Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1872)
- Date
- 1872-10-30
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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931 . than Eigenes als Erklärung der herangezogenen Stelle gibt: ausführlicher spricht sich der Vers, darüber in der Einleitung aus und citirt daselbst einen Ausspruch des R. Nathan, der ihn vor dem Verdacht des Plagiats schützt, da dieser im Allgemeinen bemerkt, daß er Vieles Anderen entnommen und bei seinen Lesern voraussetzt, sie wüßten, daß er namentlich die Werke des R. Chananel fleißig benutzt habe. Feinsinnig ist die Bemerkung, die der Vers, schon in dem ersten Theil seines Werkes gemacht hat, daß der Vers, des Aruch oft statt des Ausdrucks p2iu bm sich der Worte t?iD2 tv\ bedient, wie z. B. S. 6 b. Doch will es uns nicht bedünken, als ob das o"' S. v. 76122 auch statt stehe, wie der Verf. es für „möglich" hält. Wir stellen zum bessern Verständniß die ganze Stelle hierher: S. 4a: 71^1222 D'JITI pNBT D’piDJ? 0'27IB7 Dlp22 '’Ö D’JI 712 p*W '’B pi 712 7111222 Pp2p NP2 12") NPl 2 «7 y'122 □c? itpjti ab 12 '2112 pi 712 pxs? □«? 711122 11 'np2 .□’n t6>2 nt?i2 D’tsnDD L"1 p22 1211? In der Note spricht der Verf. die Vermuthung aus, daß auch dieses 2"' als 2"' aufzufassen sei, so daß Einige gelesen hätten 2'2i 62 7111222, wie R. Chananel in seinem Commentar zu Pesachim 119 a. wirklich angibt; dagegen ist aber einmal zu erinnern, daß in diesem Falltz der Verf. des Aruch nicht das erklärende ni£n2, sondern die wirkliche Variante 7111222 angegeben hätte, und zweitens, daß diese Worte nach ypip hätten stehen müssen und nicht durch die Erklärung des zweiten Talmudausspruchs pi 712 p«» ."111222, von der oberen Stelle, zu welcher sie alsdann doch gehört hätten, hätte getrennt sein dürfen. Wir haben es vielmehr hier nnt einer zweiten, und zwar sinngemäßeren, Erklärung der Worte pi 712 pap 7111222, so wie Tosaphot zu Pesachim 119 a. diese Stelle auffaßt, „wie ein Netz, aus welchem > die Vögel entwischen konnten, nachdem sie vorher das als Lockspeise darein gelegte Korn aufgezehrt haben", j Allerdings müssen wir dann das dpi in pi amenj diren. ' Zu S. 14 a. not. 19, daß 7U’i2 öfter in der! Bedeutung „Stadt" Vorkommen, bringen wir hier noch einige schlagende Beweisstellen: Midr. Schocher Tob Cap. 15, Schlagw. 11)' '2 lesen wir: ’Ji’y1? 1211 7UH2P DJ2J nitu? , hier ist der 21’y, der Kleinstädter, auch vielleicht Dörfler, der in eine große Stadt kommt; ebenso in der jüngst von Taussig herausgegebenen Abschrift einer Münchener Handschrift des pj 'n nox S. 39: m’i2 222 nri2iK/o □,Wn’ cr-oi 'o.*) In der Einleitung verbreitet sich der Bert, über die Lehrer des R. Nathan, wie über alle die Autoren, welche derselbe in seinem Werke benutzt hat, genau die *) Ueberhaupt kommt in Midr. Schocher Tob und Pesikta das Wort meist in der Bedeutung für „Stadt" vor. Stellen angebend, in welchen dieselben im Aruch citirt werden. Der Verf. macht darauf aufmerksam, daß sämmtliche Erklärungen, die R. Nathan im Namen seines Bruders R. Daniel anführt, nur dem Abschnitt Seraim angehören, woraus zu schließen, daß er nur diesen Tractat unter Anleitung seines Bruders ftudirt habe. Ferner wird erwiesen, daß die Erklärungen, die als p«n '*s angeführt werden, aller Wahrscheinlichkeit nach nur R. Hai angehören. Daß unsere Aruch - Ausgaben nicht vollständig sind, wird durch Belege aus älteren Autoren erhärtet. Endlich nimmt der Verf. noch Gelegenheit, die späteren Herausgebern angehörenden Ortsangaben der Talmudcitate insoweit zu berichtigen, als es bis jetzt noch nicht geschehen ist. Möge der wackere Verf. uns bald mit der Fortsetzung seines Werkes erfreuen, das einen so gediegenen Beitrag zur Texteskritik des Aruch liefert, und welches wir allen Freunden der jüdischen Literatur auf's Wärmste empfehlen. Frankfurt a. M., im September 1872. vr. A. Sulzbach. □'1212 7>2't>2 Beiträge zur jüdischen Schriftauslegung im Mittelalter, nebst Midrasch über die Gründe der defectiva und plena nach handschriftlichen Quellen. Herausgegeben und näher beschrieben von I)r. A. Berliner. (Schletter'sche Buchhandlung.) Vorliegende Schrift enthält die Resultate einer Durchforschung von 30 Handschriften, abseiten des durch seine vielfachen wissenschaftlichen Arbeiten rühmlichst bekannten Verfassers, nebst einem Beitrage Steinschneiders, über die Supercommentare zu Jbn Esra's Pentateuch. Das Buch besteht aus sieben hebräischen und ebenso viel deutschen Abtheilungen, die folgende Themate besprechen. Die erste Abtheilung. Excerpteaus zwei italienischen von Binjamiu i'uu glossirten, anonmnen Handschriften enthaltend, erklärt die ersten sechs Capitel der Genesis. Die Annahme, daß dieser Glossator mit dem im Anfang des 14. Jahrh. zu Rom lebenden Benjamin ben Jehuda X"271 t '2x rv22 1^2,1), welcher vorzüglich die Schriften seines älteren Zeitgenossen Jesaja ben Mali aus Trani glossirte, möglicherweise identisch sei, läßt den gelehrten Herausgeber vermuthen, daß die zwei erwähnten italienischen Manuscripte, den genannten Jesaja zum Verfasser haben. Die zweite Abtheilung enthalt einen anonymen Commentar zu den vier ersten Capiteln des Deutronomium, aus der hiesigen königlichen Bibliothek. Der Herausgeber nimmt in der hebräischen Abtheilung (S. 6) R. Samuel ben Meir (22271) als Verfasser an, während er sich auffälligerweise in der deutschen Abhand-