Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1872)
- Date
- 1872-11-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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972 Ankauf der alten Kleider empfahl. Seine gute Vorbildung war jedoch nicht für ihn verloren, im persönlichen Verkehr mit dem Manne merkte man nichts davon, daß seine Geschäfte ihn zu den komischen Figuren Berlins hatten zählen lassen. Uebrigens sei ihm nachgerühmt, daß er ein überaus wohlthätiger Mann war, der viele Arme weit über seine Kräfte unterstützte. Viele Jahre fungirte der Verstorbene als Synagogenvorfteher des Bcthamidrasch und verwaltete mit seltener Hingabe das Amt der „Plettaustheilung" an die zahlreichen, meistens polnischen Armen. Nachdem das Berliner officielle Judenthum in das Fahrwasser der Reform eingelaufen war, war Scholem n"y einer der Ersten, die sich der orthodoxen Separatgemeinde unter Dr. Hildesheimer '"2 anschlossen, dessen treuer Anhänger er bis zu seinem Lebensende geblieben. n«yv'.2"n. Berlin. Die Frage über die Gleichberechtigung des jüdischen Religions-Unterrichtes an den höheren Lehranstalten und insbesondere über das Cenfiren dieses Unterrichts auf den Zeugnissen der jüdischen Schüler, in welcher Angelegenheit noch im vorigen Jahre eine motivirte Eingabe des Rabbiners Dr. Schwarz in Cöln dem Cultusminister Mühler vorgelegt, aber von demselben nicht mehr beschieden worden war, hat nun ihre Lösung gefunden. Der Minister der geistlichen Angelegenheiten , Herr vr. Falk, hat nämlich, wie die „Mittelrh. Zeitung" berichtet, nach Rawicz aus eine ähnliche Vorstellung refcribiren lassen, „daß es der Herr Minister nur für angemessen halten kann, wenn Petent in seiner Eigenschaft als jüdischer Religionslehrer der Realschule bei Feststellung der Censuren der jüdischen Schüler dieser Anstalt zugezogen wird und nichts dagegen zu erinnern hat, wenn derselbe die betreffenden Censuren an letzter Stelle mit dem Beifügen „jüdischer Religionslehrer" mit unterzeichnet." Hamburg, 4. Nov. Der neue Anbau der Talmud-Thora-Schule für Herrn Sally Lewisohn's alleinige Rechnung zum Andenken an feine vor 10 Jahren verstorbene Tochter erbaut, wurde am Dienstag d. W. von demselben der Schul-Direction übergeben. Zugegen waren der vom Vorsteher-Collegium der Israelitischen Gemeinde deputirte Herr Nathan Levy als Präses der Schule, der Herr Oberrabbiner, die Vorsteher der Schule, die Gattin des edlen Gebers und dessen nächsten Verwandte. Herr Lewisohn sprach in kurzen Worten seine Freude darüber aus, daß es ihm bei Lebzeiten vergönnt sei, ein so segensreiches Werk vollführen zu können, er gedachte dabei seiner verstorbenen Tochter, zu deren Andenken das Gebäude gestiftet worden, und schloß mit dem Wunsche, daß das Institut auch ferner gedeihen möge. Hierauf sprach Herr Levy demselben den Dank des Gemeinde-Vorstandes, der Schul-Direction, wie auch den Dank der ganzen Gemeinde aus, dem sich der Ober- Rabbiner in einer längeren Ansprache anschloß. Die Einrichtung des neuen Gebäudes ist eine in jeder Beziehung zweckmäßige und practischc. Altona, Noch ist das Trauerjahr um unfern unvergeßlichen Oberrabbiner vpi' 'ino j;wn b"i nicht zu Ende, noch ist die uns durch diesen Verlust geschlagene Wunde nicht vernarbt, und schon wieder hat unsere Gemeinde, und mit ihr einen unersetzlichen Verlust zu beklagen. pan 'ino nann pnan ann ist leider plötzlich in der Nacht zum rpffcna naip in ein besseres Jenseits abberusen worden. Unser Schmerz ist noch ru neu, wir vermögen noch kaum die Größe unseres Verlustes zu erfassen, und müssen daher unseren Bericht auf wenige Worte beschränken. Wie das ganze Leben des Verewigten nur aus moy min basirt, wie sein ganzes Streben stets ein ’Vn v« manpnn war, so war auch sein Hinscheiden im wahren Sinne des Wortes eine np^tsu nn’o, nachdem er kaum eine Viertelstunde vorher über Unwohlsein geklagt und die Kinder hatte vor sein Bett rufen lassen, u. A. auch seinen Sohn, Herrn vr. Holländer, der aus Hannover zum Besuch eingetroffen war, und in dessen Armen er seine Seele aushauchte. Niemand vermag die Bestürzung und die Trauer m schildern, die sich Aller bemächtigte, als sich ftüh Morgens die Trauerkunde verbreitete. Wer nicht den Verewigten gekannt, wer nicht sein immenses rvs'in pn"ina mtt’pai zu schätzen wußte, wer nicht seine seltene nnD&ro monn, sein unermüdliches Lernen mit den O'i'vdn sah, der weiß nicht, was wir, was '"a verloren. Die Betheiligung beim Begräbnisse war eine sehr große, und zeigte sich hier so recht die allgemeine Theilr.ahme. Auf dem j'vvy rv>a hielt der Schwager des Verewigten pan apy» 'ino nsn p"oi pnn, mit dem gemeinschaftlich der Verstorbene vor Jahren als Knabe schon das elterliche Haus verlassen hatte, um nach Preßburg zu wandern, eine für die damaligen Verhältnisse, wo uns noch nicht die jetzigen Verkehrsmittel zu Gebote standen, ungeheure Reise, um dort 12 Jahre lang aus dem unerschöpflichen Borne ihres großen Lehrers, des isiv Dnn, ihren Wissensdurst zu befriedigen, einen ergreifenden ison, der kein Auge thränenleer ließ, worauf noch der Sohn des Verewigten, der erwähnte Herr vr. Holländer, mit vor Thräncn erstickter Stimme einige Worte sprach. Der Allvater droben, der da Wunden schlägt, aber auch heilt, Er möge den trauernden Hinterbliebenen Seinen himmlischen Trost senden, Er möge auch uns Seinen Beistand verleihen, auf daß unsere Gemeinde, die von jeher eine oxi -py war, auch in Zukunft sich dieses Rufes würdig zeigen, damit es auch ferner heißen könne, psrr nun man y>ia»i. min wan hdo »a.