Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 42-43 (16.10.1872)
- Date
- 1872-10-16
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447551-2447593--10974-2466737- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
908 dürfen. Die Franzosen haben so viel gesündigt, daß man nicht nöthig hat, ihnen nicht begangene Sünden anzudichten. V Zur 'Aetitionsangelegenheit. Wie nothwendig ein gemeinsames Vorgehen in der Angelegenheit des Schulbesuchs von Seiten jüdischer Schüler ist, wird durch folgendes Factum illustrirt, das in einer an uns ergangenen Zuschrift uns mitgethcilt wird. In einer höheren Schule des Reg.-Bez. B. wurde vom Director eine Prüfung auf einen Sabbat anberaumt und den jüdischen Schülern von ihren resp. Lehrern das Schreiben zur Pflicht gemacht. Drei jüdische Schüler erhoben in Gegenwart des Directors gegen die von ihren Lehrern ihnen gestellte Zumuthung Einwendung, dieser aber überließ die Schüler ihrem Schicksale und verließ ohne ein Wort zu sprechen, das Schulzimmcr. Allerdings blieb diesen Dreien der Sieg, doch die übrigen jüdischen Schüler, minder standhaft und muthig, fügten sich dem moralischen Zwange. Es wird also nicht allein in der Petition hervorzuheben sein, daß der Unterricht am Samstag in Wegfall kommen müsse, sondern daß auch eine Prüfung, auch die für die Einsädrigen Freiwilligen, nicht aus einen Samstag anznveranmen sei. Ein Aufsatz, „Was nun?" (Nr. 39) fordert die Volksschullehrer zum vereinten Zusammengehen dem Kargen und Geizen der Regierungen gegenüber auf, die immer noch nicht große Geneigtheit zeigen, von dem großen Geldzufluß ein Erkleckliches in die Taschen der Volksschullehrer fließen zu lassen. Mit einem Sarkasmus, der nicht ohne gerechte Bitterkeit versetzt ist, weiß der Verf. die Stellen zu treffen, wo manches faul ist im Staate — Dänemark. Mit dem 1. October wird auch, wie die „Deutsche Schulzeitung" berichtet, in demselben Verlage Hit. Oppenheim) ein neues Blatt, „Deutsche Schulgesetz-Sammlung," erscheinen, das es sich zur Ausgabe macht, sämmtliche Gesetze und Verfügungen, die das deutsche, schweizerische und österreichische Schulwesen betreffen, sobald wie möglich dem Publikum zu vermitteln und so ein Organ zu schaffen, das ein Bild der Entfaltung und Entwickelung des deutschen Schulwesens gibt. Der Prospect ist von bedeutenden Schulmännern und Schulfreunden der verschiedensten Richtung unterzeichnet. Der Probennrnmer nach zu urtheilen, die am 15. September ausgegeben wurde, verspricht das Blatt ein durch Reichhaltigkeit des Inhalts ausgezeichnetes zu werden. V* Frogrammenschau. Wir sind so glücklich, eine zustimmende Zuschrift von Herrn Rabb. vr. Hildesheimer in Berlin erhalten zu haben, und erklärt sich derselbe auch bereit, die in Aussicht gestellte Petition zu unterzeichnen. V Pädagogische Zeitmigsliteratur. Die September-Nummern der „Deutschen Schulzeitung" enthalten die Verhandlungen der hessischen und bayerischen Lehrervereine. , Einladungsschrist der Unterrichtsanstalten der israel. Rej ligionsgesellschast zu Frankfurt a. M. 1872.! Den wissenschaftlichen Theil des Programms bildet i eine Abhandlung von l>r. Carl Koch: „Die Architectur; der Thiere". Die Schulen waren im Winter von 206! Knaben und 132 Mädchen, im Sommer von 215 Kna-! ben und 138 Mädchen freguentirt. Auch in diesem! Jahre wurden die verschiedenen Cassen der Schule mit ' reichlichen Geschenken bedacht. . MF" Correspondenzen und Beiträge für die Pädagog. Beilage des „Israelit", wie Bücher pädagogischen Inhalts zur Besprechung in diesen Blättern wolle man gefälligst adressiren an vr. A. Sulzbach in Frankfurt a. M. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. I. Gottsleben's Buch- und Steiudruckerei in Mainz.