Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1872)
- Date
- 1872-10-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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917 mehr. Trotz der außerordentlichen Schwäche war der Geist des ddu noch stundenweise klar. Am Vormittag sprach er noch ziemlich deutlich die Worte „02,2 D^yw 12" und etwas später rief er seinem am Bette stehenden Sohne und Schwiegersöhne, Herrn Benjamin Hirsch ‘w ganz vernehmlich die Worte zu: „Eine andere Welt geht jetzt auf!" Der Tag neigte sich zu Ende, alle 02 K22n und viele zum Theil aus der Ferne herbeigeeilte Freunde waren um das Lager des so früh Vollendeten versammelt, .jeden Moment des fürchterlichen Ereignisses gewärtig. Doch der 2i^*r i"2 sollte vorübergehen und der 2i2n t"2, der, wie früher mitgetheilt, 022 hitd dp 2"i 222*r jnj war, vollständig eingetreten sein, bevor b"i V'dn netto sich 22,2021 2V12P2 emporschwingen und sein Wunsch ,,'nnb psi tro '2" sich erfüllen sollte. Nach 8 Uhr in der Nacht '2 Oin'b opd „stieg mein Freund in seinen Garten und pflückte eine der herrlichsten Rosen"..— Wir enthalten uns der Schilderung des Schmerzes, der sich der Nächstbetheiligten und der ganzen 712.-1P, die mit seltener Hochachtung und Verehrung an ihrem Rabbiner hing, beniächtigte. Sofort nach minon 1.2220 nroy wurde die einige Wochen vorher dem obengenannten Schwiegersöhne übergebene n*ns geöffnet und die darin angegebenen Verordnungen \pjy2 nm2pi mne verlesen — selbstverständlich wurde Alles auf's Genaueste ausgeführt. ,-12,2p nn^e p2 lernten ununterbrochen drei .22m 02, zu welchen sich die D'2'Pn gesellten, und vor Allen ie"i*r vr. Hildesheimer i"2), der ^von den 40 Stunden p."2v2 mindestens 35 lernend, lehrend und dabei fastend 2210.2 2*22 zubrachte. Montag versammelten sich der Vorstand und die Repräsenten der hiesigen Gemeinde und beschlossen einstimmig, dem Sohne des großen Verklärten 2"i das Rabbinat zu übertragen: sie hatten bei diesem Act edelster Pietät noch das Zartgefühl, dem Sohne, der in dieser schrecklichen Zeit vermuthlich zu keinem Entschlüsse kommen konnte, ob er diesen ehrenvollen Antrag annehmen und seinen bisherigen Wirkungskreis in Fürth aufgeben dürfe, eine freie Bedenkzeit zu gewähren. Zu der .222.2, die auf Dienstag Nachmittag angesetzt war, eilten selbst aus weiter Ferne, trotz des bevorstehenden .2"2, Verwandte und Freunde herbei. Laut der Bestimmung der ntoiy durfte kein 2^2.2 gehalten werden, und so schwer es auch jedem der bei 2'i2n U22 n2,2p, Anwesenden und besonders den Rednern wurde, so kam man doch im Ganzen dem non »jps nach. In dem Sterbezimmer 2") 022 2S2 sprach zuerst der Sohn, der auf ein im 2i2t0t<n '02 **oo gedrucktes n"2 und einige daran anknüpfende Worte sich beschränkte; sodann wurde der in das 2iyL--Zimmer getragen, und es sprachen dort Herr -ange ,"2.3, Herr Oberlehrer Lasch i<;2j und ein Schüler 2": 022 210, Herr l>r. Geldern 'w. An dem Grabe hielten Herr vr. Hildesheimer ,"22, dem vor überwältigenden Schmerze fast die Stimme versagte, Herr vr. Dessau aus Frankfurt a. M., der gerade in diesem Augenblick eingetroffene Schwiegersohn des Verklärten 2"i, Herr Rabbiner vr. Löb, aus Jchenhausen, und Herr Siegmund Hirsch Vorsteher der hiesigen Gemeinde, sehr angemessene und würdige Reden. Letzterer wies besonders auf den schmerzlichen Verlust der n2np hin, die in einem Jahre ihre zwei ausgezeichnetsten Männer, ihren ersten Vorsteher 2"l c02»n »pp '2, und wie auch den mit diesem durch Gleichheit der Gesinnung und des Wirkens wie auch verwandtschaftlich eng verbundenen Rabbiner 2"r, zu betrauern habe. Ein jeder der Redner befleißigte sich der möglichsten Kürze, damit die D'22N noch zeitig zu nruo nbon in dem Trauerhause eintreffen konnten. Daß sich die ganze jüdische Gemeinde und viele christliche Mitbürger an der letzten Ehrenbezeugung für den in allen Kreisen und bei alten Confessionen hochverehrten Rabbiner betheiligten, braucht kaum bemerkt zu werden. Schon Tags zuvor hatten sämmtliche jüdische Geschäftshäuser bekannt gemacht, daß ihre Geschäfte während der Dauer der Beerdigung geschlossen blieben. Diese Beweise der Theilnahme an dem unersetzlichen Verluste, die durch zahlreiche Briefe nonsn 222, wohin die Trauerkunde gelangte, einliefen und noch fortwährend einlaufen, gereichen der schwergeprüften Familie einigermaßen zum Tröste. In der Gottergebenheit, zu welcher alle Glieder der Familie von dem Verklärten 2"? herangezogen wurden, finden sie die Stütze, die sie in ihrem namenlosen Schmerze aufrecht erhält; in dem Entschluß, daß sie selbst und ihre Kinder und Enkel2"'*r 2123 212 2y im Geiste der nun entschwundenen Zierde der Familie festhaltend an maoi .22m, leben und wirken wollen, finden sie ihre Beruhigung und in dem festen Vertrauen, daß '"-0.2 das nor des großen Ahnen n'2n yj D'L22p.2 12212« für ihre spätesten Geschlechter und für '"2 als 2t0p p'bv wirken läßt, ihre Hoffnung. Qlblvvl O"n2 2*0.2 .2L2S.2 nx 212)' *0,2 2*OI£P 232D 220,2) □ München, 6. October. Eine Vergleichung der Betheiligung der verschiedenen Confessionen am humanistischen Studium in Bayern ergibt am Ende des Studienjahres 1870/71 folgendes Resultat: Auf je 1000 Seelen der Bevölkerung treffen im ganzen Königreich am humanistischen Studium Theilnehmende: bei der israel. Bevölkerung 4,39, bei der protestantischen Bevölkerung 2,23, bei der katholischen Bevölkerung 1,78. Die Israeliten betheiligen sich hiernach entschieden am stärksten am humanistischen Unterrichte. Die Betheiligung der protestantischen Bevölkerung ist nur etwa halb so stark, als die der israelitischen. Schwerfen;. Herr vr. Plaut, bisher Prediger an der hiesigen israel. Gemeinde, ist als Rabbiner nach Carlsbad in Böhmen berufen worden.