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Der Israelit · 1872-11-27 · Heft 48 (27.11.1872) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 48 (27.11.1872)
Date
1872-11-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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999 chendsten Abschnitte sowohl wegen der religiös-nationalen Kämpfe dieser Heidenfamilie, als auch wegen der politischen Beziehungen ihres Vaterlandes zu Syrien, Aegypten und Rom, die wir aus den Berichten über jene Kämpfe kennen lernen. Judäa war damals in der Gewalt des syrischen Königs Antiochus IV. Dieser Fürst, nach der Schilderung jüdischer Schriftsteller ein abscheulicher Tyrann, vereinigte in sich ein seltsames Gemisch guter und schlimmer Eigenschaften, welches Livius, 41, 19 f. nach dem Vorgang von Polybius 26, 10. meisterhaft gezeichnet hat. Antiochus wollte nun bei der gar verschiedenartigen Bevölkerung seines Reiches und so auch bei der jüdischen doch einerlei Cul.us. den Zensdienft, einführen, wobei auch der polnische Beweggrund, daß die strengen Anhänger des Judeuthums von den ägyptischen Ptolemäern begünstigt wurden, mitwirkte. Zudem boten ihnr die reichen Schätze des Jerusalemer Tempels eine erwünschte Abhilfe aus der Geldverlegenheit, welche in Folge seines großen Kunstaufwandes, seiner Schwelgerei und des nachtheiligeu Friedens mit Rom, den sein Vater, Antiochus der Große, hatte schließen müssen, ihn drückte. Dieses Alles mußte endlich die auch anderswo thätige Reaktion des Orients gegen den einseitigen Hellenismus der Scleuciden in Judäa gleichralls zum Ausbruch bringen. Zu diesem kanl es bei Modin, einem an der von Jaffa nach Jerusalem führenden Straße gelegenen Dorfe. Hier lebte Mattathias, ein Mann aus priesterlichem Geschlecht und von einer zum Handeln ltuö Aufopferu entschlossenen, religiös nationalen Gesinnung und Vater von 5 gleichdenkenden Söhnen. Der Aufforderung von Antiochus, das demselben angenehme Opfer des.Zeus zu verrichten, leistete er nicht nur selbst keine Folge, sondern stieß auch den ersten jüdischen Opferer und den syrischen Ueberbringer des königlichen Befehles am Altate nieder und gab so über dessen Trümmer hin die Losung zu den Makkabäerkämpfen. Schon nach einjähriger Führung seiner immer zahlreicher um ihn sich scharenden Volksgenossen starb der würdige Priester unter Gebet und Vermahnung zu ritterlichem Ausharren. Nach seinem letzten Willen übernahm sein dritter Sohn Judas, zubenannt Makkabi, d. h. (feindezerschmetternder) Hammer^), daher Makkabäer, mit einem älteren Bruder Simon, jener ein ebenso tapferer Beter als glaubensinniger Kämpfer, wie dieser stark an Ralh war, den Oberbefehl und schlug ein überlegenes syrisches Heer bei Bethhoron j. Beit Ür im N.-Westen von Jerusalem, kraft des religiösen Enthusiasmus seiner Minderzahl. Mit Vortheilen in dem so begonnenen Kampfe wechselten aber auch Verluste. So starb namentlich in einem der folgenden Känrpfe Eleazar, ein Bruder von Judas, *) Bergt. den Beinamen des siegreichen fränkischen Vertheidigers von Europa gegen die Araber, Karl Märtel. den Heldentod und er selbst mußte in Jerusalem eine Belagerung aushalten. Zwar raffte er sich wieder auf; es begann zu leinen Gunsten die Einmischung der Römer^), welche sich das jüdische Ländchen als Ausgangspunkt zu Unternehmungen gegen die syrischen und ägyptischen Nachbarreiche gerne gefallen ließen. Noch einmal siegte Judas über die Syrer bei Bethhoron und wurde sofort mit der hohenpriesterlichen Würde geschmückt, siel jedoch vor dem Eintreffen des römischen Beistandes in ungleichem Kompfe gegen die feindliche Uebermacht auf der jüdisch philistäischen Grenze und wurde unter den gerechten Klagen seines verwaisten Volkes im väterlichen Erbbegräbniß zu Modin beigcsetzt. An seiner Statt von den jüdischen Patrioten zum Häuptling gewählt, konnte sein Bruder Jonathan, gleichfalls von Simon berathen, ihre Sache Anfangs nur vertheidigungsweise führen, verschaffte sich jedoch mittelst kluger Benützung syrischer Thronstreitigkciten die Würde eines Hohenpriesters und Statthalters von Judäa, wurde aber vom syrischen Heerführer Tryphon, welcher die Vereitlung seiner Anschläge auf die Krone der Seleuciden durch Jonathans Treue gegen die königliche Familie befürchtete, sammt seinen 2 Söhnen ermordet. Er wurde im Familieugrabe zu Modin beigesetzt, über welchem der allein noch überlebende Simon eine reichgeschmückte Gruft (s. unten) für Vater, Mutter, 4 vorangegangene Brüder und einstens auch für sich selbst zum Gedächtniß errichten ließ I. Makk. 13, 25 ff. Simon, schon unter feinen 2 Brüdern, wie gesagt, für der Juden Heil und Sieg mit Rath und Thal wirksam, war der Volksbeglückendste unter allen Makkabäern. Klug setzte er durch Befestigung mehrerer Städte die Vertheidigungsanstal.en fort, erweiterte die Landesgrenze durch Eroberungen im Norden und Westen, verdrängte die Syrer aus der so lange von ihnen besetzten Jerusalemer Burg Zion, sorgte für Gemeindeverwaltung und unparteiische Rechtspflege, für Anschaffung von Waffen- und Getreidevorräthen, für Gewerbe und Belebung namentlich des Mittelmeerhandels, besonders durch Eroberung von Joppe (j. Jaffa), erneuerte das wichtige römische Bündniß und wurde zum Dank für alle diese seine Verdienste von Priestern und Volk zum Hohenpriester und Erbfürsten ausgerufen. Die Führung eines abermaligen Krieges gegen die Syrer übertrug der greise Fürst seinen 2 Söhnen Judas und Johannes, welche den Feind in der Ebene unterhalb Modin schlugen und bis an die Meeresküste verfolgten. Drei Jahre später wurde er nach achtjähriger Regierung von seinem herrschgierigen Schwiegersöhne Ptolemäus sammt Frau und 2 Söhnen ermordet. Nur Einer entkam dem Mörder, **) lieber das Gesuch^um Freundschaft und Bündniß, welches Judas an die welterobernden Römer stellte, vgl. die lehrreiche Stelle 1. Makk. 8, 1 ff.

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