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Der Israelit · 1872-11-27 · Heft 48 (27.11.1872) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 48 (27.11.1872)
Date
1872-11-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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MMWWWWW 1000 nämlich Johannes Hyrcanus 1. Dieser verständigte sich mit dem Seleuciden Antiochus VII., welcher mild und hochherzig gegen den Vorschlag seiner Rathgeber, die Juden religiös und politisch zu vernichten, ihnen vielmehr ihre Verfassung und Johannes als Oberhaupt ließ, auch ihr bevorstehendes Laubhüttenfest durch Zusendung von Opfergaben ehrte. Johannes begleitete nun seinen syrischen Oberlehnsherrn auf dessen unglücklicher Heerfahrt gegen die Parther, — daher sein Beiname Hyrcanus, — von welcher nur er wiederkehren sollte. Noch bezwang er zwei alte Erbfeinde seines Volkes, die Samaritaner, deren Tempel auf dem Berge Garizim sammt ihrer Hauptstadt er zerstörte, und die Jdumäer in Südpaläftina, welche er zur Annahme von Beschneidung und anderen jüdischen Sitten nöthigte. Von ihnen sollte später das jüdische Volk in der Familie der Herodes eine neue Dynastie erhalten. Der älteste der 5 Söhne von Johannes I. Hyrcanus, Aristobulus I., nahm zuerst unter den Makkabäern das königliche Diadem an, aber mit diesem auch Herrscherargwohn und Eifersucht gegen die Seinigen. Der Wendepunkt des Heils der Makkabäerdynaftie und ihres Volkes war eingerreten: Brudereintracht und ftomme Hingabe an die Sache Gottes und seiner Verehrer, sieghaft in der größten Roth, hatte sie gehoben, Bruderzwiettachr und selbstsüchttge Verweltlichung im Gefolge des größten Glückes sollte sie stürzen und sammt der Einmischung der politischreligiösen Parteien der Pharisäer und Sadducäer und dem Buhlen um auswärtige Hilfe dem Untergange rasch entgegenzuführen. 137 Jahre, bis zu der Zeit, da ihr Erbe und Vertilger, der Jdumäer Herodes, der sogenannte Große, von den römischen Triumvirn Antonius und Octavianus die jüdische Königskrone erhielt, find die Makkabäer an der Spitze des jüdischen Gemeinwesens gestanden. Schließen wir unsere Besprechung ihrer Thaten und Leiden während dieser Periode mit einem Scheideblick auf ihre Familiengruft zu Modin. Die Ueberbleibsel sind in den letzten Jahren von 3 europäischen Reisenden , einem deutsch-n, dem Zürcherischen Prediger Furer, einem Engländer, Hepwort Dixon, und einem französischen Gelehrten Guerin ausgesucht worden, und letzterer hat Nachgrabungen daselbst veranstaltet. Diesen zufolge bestand die Gruft aus 7 Grabkammern mit 7 je auf dem Gewölbe eines Grabes in einer Linie stehenden Pyramiden. Zwischen den Trümmern benachbarter Araberhäuser befinden sich noch Stücke von Monolithensäulen, Reste des prächtigen Säulengangs, der einst die Vorderseite des Mausoleums geschmückt hat. Der Fußboden "der Gräber ist mit kleinen, zum Theil noch zusammenhängenden Mosaikwürfeln belegt. In einer der Grabkammern haben sich menschliche Gebeine vorgefunden. Nachdem die 7 Gräber ihre Leichname erhalten hatten, sind gewiß auch noch andere Todte als Verwandte der Makkabäer oder als Angesehene der Ortschaft Modin in der Nähe der großen Gruft beigesetzt worden. Was endlich das Verschwinden des Ueberbaus mit seinen Pyramiden betrifft, so bedenke man, daß solche Grabmäler, zumal so prachtvolle, wie die der Makkabäer, als eine Art von Schatzkammern jederzeit von Raublustigen angesehen wurden. ANZEIGEN. Beitritts - Anmeldungen, Spende» und Beiträge für den isr. Verein zur Colonisirung Palästina's — pn« rnnn — werden jederzeit vom Schriftführer L. S« Skutfch m Frankfurt a. M. entgegengenommen. Religionslehrer- und Vorsänger- Gesuch. Die Gemeinde Kochendorf sucht per 1. Januar 1873 einen Religionslehrer und Vorsänger, welcher auch den Religionsunterricht in Oedheim und Neckarsulm wöchentlich 2 Mal mit je 2 Stunden zu ertheilen hat. Gehalt 475 fl. p. a. nebst freier Wohnung und Emolumenten. Qualifizirte, unverheirathete Bewerber wollen ihre Zeugnisse franco dem Unterzeichneten einsenden. Heilbronn a. d. N., 19. Nov. 1872. Das K. Württemb. Bezirks-Rabbinat: Dr. M. Cngelberl. wird in eine große Stadt am Rhein ein ordentliches isr. Mädchen in eine kleine Haushaltung von nur zwei Personen gesucht. Dieselbe muß vor Allem religiös und proper sein, gut kochen können und auch gewöhnliche Hausarbeit verrichten. Gute Zeugnisse sind erforderlich. Anmeldungen sind an die Exped. d. Bl. sub Nr. 2440 zu richten.

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