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Der Israelit · 1872-10-16 · Heft 42-43 (16.10.1872) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 42-43 (16.10.1872)
Date
1872-10-16
Page
– (sequence 25)
Language
German
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JG 7. (Pädagog. Beilage zu Nr. 42 & 43 des „Israelit", xrn. Jahrg.) Plätter für Schule und Haus Referat über de« Unterricht im Hebräischen in einclassigen israel. Schulen, erstattet in der ordentlichen Jahresconferenz der israel. Lehrer und Vorsänger Württembergs tu Stuttgart am 27. August 1872.*) L. In der Plenarversammlung der israel. Lehrer j Württembergs im August 1871 wurde der Auftrag zu j einem Referate über Ertheilung des Unterrichts im He- - brätschen in den einclassigen israel. Schulen ertheilt. j Je mehr die Ansichten über Ziele und Zwecke diej ses Unterrichts auch heute noch auseinandergehen, je gröi ßer die Schwierigkeiten sind, welche dieses Pensum der! einclassigen israel. Schule bringt und je wichtiger eben ' deshalb eine eingehende Behandlung dieses Gegenstandes wird, desto mehr dürste eine Erörterung der Frage von Interesse sein. Wenn in der guten alten Zeit bei dem Unterricht im Hebräischen feit den jetzigen Schwierigkeiten wenig empfunden wurde und mitunter weit bessere Resultate erzielt wurden, so lag dies an den ganz verschiedenen Verhältnissen. Die israel. Schule jener Zeit hatte es eben ausschließlich oder doch zum größten Theil nur mit dem Hebräischen zu thun. Diesem Unterrichte konnte sie in der Regel ihre ganze Zeit und Kraft widmen, ihm kanren die Sympathien der Erwachsenen und damit auch der größere Eifer der Jugend zu. Kein Wunder also, daß Einzelne bei Talent und Fleiß und unter sonst günstigen Verhältnissen sich in der hebr. Sprache und oft auch in andern einschlägigen Fächern ein weit größeres Maß von Kenntnissen erworben haben, als es jetzt in der Regel erreicht wird. Allein bekanntlich haben sich inzwischen die Zeiten und mit ihnen die Anforderungen an die israel. Schule sehr geändert und damit mußte natürlich auch der Unterricht im Hebräischen in ein ganz anderes Verhältniß treten. Erwägt man dabei noch, wie diese Disciplin auch heute noch weniger als alle anderen Unterrichtsfächer in's Klare gestellt ist, welche Verschiedenheit der Ansichten heute noch über Ziele und Behandlungsweife dieses Pensums bestehen und in welche Unsicherheit der *) Wir behalten uns vor, einige Bemerkungen nach Schluß des Artikels demselben hinzuzufügen. Die Red. Lehrer eben dadurch versetzt ist, so ist nicht zu verwundern, wie dieser Unterricht bisher oft gerade die gewissenhaftesten Lehrer wie ein Alp drücken mußte. Es sind ganz besonders zwei Fragen, welche hier in Betracht kommen: I. Welche Zwecke und Ziele hat die einclassige israel. Schule bei dem Unterricht im Hebräischen zu erreichend II. Welche Rücksicht hat sie dabei aus den allgemeinen Schulzweck, insbesondere auch auf die beschränkte Schulzeit und die Verschiedenheit der Clafsen zu nehmend Es muß vor Allem anerkannt werden, daß durch den Normallehrplan für die württembergischen israel. Volksschulen gewisse feste Anhaltspunkte gegeben und insbesondere auch mehr Planmäßigkeit in die Ünterrichtsbehandlung gebracht wurde. Möge es indessen gestattet sein, die Bestimmungen desselben, zugleich auch mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse der württembergischen israel. Volksschulen und die vorhandenen Schwierigkeiten, näher in's Auge zu fassen. Die Zeit für den Unterricht im Hebräischen wird auf 6 Stunden wöchentlich bestimmt: eine sehr kurze Zeit im Vergleich zu derjenigen, welche früher aus diesen Unterricht verwendet wurde und zu den wünschenswerthen Leistungen; dagegen auch wieder ein großer Ausfall an Zeit bei den übrigen Lehrfächern und gegenüber dem ganzen Organismus der eiuclassigen israel. Volsschule. In der Anmerkung zu Beil. 6 des Normallehrplans wird gesagt, dieser Stundenplan mit 26 Schulstunden wird sich für die einclassigen israel. Vollsfchulen bei 30 Schulstunden eignen, indem 6 Stunden für das Hebräische in Anspruch genommen werden. Nach Abzug dieser 6 Stunden verbleiben somit für alle übrigen Fächer der einclassigen israel. Volksschule noch 24 Wochenstunden. Hievon werden auf die wichtigsten Religionsfächer: systematischen Religionsunterricht, biblische Geschichte, sonstigen Ritualunterricht und Memoriren zusammen 5% Stunden in der Woche bestimmt, und nach Abzug der 2 Stunden für den systematischen Religionsunterricht verbleiben für biblische Geschichte, Bibellesen und Memoriren in allen Altersclassen 372 Stunden. Es dürfte aber diese Zeit für eine fruchtbare Behandlung dieser wichtigen Religionssächer nicht zureichend

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