Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 42-43 (16.10.1872)
- Date
- 1872-10-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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891 Verkehre, verbunden mit echter, mcilnbcifUT Frömmigkeit. Herr Abraham Sichel war länger als 60 Jahre Rechnungsführer der hiesigen israelitischen Gemeinde; seine Kinder erzog er in echt jüdischem Sinne und war namentlich bedacht, seine Töchter an wahrhaft ftomme Männer 51t verbeirathen, was in unserer materiellen Zeit nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Die ganze Umgegend verliert in denr Verlebten einen zuverlässigen Rathgeber; es gehörte nicht zu den Seltenheiten, daß selbst Juristen in schwierigen Fällen bei dem erfahrenen und biederen Kaufmann sich Rath holten. In allen Gesellschaftskreisen hatte der brave, ehrenhafte Mann Freunde und Verehrer, selbst Geistliche anderer Confessionen standen in intimen Freundschaftsbeziebungen zu dem streng religiösen Ich habe schlichte Bauern gesehen, die bittere Thränen um unseren Glaubensgenossen weinten. Mögen seine Kinder einen Trost finden in der allgemeinen Theilnahme, die ein wahrhafter OL'.-, tprrp genannt zu werden verdient. Mögen sie das Leben und Wirken ihres goltesfürchtigen Bakers stets zunr Vorbild nehmen, und möge es uns und allen Lesern des „Israelit" in dem neuen Jahre vergönnt sein, nur erfreuliche Nachrichten zu vernehmen, men ^12' bj dpO .-ipOi nncm nsjp. H irsch Grünebaum. Holland. Amsterdam. In der holl. Kammer hat der jüd. Abgeordnete Godesroi den Minister des Aeußern interpellirk, warum der holl. Consul in Bukarest sich der Collectibarte der Consuln bezüglich der Jsmailer Juden nicht angeschloffen. Der Minister antwortete, daß dies nicht aus Mangel an Sympathie für die Juden unterblieben, sondern der holl. Consul sei gerade um diese Zeit nicht am Sitze seines Consulats anwesend gewesen. (Jew. Chr.) O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Pesth. Graf Julius Andrassy, Minster des Aeußern, hat der israel. Religionsgemeinde in T. Terebes (Zempl. Somit.) einen ansehnlichen Grundkomplex zum Baue eines Tempels und einer Rabbinerwohnung so wie auch Baumaterial unentgeltlich überlassen. Belgien. Brussel, 9. Oct. Am 29. d. M. versammelt sich hier eine internationale Conferenz israelitischer Deputirter behufs Bildung einer Commission zur Untersuchung der Lage der Juden Rumäniens. England. London. Jul „Jew. Shr." werden in den letzten ^ttmmer^ eine curiose archäologische Controverse über den Stein geführt, auf welchem Jakob in der Nacht, als er seinen Traum hatte, geschlafen. Einer der Correspoudenten behauptet, daß dieser Stein von Bethel gegenwärtig in der Westmünstcrabtei in London sei. Er meint, dieser Stein wäre zunächst von Bethel nach Jerusalem in den Tempel gebracht und bei der Zerstörung desselben durch Nebukadnezar von Leuten aus dem Stamme Dan auf ein Schiff gerettet worden, und dieses Schiff sei an der Küste Irlands zu Grunde gegangen , doch wäre es gelungen den Stein Jakob's ans Land zu bringen, und er sei in der „Tarahalle" aufbewahrt, von wo er später nach Schottland gebracht und von sämmtlicheu Königen in großen Ehren gehalten worden sei; endlich habe ihn James I. in die Westmünsterabtei gebracht, als er König von England geworden. Die ganze Mvthe mag wohl durch die Identität der Namen Jacob und James (Jacob) herrühren. Feuilleton. Der Fürst von Coucy. XVI. Lange hatte sich Zaire gesträubt, den Wünschen ihres Onkels nachzugeben und den unwissendenAbner zu heirathen. So lange nun Rabbi Moscheh in Coucy lebte, hatte sie bei diesem ihremOheim Schutz gefunden, und Chajim hatte es nicht gewagt, die Tochter seines Bruders zu der ihr so verhaßten Heirath zu zwingen. Als aber Verhältnisse eintraten, die Rabbr Moscheh veranlaßten Coucy zu verlassen und nach Spanien, feiner Heimath, zurückzukehren, so war die Familie Rabbi Samsons der Willkür seines eigensüchtigen Bruders preisgegeben. „Gut", sagte Chajim zu der weinenden Zaire, „willst Du den 'Mann nicht heirathen, den ich für Dich ausgesucht habe, so lasse es bleiben; ich aber werde die Hand von Dir und den Deinen abziehen und werde Euch keine Unterstützung mehr reichen. So mögt Ihr denn darben! Hunger thut weh. Dann wiU ich sehen, ob das Elend Deiner Mutter, Deiner Geschwister und Dein eigenes nicht im Stande sein wird. Deinen Eigen sinn zu brechen." „„Schwager,"" sagte Dinah entrüstet, „„das wirst Du nicht thun! Du wirft die Frau und die