Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1872)
- Date
- 1872-12-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1073 fertig — eine kleine Anstrengung würde es leicht vollenden helfen, und auf diese Weise besäße die nördliche Moldau eine vorzügliche Anstalt für die Kranken und altersschwachen Israeliten. (Rum. Post.) Frankreich. Paris. Nach' dem Berichte des Consistoriums über bic ersten drei Quartale des Jahres 1872 wurde von den Erben des verstorbenen Baron James von Rothschild nach dessen in seinen letzten Momenten getanem Wunsche die «Summe von 50,000 Frs. rescrvirt, deren Zinsen in seinem Namen von seinen Nachkomme,'. und unter Mitwirkung des Wohlthätigkeitskomites und des Consistoriums dazu verwendet werden sollen, um jedes Jahr eine gewisse Anzahl Börsen (Stipendien) zu Gunsten junger Israeliten zu errichten, die die von der Handelskammer gegründete Handelsschule besuchen und die bereits die Communal- und Consistorial- Schulen frequentirt und sich durch ihr Betragen wie ihren Fleiß ausgezeichnet haben. Es wurden in Folge dieses 16 Borken errichtet, von denen je ein Viertel in einem Jahre zur Vertheilung gelangt. (ltn. Jsr.) Paris. Die Modificationen der consistoriellen Ressorts irr Folge der Ereignisse des Krieges und einer theilweisen veränderten Eintheilung der Consiftorien macht eine Neuwahl sämmtlicher consistoriellen Administrationen Frankreichs und des Central - Consistoriums nothwendig, die wahrscheinlich im Laufe der nächsten Monate stattfinden wird. Ebenso erwartet man ein Decrct über die Reorganisation des israel. Cultus in Algerien. (Arch. Jsr.) Paris. Das Consistorium von Paris hat einen Rechenschaftsbericht über seine Verwaltung von 1866— 1871 veröffentlicht. Sechs Jahre ist eine zu lange Zeit tür einen Rechenschaftsbericht; die Interessen der Gemeinde und Gemeindemitglieder erfordern mit Recht einen jährlichen Bericht. Seit 1872 hat jedoch das Consistorium beschlossen, alle Vierteljahre Rechenschaft über seine Arbeiten abzulegen. Aus dem Berichte erhellt, daß die Gemeinde durchschnittlich eine Ausgabe von 650,000 Frs. hat und die Einnahmen hinter diesen zurückstehen. Während der sechs Jahre von 1866—1871 ist nach und nach ein Deficit von 120,000 Frs. entstanden. (Arch. Jsr.) S p a n i e n. Madrid. Ein in der ofstciellcn Zeitung cnthatlen.es Decret des Königs von Spanien vom 7. December ertheilt Herrn Daniel Weisweiler den Titel eine* Baron«. Ein Israelit ist also in dem Lande zum Baron erhoben worden, aus welchem die Israeliten früher in Masse verbannt wurden. (Arch. Jsr.) Madrid. Eine englische Broschüre des Herrn Chaim Guedallah, „Noten über Spanien und seine Finanzen und finanziellen Syndicate" zeigt mit gerechter Indignation das Verfahren gewiffer Börsmspeculanten. Was aber für uns vou besonderem Jntereffe ist, das sind die Aussichten, die für Israeliten, welche sich in Spanien uiederlassen wollen, vorhanden sind. Bereits hat, wie wir schon früher mitgetheilt haben, ein Jsraelitc ^amen£ Josef Ovadia Eldery am 14. August 1871 das spanische Bürgerrecht erlangt. Ich zweifle nicht, sagt Herr Guedallah am Ende seiner Broschüre, daß die Israeliten, die sich in Spanien niederlassen, reichliche Mittel finden, ihre Thätigkeit zu entfalten, wie in keinem andern Lande. Die Niederlassung in Spanien vou Seiten afrikanischer, syrischer und türkischer Juden wären ein vorzügliches Mittel gegen ihre Armuth. (Arch. Jsr.) England. London. Die Juden von London waren vor einigen Jahren in Folge eines allgemeinen Gesetzes, das Begrädnißplätze innerhalb der Stabt verbietet; gezwungen gewesen, ihren Friedhof in der Stadt zu schließen. Obgleich die ärztliche Commission, die die Lage der einzelnen Friedhöfe uad deren Einfluß auf die Gesundheitsverhällnisse zu prüfen hatte, sich besonders günstig über den jüdischen Begrab nißplatz ausgesprochen, indem bei den Juden nur ein Leichnam in ein Grab gelegt wird. so mußte doch, da das Gesetz keine Ausnahme duldete, ein neuer Friedhof außerhalb der Stadt angelegt werden, und wurde einige engl. Meilen östlich der Stadt zu diesem Zwecke ein großes Terrain erworben. Inzwischen haben sich zu den Hunderten von Familien, die im Westen Londons wohnten, noch eine bedeutende Anzahl rn diesen Stadttheilen niedergelassen, denen es allen, da die Entfernung des Begräbuihptatzes zwölf Meilen beträgt, schwer hielt, die Pflichten der Pietät ihren Verstorbenen gegenüber zu erfüllen. Es bildete sich daher vor einiger Zeit ein Comitv, welches im Westen der Stadt ein großes Grundstück zur Anlegung eines zweiten Friedhofes kaufte. Die Erwerbungs¬ und Herstellungskosten belaufen sich aus 125,000 fl., die durch Subscription aufgebracht werden sollen. Daß diese Summe bald zusammengebracht sein wird, unterliegt keinem Zweifel; über die Hälfte ist bereits eingegangen; die Rothschild s zeichneten über 12,000 fl. Der Vorsitzende des Comitös, Herr Eduard A. Beddington, der besonders thätig in dieser Sache und der erste Subicribent geweseiz, in ge lade gestorben, als