Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 42-43 (16.10.1872)
- Date
- 1872-10-16
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447551-2447593--10973-2466736- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
907 wenn mit dem Lehrer das Uebereinkommen getroffen würde, gegen ein angemessenes besonderes Honorar wöchentlich 2—3 Stunden vermehrten hebr. Unterricht zu ertheilen; denn ohne Weiteres dies den israel. Lehrern zuzumuthen, wäre ungerecht, da sie, gleichberechtigt mit ihren christlichen Collegen, gegen denselben Gehalt auch nur zu derselben Schulstundenzahl verpflichtet sein können. Endlich dürste auch 3) Die Methode des Unterrichts ein wesenrliches Mittel zur Verringerung der vorhandenen Schwierigkeiten und Erreichung der vorliegenden Zwecke abgeben. Indem ich mich indessen hier daraus beschränke, die Grundzüge der etwa einzuschlagendcn Methode auszuführen, habe ich zunächst als obersten Grundsatz aufzustellen, daß die analytische Methode, welche inzwischen auch bei andern Sprachen vielfach Anwendung gesunden, auch im vorliegenden Fall bezüglich der Behandlung der hebräischen Sprache ihre Vorzüge beweisen dürfte. Sie wird sich ganz besonders dann als zweckmäßig zeigen, wenn dabei das Verfahren recht anschaulich gemacht und namentlich von den ersten Stufen des Lesetlnterrichts an, nach einem naturgemäßen Stusengang an dem gegebenen Material die Formen der Sprache beigebracht werden, Lesen, Uebersetzen und Grammatik in eine natürliche Verbindung treten und sich gegenseitig unterstützen. (Schluß folgt.) *** He cm ft oit fit. E. Gras. Methodische Stylübungen aus Grund einer vereinfachten Satzlehre für Volksschulen. Mit 200 Aufgaben in 5 Heften. 2. Ausl. Leipzig 1872. (Jul. Klinkhardt.) Y. 164 S. 8°. Jedes Mittel, das dent Lehrer zur Stütze und Erleichterung für den Unterricht im Styl geboten wird, begrüßen wir mit Freuden, weil sich gerade aus diesem Gebiete dem Lehrer Schwierigkeiten entgcgenstellen, die oft die größte Mühe und Anstrengung vergeblich machen, denn ist ja der Styl dasjenige, was am wenigsten^anzulehren ist. Der Lehrer kann hier nur anleiten, Stoff geben, die Gedanken befruchten, den logischen Gedankengang leiten, die Gewandtheit im Ausdruck aber, dasschöne Wiedergeben des Gedachten muß er mehr oder minder^ der Anlage und dem Talent überlassen. Vorliegende Stylübungen zeichnen sich durch Fülle an Material sowohl als auch durch eine streng innegehaltene rationelle Stufenfolge aus und suchen auf recht geschickte Weise die Uebungen mit der Satzlehre zu verbinden. Vorliegende Auflage fügt auch zu dem Aufgabenstosf kleine Musteraufsätze hinzn, die jedem Lehrer recht willkommen sein werden. Der Vers, geht vom einfachen Satze aus, läßt die gegebenen Satztheile vom Schüler aneinander reihen, so daß unvermerkt unter der Hand desselben ein kleiner Aussatz sich bildet, der aus lauter einfachen Sätzen besteht. Dann werden aus einfachen Sätzen zusammengezogene, dann aus eben solchen zusammengesetzte gebildet, um alsdann die Periode zu construiren. Um von der Reichhaltigkeit des Materials ein Beispiel zu geben, stellen wir die verschiedenen Rubriken, unter denen die Themate sich uns darstellen, hierher: Beschreibungen, Geschichte, Literatur, Religionsgeschichte, Naturgeschichte, Geographie, Landwirthschastliches, Briese. Für die Bereicherung des Wissens und Erweiterung des Gesichtskreises der Schüler ist also hinlänglich gesorgt. Wir glauben dem Buche, das wir sehr warm empfehlen, keinen Abbruch zu thun, wenn wir auf einige Jrrthümer aufmerksam machen, die uns hier und da aufgestoßen sind, damit solche bei einer späteren Auflage, die gewiß nicht ausbleiben wird, verbessert werden können. S. 44 wird auf der Hiinalaya-Kette nur derDawal-Gir genannt, was das Kind auf den Gedanken bringen könnte, als ob dieser Berg der höchste der Erde fei, und wofür man ihn auch noch bis vor ca. 15 Jahren gehalten hat, während es doch noch drei höhere gibt, und derselbe ichon längst dem Gaurisankar seinen Ruhm hat abgeben müssen. Was der Vers. S. 96 über den Talmud schreibt, hätte lieber sortbleiben sollen, da auch dem Mindereingeweihten aus dem Musteraufsatze klar wird, daß der Verf. den Talmud nur dem Namen nach kennt. Wenn der Vers, vom Talmud sagt, daß er aus drei Haupltheilen bestehe, deren erster eine Sammlung von Gebeten, Bibelerklärungen und Gesetzen jeder Art enthalte , deren anderer Zusätze und Erklärungen zu dem ersten Tbeile gebe, und deren dritter sich bloß aus Erklärungen und Uebersetzungen alttestamentlicher Bücher beschränke, und damit zeigt, daß ihm nicht einmal das äußere Wenn des Talmuds bekannt ist, so können wir ihm nicht übel nehmen, wenn er über den Inhalt des Werkes Angaben macht, die durchaus nicht dem wahren Sachverhalt entsprechen. Der Verf. hat eben im guten Glauben (ohne Animosität, denn von dieser ist er selbst in besprochener Stelle frei» das uachgeschrieben, was Judenfeinde zusammengewürfelt haben. — In dem Thema über den deutsch - französischen Krieg (S. 153) hätte die sich später als mm\ibc herausgestellte Nachricht, daß die Franzosen beim Abzug von Saarbrücken dasselbe in Brand geschossen hätten, nicht reproducirt werden