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Der Israelit · 1872-10-30 · Heft 44 (30.10.1872) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 44 (30.10.1872)
Date
1872-10-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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916 werden darin noch einen fast unerschöpflichen Quell der gründlichsten Belehrung finden. Inzwischen war -hd"»» d"dh , wie bereits erwähnt, nach Halberstadt berufen worden, und nur dort war es ihm möglich, sein großes Werk in Muße und mit der nothwendigen Ermunterung druckreif zu machen. Der Liebe, mit der er an der Gemeinde Halberftadt hing, hat er einen bleibenden Ausdruck verliehen durch die „Geschichte derisrael. Gemeinde Halberstadt" (Halberstadt 1866, bei Meyer), eine Arbeit, die, abgesehen von localein Interesse, wichtige Aufschlüsse über die religiösen und politischen Verhältnisse der Juden in den letzten zwei Jahrhunderten gibt. Noch großartige Pläne trug mein theurer Vater v"2.i bezüglich seiner literarischen Thätigkeit in sich; so besonders beschäftigte ihn der Gedanke pau.i in t y'sn O"riU2', nn, der handschriftlich noch (v"rv.“> bi) in seinem Besitze war, zu vervollständigen und womöglich drucken zu lassen. Doch 'n o«n imnn hatte es anders beschlossen und den Frühvollendeten in der Blüthe seines geistigen Schaffens rbyd bw mwP berufen, zum größten Schmerze der nächsten Angehörigen wie aller Derer, die ihn wahrhaft kennen gelernt und seine Werke zu würdigen verstehen. Er aber befindet sich jetzt bm miyo pw, nachdem er hier auf Erden seinWnk vollendet. Dbyi nnw? °?iv'i — d"n Inan bi i)Hy pn tot nnuoi raut i-oV Es erübrigt noch, über die letzte Lebenszeit des Verklärten b"r und über dessen Beerdigung zu berichten. Dr. B. H. Auerbach, der sich stets einer blühenden Gesundheit und einer starken Constitution zu erfreuen hatte, der noch Anfangs dieses Sommers seine Kinder und Familienglieder wie keine zahlreichen Freunde in Süddeutschland gelegentlich einer dreiwöchentlichen Reise durch sein gutes Aussehen, keine Rüstigkeit und besonders seine geistige Frische freudig überrascht hatte, klagte Anfangs des Monats UN über große Appetitlosigkeit uud einen Schmerz in der rechten Seite. War das Uebel an sich auch nicht bedeutend und nach der ersten Ansicht der behandelnden Aerzte durchaus unbedenklich, so erfüllte doch die außergewöhnliche Mißstimmung und Aengstlichkeit des Patienten die nächste Umgebung mit großer Sorge. Wie stark die Apathie war, geht daraus hervor, daß der Verklärte bHi, der keine höhere Freude auf Erden kannte, als min pDiny schon damals die O'-siysy mit seinen D’TDl?n unterbrach; wie fest bei ihm die Ansicht war, daß sein Zustand ein höchst gefährlicher, — wdj mo jnii — läßt sich daraus entnehmen, daß er alle seine Angehörigen und Freunde, besonders absr drvri Dyn ioyD nbv mpijpn veranlaßte, für ihn bbsnv zu sein. Anfangs Elul verschlimmerte sich der Zustand, wodurch der von den Aerzten empfohlene Besuch Karlsbads vereitelt wurde. Bald erkannten nun auch die hiesigen Aerzte und zwei aus Magdeburg und Halle herbeigerufene Professoren, daß das Leiden ein höchst gefährliches sei. Von allen Seiten, wohin diese Kunde gedrungen war, liefen Erkundigungen und theilnahmsvolle Briefe ein; -pm iqü nösn stiegen zu dem himmlischen Arzte .“>"2 auf. Allein Er in Seinem unerforschlichen Rathe hatte es anders beschlossen. In den letzten Tagen des Lebens V't -»"io"« bw eilten sämmtliche Kinder und Schwiegersöhne an das Krankenlager des theuren Vaters; der einzige Sohn, Dr. Sg. Auerbach aus Fürth, hatte die not die letzten drei Wochen den erkrankten Vater zu bedienen und sich mit der edlen Gattin des Leidenden, 'n ryjznn np-isn, die Großartiges in Aufopferung und Selbstverleugnung während der ganzen Krankheit geleistet, — njnty moyn nnot obiy “iy — in die Pflege zu theilen. Bis zur letzten Woche seines Lebens unterhielt sich der Verklärte bui mit den ihn Besuchenden, sprach mit diesen, besonders mit Herrn Lange , i:n‘?np~i in, wie auch mit dem Sohne gerne mm nm, ließ eingelaufene dringliche Anfragen nach eigener Anordnung beantworten und versäumte keine ridsn jot. Dabei hatte er beständig pp' “oya 'o in Händen, aus dem er schon seit dem Beginne seiner Krankheit mit fürchterlicher Aufregung w-bw myomi betete. Erst in den letzten Tagen seines Lebens unterließ er, nrpj awo manchmal zu beten. Sein Geist war stets beschäftigt; einzelne Aeußerungen, die er nach Stunden anhaltenden Schweigens that, ließen unzweideutig erkennen, daß er beständig n"i2 -imno war. Er ließ verschiedenemal pdj phd machen und beruhigte seine dadurch auf's Höchste betrübte Umgebung mit den Worten: Mein Vater V'i hat dreißig Jahre lang täglich für sich gemacht." Wenige Tage vor seinem leider so frühen Ableben hatte er noch die Freude, seinen theuren Freund Dr. Hildesheimer ’"j und andere Verwandte aus Frankfurt, Berlin, Mainz u. a. O. — cpt6 d!?d vhzp — zu sehen. Die Schwäche nahm rasch zu; er war seit Mittwoch vor dem Tode nicht mehr klar in den Tagen; so beschäftigte ihn beständig der Gedanke, man verheimliche ihm, daß n*"»y sei. Ueberhaupt wünschte er während des ganzen Krankenlagers das Ende des leider für '"v so verhängnißvollen Jahres 2^"“>n herbei; an dem letzten Freitagabend ließ er sich, bevor er seine Suppe nahm, durch seinen Sohn tcn-rpu «sid sein, und einige Stunden darauf rief er diesem fragend zu: tenm iy?n," in dem Glauben, es sei.i"“>; ebenso erkundigte er sich in diesen Tagen mehreremats, ob der nn'-O-Zettel fürschon gemacht sei. In früheren Wochen hatte er häufig davon gesprochen, ob und in welcher nud er naw na» „sagen" könne. In der Nacht zum nurboi ‘n dp trat eine derartige Verschlimmerung ein, daß nach dem Urtheile erfahrener joarr 'J2 das Schlimmste zu befürchten war. Von Sonntag Morgen an verließen die «oan 'jd das Krankenzimmer oder die nebenliegenden Gemächer nicht

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