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Der Israelit · 1872-10-30 · Heft 44 (30.10.1872) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 44 (30.10.1872)
Date
1872-10-30
Page
– (sequence 18)
Language
German
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930 mehr als drei stellen. Herr Bril glaubt nun, daß R. Simon b. N. Mr "die Stellen der Misch nah aufzählt,, wo unsere Weisen wn sprechen. Rabenu Me'r'r tritt jetzt in Correspondenz mit R. Schamschon; erwiderlegt manches in seinem ersten Brief §tti Geantwortete, worauf R. Sch. nur eine einzige ache beantwortet, die übrigen ihm vorgelegten Fragen kottnre er wegen der allzugroßen Mühe, die ihm diese Correspondenz verursachte, nicht beantworten. Ueber diesen Brief schien R. Meir erzürnt zu sein, denn er schrieb noch einmal eine Erwiderung auf das ihm Beschiedene, worauf er keine Antwort bekommen zu haben scheint. Dieses wäre nun das wichtige Werk, das sowohl inhaltlich als formell so sehr bedeutend und musterhaft ist., daß es den jüdischen Gelehrten empfohlen werden kann. Zu den Vorzügen des Werkes kömmt noch, daß der Herausgeber selbst viele wichtige Anmerkungen und eine in dem ihm eigenen meisterhaften Styl, seine eigene Situation während der Belagerung der Stadt Paris beschreibende Einleitung vorausgeschickt, wofür ihm die vollste Anerkennung gebührt. vr. T. i"n"n"3 npbip pnd nD"i3 'dd Py ’jnyn "pdP p?d ll"PjniySDND V'V'j 'W.-> 3H plUP 'i."0 P"d"P 2"b"p"p Limud Haaruch auf Tractat Berachoth von Salomon Bambergcr, Stiftsrabbiner in Sulzburg. Frankfurt a. M. 5632 (1872). V. 72 S. 8». Der strebsame und gelehrte Vers, gibt uns mit vorliegendem Werke den zweiten (jedoch vorn ersten unabhängigen und selbstständigen) Theil eines größeren Werkes, das er nach und nach zu veröffentlichen gedenkt, in die Hände. Derselbe hat cs sich zur Ausgabe gestellt, die lexicographische Arbeit des Vers, des Äruch, R. Nathan, auf die einzelnen Tractate zu vertheilen, so daß das in Aruch zerstreut liegende Material gleichsam zu einem zu jedem Tractat fortlaufenden Commentar sich gestaltet. Bereits vor mehreren Jahren ist der Theil zu Tractat Sabbat erschienen, der sich der günstigsten Beurtheilung und Aufnahme von Seiten der Fachmänner zu erfreuen gehabt hat. Die Gründlichkeit des Verf. gestattet ihm aber nicht, sich nur mit der Wiedergabe der betreffenden Aruchstellen zu begnügen, sein kritischer Blick und seine staunenerregende Belesenheit auf dem ganzen weiten Gebiete der talmudischen Literatur, versteht es, mit feinem Spürsinn zu sichten und mit richtigem Tacte Fehler, die sich eingeschlichen, zu verbessern, wie die Noten es hinlänglich bezeugen. Dieselbe Gediegenheit, die den ersten Theil auszeichnet, gibt sich auch ini vorliegenden zweiten Theile kund, der noch durch eine allgemeine einleitende Abhandlung über den Aruch, wie auch durch einige Randnotizen des gelehrten und berühmten Vaters des Verf-, bereichert ist. Eine dieser Bemerkungen zeigt so recht schlagend, wie vorsichtig man in neuen Worterklärungen fein muß, wie es nicht ein sogenannter guter Einfall allein thut, sondern man genau abzuwägen habe, bis man eine von den Alten gegebene Erklärung verwirft, um an deren Stelle eine neue zu setzen. Sachs P"i geißelt einmal recht trefflich die Erklärungsweise der Kirchenväter. die oft die rabbiuischen Erklärungen verwerfen, weil sie rabbinisch sind, es geht aber jetzt manchen jüdischen „Theologen" nicht besser, die rabbinische Erklärungsweise muß ä tout prix unwissenschaftlich sein, und da man nun gern durch Wissenschaftlichkeit glänzen und den Ruhm, originell zu erscheinen, sich erwerben möchte, so wird die Welt mit neuen Entdeckungen beglückt, während man sich doch sagen sollte, daß eine neue Erklärungsweise erst dann berechtigt ist, nicht sobald sie schön klingt und vielleicht Manches für sich hat, sondern erst dann, sobald die alte sich als durchaus falsch erweist. Das ist die Forderung, die die Wahrheitsliebe und die wahre Wissenschaft an jeden Forscher stellt. Doch nun zur Sache! Das bekannte x:\nD wird von R. Nathan sowohl als auch von Raschi von?'jn „gewöhnt sein" ab« geleitet, dazu bemerkt nun der Würzburger Rabbiner i"-'/'}, daß ein neuer Erklärer, entgegen der hergebrachten Erklärungsweise, dieses Wort mit' fpp:no, Perle, zusammenstelle, so daß eine ethische Lehre, eine Moraljentenz, als „edler Spruch" bezeichnet werde, den dieser oder jener Lehrer beständig im Munde geführt habe. Das klingt nun recht hübsch, ja sogar poetisch, wenn die Erklärung nur wahr wäre! Doch erstens heißt «pmo nicht Perle, die chaldäische Form ist vielmehr Nnvjno, und zweitens lesen wir Sebachim 36 m~i 'wsd n^id xpttf mm ’Dmi nPsnn xPtp nos -uso coj’n ->"2 ’on n*i3U3 Q'L'D jrrPy j'2"P. io*nn; in diesen Worten steckt doch aber nichts von Moralsentenz oder Ethik, daß dieser Ausspruch als „Perlspruch" bezeichnet werden könnte. Ebenso ist Synhedrin 5)0 b: pni’ 'm 'misu rp'pDD nnj'W ra nomvcn myj auch keine Sentenz allgemeinen moralischen Inhalts. Vorsicht ist also bei jedem neuen Erklärungsversuche anzurathen. Gehen wir nun zum Werke selbst, und was der Vers, geleistet hat, über. An der Hand von Citaten aus dem Aruch, wo solche sich in den Schriften älterer Autoren finden, gelingt dem Verf. manche treffliche Emcndation, wie z B. das S. v. im in allen Ausgaben sich vorfindende ipdd ysoxo jn:p npp, das absolut keinen Sinn gibt; durch Heranziehung der älteren Autoren, die diese Stelle citiren und statt trco das Wort pjpd haben, erhalten wir für dieselbe das richtige Verständniß (S. 5a.). Daß der Verf. des Aruch den Commentar des R. Chananel fleißig benutzt und viele Stellen aus demselben ohne Namennennung ercerpirt hat, wird trefflich nachgewiesen und gezeigt, wo R. Na-

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