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Der Israelit · 1872-11-27 · Heft 48 (27.11.1872) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 48 (27.11.1872)
Date
1872-11-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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998 Sowie man die Trauben unter den Sonnenstrahlen zerstreut, d. h. ste so legt, daß die Sonnenstrahlen auf sie einwirken können, damit sic sich gut erhalten und daß man sie nach einer gewissen Zeit in gutem Zustande wieder einsammeln kann, ebenso ist das zu einem Weinstock verglichene (ansao y’Dn jm) Israel unter allen Strahlen der Sonne, d. h. nach allen Himmelsgegenden, zu seinenr eigenen Besten zerstreut worden. damit cs nach einer gewissen Zeit wieder versammelt werde, wie sich auch der Prophet Jeremias ausdrückt: m:o mp nj/na nse/i usap’, „Gott, der Israel zerstreut hat, wird es auch wiederum sammeln und es hüten wie der Hirte seine Schafe hütet." Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Darmstadt. Es ist ein Jahr her, seitdem unser Herr Rabb. Dr. Marx die Anregung zur Gründung eines Vereins gegeben hat, der den Zweck hat, allen jüd. Soldaten Hessens, wo sie auch innerhalb des Großherzogthums in Garnison liegen mögen, Koscherkost zu verschaffen. Der Verein hatte sich sofort constituirt und wirkt seit 11 Monaten in segensreichster Weise und hat damit seine Lebensfähigkeit beurkundet. Wir waren so glücklich bis jetzt jedem Soldaten, der darum nachsuchte, rituelle Kost verabreichen zu können Natürlich ist dadurch die Casse sehr erschöpft worden und steht uns, wenn wir in gleicher freigebiger Weise fortfahren, ein Deficit bevor; eine Befürchtung die unmöglich wäre, wenn sich alle Landgemeinden unserem so wahrhaft nothwendigen Verein angeschlossen hätten. Ja selbst diejenigen, die Mitglieder sind (wir meinen die aus dem Lande) — und die Zahl ist eine verhältnißmäßig sehr geringe — zahlen so kleine Beiträge, daß es fast eine Schande ist. Wäre die Religionsgescllschaft in Darmstadt nicht mit hochherzigster Opfersreudigkeit für die hl. Sache eingetreteu, — der Verein würde jetzt schon aufgelöst sein. Jndeß kann dieser Gemeinde, die für sich noch viel zu leisten, zu walten und zu schaffen hat, nicht zugemuthet werden, daß sie, die dazil weder irgend eine Verpflichtung, noch einen Vortheil davon hat, länger ihre Mittel für die hinzugcben, die, obwohl nur zu ihren Gunsten der Verein entstanden, selbst nicht einmal die geringen Opfer zu bringen sich entschließen können. Das leitende Comitö hat nun, um dem Verein seinen Bestand zu sichern und ihn vor Mißbrauch zu schützen, seine Thätigkeit einschränken zu müssen geglaubt und zu dem Beschluß sich genöthigt gesehen, daß in Zukunft nur Söhne von Vereinsmitgliedern Anspruch auf -ibo Kost machen können. Damit nun' Jedem die Möglichkeit an die Hand gegeben ist, den Vortheil, den der Verein gewährt, zu genießen, legen wir die Mitgliederliste noch 1 Wochen auf, und ersuchen alle Diejenigen, die noch treu dem jüd. Gesetze, durch Zeichnung eines monatlichen Beitrags sich dem Verein anzuschließen. Wer aber in diesen 4 Wochen sich nicht als zahlendes Mitglied ein zeichnet, zieht sich den Nachtheil zu, erst nach 3 Jahren das Beneficium des Vereins genießen zu können. Mögen die Vorstände der jüd. Gemeinden die Sache in die Hand nehmen und recht bald dem Comitö in Darmstadt von ihrem Erfolge Mittheilung machen Es ist sehr zu wünschen, das Keiner zurückstehe. Wir tragen die große und schwere Verantwortung. wenn unsere Söhne und Brüder, die sich freudig um das deutsche Banner schaaren, vom jüdischen Gesetze fahnenflüchtig werden. R u m a n i nt. Bukarest. Dem „Pefth. Lloyd" wird von hier berichtet, daß zwei christliche Geistliche, wovon eiltet* Missionär ist, für 6 kleine isr. Kinder, deren Mutter schon längst tobt, und deren Vater und älteste Schwester jüngst ermordet wurden, milde Gaben sammeln. Sind denn in Bukarest nicht noch einige wohlhabende Glaubensgenossen, die die Kleinen in's Hans nehmen könnten, daß sie den Händen der Missionäre entzogen werdend Aber jedenfalls ist es Pflicht des isr. Vorstandes, für diese unglücklichen Waisen zu sorgen. Rußland. Durch Verfügung des Ministers der öffentlichen Aufklärung werden die Schulbehörden im Königreich Polen ermächtigt, die die christlichen Schulen besuchenden jüdischen Saiüler am Sabbat und an den größeren jüdischen Feiertagen auf den Wunsch ihrer Eltern vom Schulunterricht zu entbinden. Feuilleton. Die Makkabäer, ihre Kämpft und ihre Familiengruft. In der denkwürdigen Geschichte des jüdischen Volkes bildet die Zeit der Makkabäer einen der anspre-

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