Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1872-12-18 · Heft 51 (18.12.1872) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 51 (18.12.1872)
Date
1872-12-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447551-2447601--11137-2466908
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

MDJahrgang. Beilage za Rr. 51 des Israelit. Leitender Artikel. NtUgiSst Aelkhruug im jöd. /amilirnkrcist. Nach dem Franzos, des B. Kosmann. XV. Die Tephillin. ypy p psebP vm *p> by omtrpi. Frage: Mein Vater! Welche Bedeutung haben die p'sn*? Antwort: Mein Sohn! Derjenige, welcher das Gebot der p>sn beobachtet, hat das Recht, darauf stolz zu sein, daß er sich bedeckt sieht von einem so ausgezeichneten Ehrenzeichen, daß er es wagen darf, eine so yochzuschätzende Decoration gegenüber dem Herzen und auf der Stirne tragen zu dürfen, wie auch der Prophet Jecheskiel spricht, D3ff*o by Dmeoi, „Eure Zierde ist auf Eurem Haupte," und es an einer anderen Stelle heißt, locnem *py eopj 'n dkt '2 p«n #»u bo „daß die Völker der Erde sehen werden, daß der Name Gottes über Dich genannt ist und sich vor Dir fürchten." Im Talmud i rp no-a wird erklärt, daß dieses auf die »eo bv pi»sn sich bezieht und wird dann weiter auseinander gesetzt, daß wir durch die p>E>n den Ruhm Gottes verkünden, moeo 'i ne*, und zwar dadurch, daß wir im yüw Seine Einheit manifeftiren, und daß Gott auch unseren Ruhm verkündet, -P, indem er sich über die Einzigkeit unseres Volkes in den Worten ausdrückt: pan ir,n >0 P«-,kv> -jdjd >v, „wer ist wie Dein Volk, Israel, ein einziges Volk auf Erden," und diesen Sinn will auch der Talmud mit dem Bilde ansdrücken, daß gleichsam Gott selbst p>sn lege mit der Inschrift lojD >v. daß eben ein gegenseitiger Bund zwischen Gott und Israel bestehe. Auf die Worte der heil. Schrift 2. B. M. Cap. 33, V. 23, 'in« n« reoi, „Du wirst meine Rückseite sehen," bemerkt der Talmud, daß Gott Moses bw ite-p p'ON, den Knopf der pb'vn gezeigt habe und wollte damit andeuten, daß Gott seinen Bund mit Israel durch das Zeichen der pb'vn geschlossen hat. Wir haben außerdem noch zwei andere Zeichen des Bundes: Die Beschneidung, wie es 1. B. M. Cap. 12, heißt: >23 n’-o nitO nvn, „die Beschneidung soll ein Zeichen des Bundes fein zwischen mir und euch," und den Sabbat, von dem es heißt: ni« Perne" p: >23 nbiyb «>n, „der Sabbat ist zwischen mir und den Kindern Israel ein ewiges Zeichen des Bundes". Aus allem Diesem ersehen wir die Wichtigkeit der p>an und daß derjenige, welcher sie nicht täglich mit Ausnahme der Sabbat - und Feiertage legt, gerade so handelt, wie wenn er die Einheit Gottes leugnete und den Bund, den Gott mit uns geschlossen, verachtet. In den ältesten Zeiten trug man die pb'LP den ganzen Tag. Um so mehr müssen wir, da wir durch unsere täglichen Beschäftigungen und durch unsere Stellung innerhalb der Nationen daran gehindert sind, darauf bedacht sein, während des Morgengebetes auf die angelegten p’sn unsere besondere Aufmerksamkeit zu richten und während dieser Zeit jeden profanen Gedanken zu entfernen. Wir müffen dafür besorgt sein, daß sie nach den Vorschriften unseres Gesetzes gefertigt und sie darum nicht von einem jeden beliebigen Manne kaufen , daß sie im guten Zustande seien, daß z. B. das Leder an der Außenseite immer schwarz sei und sie alle drei Jahre nachgesehen werden. Die t bv p’sn müssen gegenüber dem Herzen so zugezogen werden, daß sie nicht weichen können und die »en bv p>sn da am Kopfe angelegt werden, wo die Haare zu wachsen anfangen und nicht auf die Stirne. Man legt sie gegenüber dem Herzen und auf den Kopf, den Sitz der geistigen Kräfte, um damit anzudeuten, daß diese Theile, welche den Körper leiten, dem Dienste Gottes unterworfen sein mögen; wir legen sie auf den Arm, um damit zu erkennen zu geben, daß unserer Hände Arbeit rechtschaffen sei, und zwischen die Augen, uul damit zu zeigen, daß die Augen nicht die Vorläufer seien, die die Menschen zum Bösen führen. Ernste Pflicht des Vaters ist es, seinen Sohn mit dem Beginn des zwöften Jahres mit dem Gebote der p’Bn bekannt zu machen, sie dieselben schon 3 Monate vor seiner mso ~o legen zu lassen, damit er, wenn er religiös mündig geworden ist, im Stande sei, das Gebot des Tcphillinlegens nach Vorschrift zu vollziehen. Der Talmud erzählt, daß derjenige, welcher vup ohne p>sr» recitirt, ein falscher Zeuge gegen sich selbst sei und erläutert dies durch folgendes Gleichniß: Ein König hatte seinen tteuen Unterthanen befohlen, zu seinen Ehren eine gewisse Uniform zu tragen. Einerseiner Unterthanen, welcher diesen Befehl vernachlässigt hatte, stellte sich dem Könige vor, um ihm seine höchste Achtung zu bezeugen; es ist aber leicht begreiflich, daß er nicht empfangen worden und daß seine Worte nach seiner Handlungsweise als Falschheit und Lüge bettachtet wurden. Ebenso ist cs mit demjenigen, der die Einheit Gottes verkündet, ohne p’sn zu legen. Möchten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.