Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1872)
- Date
- 1872-12-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1058 wir daher Gott mit unser::: ganzen Herzen dienen, wie es in jjdk? nnd in den niedergeschrieben, damit wir würdig seien, täglich zu beten: Gelobt sei Gott, der Israel schmückt mit der Krone der p’sn. Zeitungsnachrichten und Korrespondenz en Deutschland. Aus Weftphalcn. Schon längst hätte ich Ihnen, geehrter Herr Redactcur, einmal wieder einen Bericht zukommen lassen, wenn in unserer Provinz seit meinem letzter: Schreiben sich auch nur das geringste Neue zugetragen hätte, was für die geehrten Leser Ihres Blattes von Interesse gewesen wäre. Oder soll ich Ihnen eine Schilderung der bei Gelegenheit der Synagogeneinweilmngen zu Hattingen und ombctn Orten stattgefundenen Festlichkeiten, wie Bälle, Concerte und dergl. liefern? Unterlasse ich cs lieber; derartige Festlichkeiten sind ja fast überall dieselben und kommen alle darin überein, daß sie gewöhnlich an p"ttf abgehalten werden, wo ein rate nicht vermieden werden kann. Ueberhaupt sind in jüngster Zeit in Westphalen so viele neue Synagogen zur Aufführung gekommen — auch in Levern , Reg. - Bez. Minden, wird jetzt eine solche in Angriff genommen — daß man denken könnte, es gäbe sich hier in religiöser Beziehung ein Umschwung zum Bessern kund, cs erstarke der so tief gesunkene religiöse Sinn. Doch dem ist in Wirklichkeit leider nicht so. Was nützt alte Opferwilligkeit bei Erbauung von Synagogen. was aller Pomp, wenn dieselben rwL'b na»o nicht besucht werden, was nützen selbst die im modernsten Style erbauten Synagogen, wenn, wie cs in vielen größeren Städten Weftphalens der Fall ist, mit Ausnahme der hohen Feiertage, kein po in denselben zusammengebracht werden kann? Ist es ja doch am verflossenen nm rujwin vorgekommen, daß man in D.d, einer Stadt von ca. 80 jüd. Familien, einen Fremden, der zufällig in der Nähe der Synagoge logirtc, zu mtpy pc herbeirufen mußte. Hier hat man auch am verflossenen ruiwi »ön den Muth (!) gehabt, den o»övd rin Valet zu sagen, doch noch nicht am O'-nvan vv, für welchen Tag man dieselben vollständig beibchalten hatte. In unserer Nachbargemeiude L. ist es am verflossenen -nj P Abende vorgekommen, daß die den Chor bildenden Herren und Damen vor dem icnDn! Posto gefaßt und statt des P ein — deutsches Lied gesungen hatten. Gebe Gott, daß es sich recht bald bessere! In Detmold ist vor einigen Wochen der sürstlichippe'sche Landrabbiuer, Dr. Fahr e u b a ch, nach langjährigen Leiden gestorben. An seinem Grabe sprach kein Rabbiner, einfach, weil — kein solcher zur Beerdigung erschienen war. Herr Lehrer Leseritz aus Detmold hielt die Grabrede. Auf Veranlassung der Regierung hat vor Kurzem in Detmold eine Versammlung der jüd. Deputirten des Landes getagt, um über die Wahl eines neuen Rabbiners zu berathen. Gcnnannter Herr Leseritz, der, wie wir nebenbei bemerken, ein tüchtiger Talmudist und auf streng orthodoxen: Standpunkte steht, trat als Bewerber des erledigten Rabbinats auf, ist aber, was wir von Herzen bedauern, nicht gewählt worden. Es wird auch vielleicht gar kein Rabbiner wieder eingesetzt werden, weil, wie viele Deputate behaupteten, der — Finanzminister dagegen sei. Doch, was sage ich, einer: Finauzmimster gibt es ja in Detmold nicht, und soller: wohl die Finanzer: des Landes danrit gemeint sein. M. Rosenwald, Lehrer. Königsberg, im November. Zum Behufe der Stadterweiterung bezw. Anlage einer neuen Straße wünschte der Magistrat ein Stück des israel. Begräbnißplatzes auzukaufen, der Vorstand der Synagogengemeinde schlug jedoch das Ansinnen ab. Der Magistrat beantragte nur: bei den Stadtverordneten die Zustimmung zur Einleitung des Erpwpriatiousverfahrens. Die israel. Mitglieder des Collegiums opponirten dem Anträge, weil es den: jüd Religionsgesetze und unseren Begriffen von Pietät durchaus widerstrebe, Leichen auszugraben und ihre Ruhestätte zu prosaniren, auch viele christl. Stadtverordneten unterstützten die Opposition, doch wurde der Magistratsantrag mit 2 Stimmen angenommen. Wie mar: vernimmt, wird der Vorstand die Sache bis zur höchsten Instanz verfolgen. (Hamagid.) Altona, 5. Dec. Bei der gestern stattgesnndenen Repräsentantenwahl erhielten die zwei von beiden Parteien ausgestellten Candidaten die meisten Stirnmen, und zwar die Herren Herrmam: He in: an:: 243 und Ruber: S. Er:gel 233; außerdem wurden 3 von der orthodoxer: Seite ausgestellter: Candidaten, närnlich die Herren Abr. Cohn mit 152, Moses Goldschmidt mit 149 und I. Fleisch mann mit 142 Stimmen, und 4 der liberalen Seite in Vorschlag gebrachte Candidaten , die Herren Jacob Bing mit 149, Martin Wiener 132, M. Li pp mann 126 und Bernhard Tobias mit 124 Stimmen gewählt. Gewählt hatten im Ganzen 255 Stirnmberechtigte. O e st e r r. - U r: g a r. M o u a r ch i e. Wien. Freiherr v. Königs werter hat anläßlich der Schlußstcinlegung desBlmden-Jnstitutes der Gemeinde von Heiligenstadt, auf deren Gebiet die Anstalt erbaut ist, 500 fl. als Beitrag zu dem ihr unerläßlich gewordenen Baue eines Armenhauses gewidmet.