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Der Israelit · 1872-10-30 · Heft 44 (30.10.1872) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 44 (30.10.1872)
Date
1872-10-30
Page
– (sequence 20)
Language
German
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932 # lung (S. 17) für Joseph Kara. einem späteren Zeitgenossen Raschi's, entscheidet. Dieses kleine Versehen, das bei der Gediegenheit der ganzen Arbeit kaum auffällt, mag wohl in der Entfernung des Herausgebers vom Druckorte seinen Grund haben. Was den schriftlichen Nachlaß des von Zunz erst von den Todten erweckten Joseph Kara betrifft, so hat die dritte Abtheilung der vorliegenden Schrift hier manches Dunkel gelichtet, indem sie manches von Geigers „Divinationsgabe" angezündete Lichtlein verlöschte, und besonders indem sie alles als sicher von Kara stammende Bekannte zusammenstellte. Auch die Behauptung Geigers (Parschandatha S. 33), daß die Bekanntschaft mit den Werkel: der alten nordfranzösischen Schule ganz und gar mit dem 14. Jahrh. schwinde, wird am Ende dieser Abtheilung durch Quellenangaben schlagend widerlegt. Die vierte Abtheilung macht uns mit den aus verschiedenen Handschriften gesammelten Resten einiger weniger genannten Exegeten bekannt, deren Schristerklärung sich durch eine nüchterne sachgelnähe Auffassung auszeichnet. Es werden genannt Jsak der Proselyt -,37; pn^1, wofür Herr Dr. Berliner "ij" (Ungar) lesen will, da die Erscheinung eines Proselyten als Schriftexegeten immerhin auffällig ist. Schließlich wird noch in dieser Abtheilung eine von Gabirol dem Saadia entnommene Erklärung zu Exodus 6, 3 aus eoä. Halberstamm Nr. 16 mitgetheilt, die übrigens schon, wenn auch weniger ausführlich, von Jbn Esra zur Stelle, in Saadias Namen , angeführt wird. Doch liefert die Handschrift durch die Schlußworte jn’ nir~.cn iddi einen neuen Beweis für Luzzatto's und Pinskers Annahme, daß Saadia Verfasser einer größeren lexicalischen Arbeit — genannt mrncn — war. Ueber Saadias Leben selbst bereichert uns die folgende Abtheilung (S. 29—35), welche sogenannte o’mzpi -enthält, um ein neues bis jetzt unbekanntes Faktum. (Nr. 8.) Diese Abtheilung bietet überhaupt viel Interessantes, und liefert einen schätzenswerthen Beitrag zur Geschichte der Religionsgespräche. Die mitgetheilten Auszüge sind aus einer nivipbetitelten Handschrift (Cod. Mon. Nr. 252) eines Franzosen des 15. Jahrhunderts entnommen. Von Nathan, nach Grätz vor 1200 lebend, werden (Nr. 1, 3, 4, 7, 9, 11, 12, 14, 15, 18) Unterredungen mit dem Erzbischof von Melun in Gegenwart des Erzbischofs von Sens und 9 anderen Geistlichen, ferner mit dem Papste, nach Grätz (VI. 170) Alexander III., in Gegenwart des Königs Ludwig und des Erzbischofs von Sens, mit Hyronimus und dem Beichtvater der Königin mitgetheilt. Es werden ferner Unterredungen mitgetheilt zwischen Joseph, einem Sohne Nathans (Nr. 5) Meir ben Jecheskel und einem Apostaten, sowie zwischen Abigedor ben Jsak, Jechiel und Jsak und dem Kanzler von Paris, und eine Unterredung des Rabenu Tarn mit dem Grafen von Champagne (Nr. 21). Die Handschrift enthält (Nr. 50) außerdem eine Unterredung, eines Jsak mit dem Papste in Rom, die aber in vorliegender Schrift nicht mitgetheilt ist. Voll wesentlichem Interesse für die Texteskritik ist die VI. Abtheilung, die den Midrasch über die Gründe der äekeotiva und plena nach Cod. Man. Nr. 33 enthält In diesem bisher unedirten Midrasch, den auch msDin zu Berachoth 34 a. Schlagw. njy* unter dem Namen nn\n nnorj 'vyu Brno citirt, sind vorzüglich die Gründe über die vollen und mangelhaften grammatischen Formen in der Schritt gesammelt, wie sie zun: größten Theil im Talmud und in den Midraschim zerstreut an vielen Stellen angegeben werden. Mit sehr anerkennenswerther Sorgfalt hat Herr 1)r. Berliner den vorliegenden Text nach anderweitigen Quellen gesichtet und ergänzt, und bei dieser Gelegenheit eine selteile Belesenheit an den Tag gelegt, deren hier niedergelegtes Resultat nicht verfehlen wird, zu weiteren diesbezüglichen Forschungen anzuregen. Die Arbeit schließt mit einem Supercommentare Gabirols zu der symbolischen Auffassung des Paradieses (Genesis 2) von Jbn Esra, mitgetheilt nach einer Münchener Handschrift und mit anderen Manuscripten verglichen, von Herrn vr. M. Steinschneider. Eine richtige Würdigung dieser Arbeit setzt ein genaueres Eingehen in die weitverzweigte Literatur dieses Gegenstandes voraus, was hier zu weit führen würde. Um den Gebrauch der vorliegenden Schrift zu erleichtern, ist noch ein sehr übersichtlich geordnetes Register der erläuterten Schriftverse und der behandelten Materialien beigefügt. Der Wunsch, die Leser des „Israelit" möglichst bald mit dieser neuesten Arbeit des Herrn vr. Berliner bekannt zu machen, hat mich für diesmal verhindert, näher auf dieselbe einzugehen; doch behalte ich mir vor, den erwähnten nnmi nnon '2yv tsmo in einem besonderen Aufsatze gelegentlich n zu besprechen. Berlin, 4. Tischri 5633. Ehrmann. Verantwortliche Redaction: Dr. Lehmann. — Verlag der Le R0ur'schen Hofbuchhandlung. Z. Gottsleben's Such- und Steindruckerei in Mainz.

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