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Der Israelit · 1872-12-25 · Heft 52 (25.12.1872) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 52 (25.12.1872)
Date
1872-12-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1072 Settuitdönacfmcfeteit und Correfpondeuzen. Deutschland. Mainz, 18. Dec. Gestern Abend hielt Herr vr. Emanuel Leser von hier, Privatdocent an der Universität Heidelberg, einen Vortrag im hiesigen kaufmännischen Verein über das Zeitalter der Renaissance. Daß wir dieses Vortrages in unserer Zeitschrift erwähnen, hat seine Berechtigung in dem Umstande, das; Herr vr. Leser zu den wenigen jüd. Universitäts-Docentcn gehört, die im Glauben und Thun der Neligion der Väter treu anhangen. Der gestrige Vortrag war in seiner Art ein kleines Meisterstück. Die große Zeit der Renaissance wurde nach ihrer politischen, wissenschaftlichen, künstlerischen und sittlichen Art und Weise nicht allein in weitumfassenden Umrissen vorgeführt, sondern der Vortragende fand auch noch Zeit, in dem engen Rahmen einer stunde die Zustände der Renaissance i.i's Einzelne auszumalen und die gelungenen Portraits ihrer hervorragendsten Repräsentanten darzustcllen. Der Vortrag zeugte von weitmnfasscndem historischem Blicke, von genialer Auffassung, von gründlichen Studien und erlangte den ungetheilten Beifall einergroßen Zuhörerschaft namentlich auch durch die wundervolle, gewählte und doch einfache Ausdrucksweise, deren der Vortragende (wahrscheinlich nach dem Vorbilde seines Lehrers Prof, von Treitschke) sich befleißigt. Der junge Gelehrte — er zählt erst 22 Jahre — berechtigt zu den schönsten Hoffnungen; bald, wir zweifeln nicht daran, wird sein Name zu den klangvollsten Namen der Historiker Deutschlands gezählt werden. Aus Württemberg. Der „Schwäb. Mercnr" bringt eine öffentliche Danksagung des Stuttgarter Oberbürgermeisters vr. Hack Namens der bedachten Institute, woraus erhellt, daß Herr Leo Löwenstein in Wiesbaden, früher in Stuttgart domicilirend, die Summe von st. 1000. mit der Bestimmung hat übergeben lassen, davon .'50 fl. an ein Asyl für Alte und Gebrechliche, 200 fl. an die Jnvalidenftiftung, 100 fl. an das jüd. Waisenhaus, 100 fl. an den jüd. Frauenverein, 100 fl. an die Diakonissen«»statt, 100 fl. an die Blindenanstalt, 200 fl. an die Lokal-Leitung des Wolthätigkeitsvereins auszucheilen. Seiner Hcimathgemeinde BZeikcrsheim a. d. Tauber hat derselbe 400 fl. für die Armen zur Verfügung gestellt imb dem jetzigen Rabbincnvr. Heilbronn ein jährliches Gratiat von 50 fl in widerruflicher Weise zugesichert Wie man hört, will Herr L., ein ohnebin sehr reicher Mann, den "wyo von 300,000 fl., die er am 1. v. M. durch ein österreichisches Loos gewonnen hat, nur zu guten Zwecken verwenden wie unser Jakob: mpy« -wj; H jrn Stuttgart. Der Lehrerausschuß hat an die K. Staatsregierung und an die Ständeversamntlung eine wohlmotivirte Petition gerichtet, es möge ein Gesetz zur Verabschiedung gebracht resp. veranlaßt werden, das den geprüften Vorsängern das Recht und den Anspruch auf Pcn si o n iru n g verleiht, gleich denen, die als Lehrer- Vorsänger angestellt sind. In- und ausländische Zeitungen schreiben seit Kurzem wiederholt, daß die Stuttgarter Hofbank mit der dortigen Württemvcrger Vereinsbank verschmolzen werden soll. Ilnsere Leser werden meinen, das sei weder eine politische, noch eine jüdische, sondern eine Banknachricht, welche den „Israelit" nicht interessirt, auch wenn manche seiner Abonnenten Banquicrs sein mögen. Die Sache hat aber doch einen Beigeschmack, die sic auch für Israeliten im Allgemeinen von Interesse erscheinen läßt. Diese Hofbank ist ein Unikum, insofern die Theilhaber dieses Geschäftes auf der einen Seite der König, auf der anderen die jüdischen, auch in weiteren Kreisen rühmlich bekannten, alten Familien v. Kaulla und Pfeiffer sind. Mißgünstige mib judenfeindliche Elemente finden neuerdings dieses langjährige Associattonsverhältniß nicht nur außergewöhnlich, sondern auch auffällig, und suchen durch erdichtete Nachrichten das Bündniß zu lösen, in welchem der König als „stiller Compagnon" figurirc. Allein das tendenziös verbreitete Gerücht einer Fusion der Hofbank mit der Württembergcr Vereinsbank entbehrt jeder thatsächlichen Begründung und wurde bereits in officiöfer Weise dementirt. . " Der Israel. Schul- und Vorsängerdienst inCrailsheim ist vomConsistorium schon wieder zur Bewerbung binnen 3 Wochen ausgeschrieben. Bei Besetzung der Stelle, mit welcher neben freier Wohnung und Emolumenten ein fixes pensionsberechtigtes Einkommen von 600 fl. verbunden ist, wird besonders auf einen tüchtig musikalisch gebildeten Lehrer und Vorsänger Rücksicht genommen. In der Synagoge dieser Gemeinde, Rabbinats Brannsbach,'sieht ein Harmonium! (sic!) R ii m ä n i e n. Bukarest. Der Jahresbericht über das von Herrn A. Neuschotz und seiner Gemahlin Fanny Neuschotz in Jassv gegründete und erhaltene Waisenhaus ist vor Kurzem veröffentlicht worden. Herr Neuschotz gehört zu ienen Israeliten unserer Schwesterstadt, die für die Förderung der Wohlfahrt ihrer Glaubensgenossen wirksam sind. und die ihren Wohlthätigkeitssinn auch auf Andersgläubige ausdehneu. Wir haben das Waisenhaus besichtigt, und können es als eine ausgezeichnete Anstalt und Schule, als ein wahres Daheim für die Waisenkinder bezeichnen. Wir möchten das Beispiel des Herrn von Anderen nachgcaymt sehen, und die Aufmerksamkeit namentlich auf das neue jüdische Spital in Bottujchan lenken. Dieses schöne Gebäude ist seit zwei Jahren ün-

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