Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1872)
- Date
- 1872-12-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1013 selbe concentrirt sich insbesondere auf den Religionsunterricht der Jugend, welcher außer ihm auch von dem sehr tüchtigen Lehrer und Vorsänger, Herrn Mayer, ertheilt wird. Mit welch großen Schwierigkeiten hier zu kämpfen ist, wird jeder Laie bemessen können, wenn er weiß, daß seit ca. 20 Jahren kein vwn, ja kaum hebr. Lesen gelehrt wurde, so daß bei Gründung der Religionsgesellschaft selbst erwachsene Leute zu Herrn Dr. Kahn kamen, um „oren" zu lernen. Solche Verhältnisse herbeizuführen, mußte von einer gewissen Seite dem hereinbrechenden Jndiffereutismus in religiösen Dingen geradezu in die Hände gearbeitet worden sein. Da sah man nicht nur unthätig zu, sondern legte Hand m i t an. um das Haus in seinen Grundfesten zu erschüttern und beit Einsturz zu beschleunigen. Dem ist nun ein widerstandsfähiger Damm entgegengesetzt, der nicht nur weiteren Verfall verhindern, sondern gewiß einen merklichen Umschwung zum Bessern eintreten lassen wird. Ein glänzender Beweis hierfür ist gewiß der Umstand, daß die Religionsgesellschaft bereits gegen 40 Familieuhäupter zählt und viele der der anderen Gemeinde Angehörigen ihre Kinder doch in die Schule des Herrn Dr. Kahn schicken, weit sie da etwas lernen. Ueberzeugtc sich Schreiber dieses doch selbst, wie Herr Dr. Kahn, selbst am o"'i nutp, größere, der Schule bereits entwachsene Jünglinge zu sich kommen ließ, um mit ihnen rutfai p-DS zu lernen. .Nun beabsichtigt die Religionsgesellschaft, welche augenblicklich nur ein Betlocal besitzt, eine neue Synagoge zu bauen, und sind hiezu bereits die einleitenden Schritte geschehen. Auch wurden zu gleichem Zwecke am vergangenen notDi nMi Feste beim Aufrufen zur heil. Thora namhafte Beträge gespendet. Gewiß ein Beweis von der Lebensfähigkeit der Gesellschaft; und da kann dem Bestreben der Vorwurf der Parteisucht sicher nicht gemacht werden, wenn man seiner Richtung so große Geldopfer bringt. Denn abgesehen davon, daß die Mitglieder dieser Gesellschaft an dem großen Budget der anderen Gemeinde mitzahlen müssen, besolden "sie ihre Cultusbeamten in anständiger Weise und scheuen auch die noch anderen Lasten nicht, die bei Herstellung der übrigen Gemeindeinstitutionen erwachsen. Wahrlich, jeder Badebesucher, der dieser Richtung huldigt, sollte das Bestreben der Israel. Religionsgesellschaft thatkräftig fördern helfen, insbesondere wenn er der Unbequemlichkeiten gedenkt, die nur das Koscheresseu früher verursachten , denen jetzt durch die auf Anregung des Herrn vr. Kahn errichtete Restauration Hirsch bergergründlich abgeholfen ist. Schließlich werde noch des harmonischen Einverständnisses zwischen Rabbiner und Gemeinde Erwähnung gethan. Da scheint auf beiden Seiten der Grundsatz feste Wurzel gefaßt zu haben, daß nur durch Eintracht und Friede der große Zweck vollkommen erreicht werden kann. Ein rein freundschaftliches Verhältniß waltet hier, und erleichtert Herrn Rabb. vr. Kahn die schwierigen Berufsgeschäfte einigermaßen. Möge es daher dieser lobenswertheu Gemeinde mit ihrem thätigen und thatkräftigen Rabbiner an der Spitze gelingen, das unter schwierigen Verhältnissen begonuene Werk auszuführen, und so allen in ähnliche Lagen versetzten Gemeinden als Muster voranzuleuchten und zu zeigen, was ernster Wille, Einigkeit und echte religiöse Begeisterung zu vollbringen im Stande ist. L. E. St. Lengsfeld im Großherzogthum Sachsen, im Nov. ”iy micn »je -iwn, so rufen und begrüßen die wahren nnn» unseres Landes den heutigen Tag, denn es ist Tag geworden bei uns. Nachdem 41 Jahre Nacht, ja sogar in.ni inn in religiöser Beziehung war, ist n"j>2 ein neuer, schöner, hellleuchtender Tag angebrochen, denn heute wurde Herr Or. Krön er, bisher Seminar-D rector in Münster, als Landrabbiner unseres Großherzogthums hier eingeführt, ein Mann, von dem wir erwarten können, rrtsyn ‘virrr, der seine Schuldigkeit thun wird. Denn er hat die Kraft und den Willen dazu, um die Stelle der früheren Inhaber dieses num eines -6»tcrr.öxn jjjo o» 2V2 '»j« 22D -ona Ppv und eines y'ä'Oopn ps»x '-1 f-iDv miD p 22D Q"2 und noch Anderer so viel als möglich auszufüllen. Hat er in seiner Antrittspredigt schon genugsam seinen Grundsätzen dadurch Worte gegeben, daß"er wvn nma« den Mann des unerschütterlichen Gottesbewußtseins und der wahren gesunden Menschenliebe als das wahre Vorbild des Israeliten und zugleich des des israelitischen Rabbinen darstellt, so liegt ihm unseres Wissens sehr daran, mm zu sein, indem er gerne in nJi?o unterrichten und belehren möchte. tök ntjn nw im. Ganz besondere Freude bereitete uns aber auch die Einführungsfeier durch die erhebenden Worte, mit welchen der Großherzogliche Ministerial - Commissär die Einführungsformel begleitete, worin er noch besonders hervorhob, wie sich die israel. Bürger des Großherzogthums der Emancipation würdig zeigen, und in den vergangenen Jahren besondere Beweise ihres Patriotismus gegeben hätten und daß Seine Königliche Hoheit der Großherzog gerne dem Herrn vr. Krön er nach in allen Fächern sehr gut bestandenem Examen die Stelle als Land- Rabbiner übergeben. Oe st er r. -Ungar. Monarchie. Wien. In Unter - St. Veit verschied am 15. November der Kaufmann Moritz Goldberger, der seiner Gattin, der Erbin seines großen Vermögens, die Verpflichtung auferlegte, aus feinem nachgelassenen Vermögen die namhafte Summe von 50,000 fl. zu wohlthätigen von ihm näher bezeichneten Zwecken zu verwenden. Neben einem Betrage von 23,800 fl., die verschiedenen itmr .... w '» '