23 Wähnten oder ähnlichen Ursachen willen getränkt werden. Die aber, so dergleichen thun, sind durch Kirchenstrafe mit Hintansetzung der Berufung zu bestrafen. Gegeben zu Lyon den 5. Juli, im 5. Jahre Unsres Pontifikats. Zettrmgsrrachrtchten und Covrespon-enzerr. Deutschland. Mainz, 7. Januar. Der Telegraph bringt »ns die Trauerbotschaft, daß Herr Rabbiner Schwarzschild in Schlüchtern aus diesem Leben ist abberufen worden. Der Dahingegangene hat ein hohes Alter erreicht und hat eine lange Reihe von Jahren seines Amtes gewissenhaft gewaltet. Von seinen Söhnen sind uns zwei als sehr würdige und tüchtige Män»er persönlich bekannt. Der Eine ist Lehrer am israel. Lehrerseminar zu Ehrenfeld bei Cöln (früher in Düsseldorf) , der Andere wirkt als Lehrer in der israel. Gemeinde seiner Vaterstadt. In dem Verewigten verliert das orthodoxe Judenthum einen ebenso würdigen wie gelehrten Vertreter. iT'u'Wn. Mainz, 7. Januar. Der zu Lemberg erscheinende „Israelit", dem wir unlängst zu Gemüthe führten, daß ein jüdisches Blatt in der Wiedergabe von Dichterworten, namentlich wenn diese gegen die Majestät der Gottheit gerichtet sind, vorsichtiger fein müsse, nennt uns dafür „einen Staatsanwalt des Himmels". Im Uebrigeu ist die Verteidigung des genannten Blattes urkomisch. Dasselbe schreibt: „Wir gaben die Rede eines Andern, der seinerseits einen Dritten citirte; wir sind also ein w'bv , das ist ein o": -o also iseo. Das sagen wir dem Rabbiner." — Hut ab, vor der rabbinischen Gelehrsamkeit dieser Herren! Wie wenn ein Stück mn -»im, wenn es unverändert durch noch so viele Gefäße wandern würde, jemals ->bo werden könnte! Wie lächerlich! — Würzbrrrg. Ihr Bericht über die Dr. Rittler'sche Angelegenheit bedarf einer Ergänzung, indem darin unerwähnt geblieben, daß außer dem Anonymus in der „Neuen Würzburger Zeitung" auf einem andern Schauplatz auch ein offener Vertheidiger des Talmuds ausgetreten ist, der nicht wenig zur Aufklärung der öffentlichen Meinung beigetragen hat. Herr Schuldirector L. Stern wurde nämlich im städtischen Lehrer-Verein um Darlegung des richtigen Sachverhalts ersucht und entsprach sofort dieser Aufforderung in einem fast ein ständigen Vortrage. Dieser machte um so mehr einen sehr günstigen Eindruck, da die Hörer überzeug; waren, daß der Redner ohne jegliche Vorbereitung sprach. Durch Mitglieder des Lehrer-Vereins, die auch bei anderen Vereinen betheiligt sind, wurde die »Sache hinausgetragen und hatte die Folge, daß Herr Stern mehrfach aufgefordert wurde, meiner größeren hiesigen Gesellschaft den Gegenstand zu besprechen. Der je zum Zwecke populär-wissenschaftlicher Vorträge mit dem kaufmännischen Vereine verbundene liberale Bürgerverein gab bereitwillig sein Lokal zu dem Vortrage her und lud in den Lokalblättern dazu ein. Das Lokal war übervoll, Herr Stern sprach anderthalb Stunden und befriedigte das Publikum vollständig, was sich in dem allgemeinen lauten Beifall, der sich am Schluffe kundgab, hinlänglich erwies. Der Vortrag bildete mehrere Tage lang den allgemeinen Gegenstand der Unterhaltung. Ich unterlasse es, Ihnen über den Inhalt der Rede zu berichten, da Herr Stern in Folge der Aufforderung sehr hervorragender Hörer die Rede dem Druck übergeben hat. Derselbe wird nächster Tage in der Stahe loschen Buchhandlung dahier ausgegebcn werden. Berlin. Zum erstenmale wurde ein Israelit zum Decan der medicinischen Fakultät an der Universität Berlin gewählt. Man erzählt sich, daß Prinz Georg von Preußen mit der Ausarbeitung eines neuen Dramas, welches die Geschichte des Königs Salomo zum Gegenstände hat, beschäftigt sei. Cöln, 6. Januar. Die „Cölnische Zeitung" berichtet: Gestern Nachmittag wurde die sterbliche Hülle des Rabbiners vr. Schwarz zur letzten Ruhestätte bestattet Ein unabsehbarer Leichenzug gab dem Dahingeschiedenen das letzte Geleit. Vor dem Leichenwagen schritten die Zöglinge der hiesigen israelitischen Schule einher, demselben folgten zunächst sechs auswärtige Amtsbrüder, die Verwandten und näheren Freunde des Heimgegangenen und dann Männer aller Confessionen, aller Berufsklaffen, jedes Alters von nah und fern, katholische und evangelische Geistliche, Künstler, Lehrer der höheren Schulen, Kaufleute und schlichte Handwerker, alle von demselben Gedanken beseelt, dem leider so früh aus seinem Wirkungskreise abgerufenen theuren Verstorbenen nochmals Liebe, Achtung und Verehrung zu bekunden. Eine große Zahl von

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