Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 42-43 (16.10.1872)
- Date
- 1872-10-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447551-2447593--10952-2466715- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
BW Paris Herr Girette, Maire des vierten Ärondissement hat seine Demission gegeben Eine Hauptursache dieses Schrittes soll, wie die „Liberia" Meldet, sein, daß die kräteoiür de S< ine nicht ihre Genehmigung dazu gegeben hat, daß eine Fleischtrhalle in der Nähe der israelitischen ComMunalsthule, die nach der Ansicht des Maires für diese unbedingt nöthig ist, als Schulgebäude um- -gebaut werde. (Uni. Jsr.) Paris. Nach dem Viertels. Bericht des isr. Consistoriums hat die Wohlthätigkeitslotterie für das Jahr 1871—1872 netto eine Summe von 62,167 Fr. erzielt, welches Geld unter die verschiedenen Wohlthätigkeitsanstalten vertheilt wurde. (Uni. Jsr.) P«ttts Für die Pariser Armen und die von Versailles wurde jüngst ein Feldgeistlicher des reformirten Cultus angestellt. Es fehlt nur noch ein israelitischer Feldgeistlicher, damit die neue militairische Organisation bezüglich des Cultus vollständig sei. (Pet. Journal.) Paris. Herr Adolph Crömieux ist für die nächste Wahl zur Nationalversammlung in Algier zum Canditaten aufgestellt worden Derselbe kann Mit Bestimmtheit auf die ziemlich zahlreichen isr. Wähler rechnen. (Revue Israelit.) Paris. Ende dieses Monats, unmittelbar nach der Wahl zur Erneuerung des Bureau „Alliance Jsraelite", wird in Brüssel eine internationale Cvnfenenz bestehend aus israelitischen Delegirten Frankreichs, Deutschlands und Englands stättfinden, um die Frage der rumänischen Juden eingehend zu studircn und über eine praktische Unterstützung zu berathen. (Revue Jsr.) Paris. Nach einer neueren Zählung wohnen in Paris 30,421 Israeliten. Daraus erfolgt, daß wenn auch in Folge des Krieges viele deutsche Israeliten die Hauptstadt verlassen haben, die israelitische Gemeinde von Elsaß und Lothringen her bedeutenden Zuwachs erhalten hat, so daß sie jetzt zahlreicher als früher ist. Nach dem Rechenschaftsbericht über die Subfcription zur Unterstützung der französischen Gefangenen in Deutschland, standen Herrn Adolph Cremieux, dem früheren Justizminister der Regierung vom 4. September, 800,000 Fr. zur Verfügung, welche Summe er theils aus dem Schatze, theils von französischen Bürgern zu diesem Zwecke zur Verfügung erhalten hatte. (Rev. Israelit.) Paris Das Decret für die Reorganisation des israelitischen Cultus in Frankreich ist vom Präsidenten der Republik unterzeichnet tvorden. Derselbe enthält mehrere Modistcativnen bezüglich der Wahl der Consistorien. (Rev. Jsr.) Paris. Herr Rabbiner Bigard ist zum 4. Rabbinats-Assesfor des Oberrabbinats von Paris ernannt worden. Herr Oberrabbiner Trenel, Direktor des Israelitischen Seminars, ist zum Offizier der Akademie ernannt worden. (Rev. Jsr.) Afr i k a. Algier. Jüngst starb hier eine jüdische Frau im Alter von 113 Jahren. (Uni. Jsr.) Amerika. Washingtou. Zum Oefteren hatten wir Gelegenheit, einzelne Mittheilungen betreffs hiesigen Platzes in den Spalten Ihres geschätzten Blattes zu lesen. In einer der jüngsten Nr. (Beilage zu Nr. 34) findet sich eine und zwar aus dem „Jew. Messenger" entnommene Bemerkung über die hiesigen jüd. Zustände, woraus zu entnehmen, daß die vor mehreren Jahren hier gegründete Reformgemeinde dem alten Ritus sich wieder zugewandt hätte?? Einsender Dieses fühlt sich nun veranlaßt, der Wahrheit die Ehre gebend, zur Aufklärung aber mit den hiesigen Verhältnissen Mindervertrauten Folgendes zu veröffentlichen. Vor circa 3 Jahren ließ sich besagte Gemeinde, die s. Z. mit der hiesigen orthodoxen eine Körperschaft bildete, von ihrem derzeitigen Vorstande veranlassen, einen Vorschlag, der Einführung verschiedener Reformen, als z. B. Adovtion von Orgel und vr. Wise'sches (Gebetbuch befürworten sollte, einzubringen. Diese Reformen wurden auch wirklich durch jene Radikalen eingcführt, und die alte als s. g. Modeartikel von jenen Geschäftsmännern (!) mit höhnischen Blicken der Vergessenheit anheimgegeben. Dieses veranlaßte nun den besseren Theil der Gemeindender von den leeren Phrasen dieser indifferenten, dem grellsten Materialismus huldigenden Reformhelden nichts wißen wollten, sich mit Verlust ihres Vermögens- Antheils von Jenen loszusagen. Mit dem festen Vertrauen, daß Gott die wahren Ideen schützen und mit dem Schwächeren gewiß sein werde, wurde nun ein eigenes Gebetlokal genüethct, eine eigene Schule für Jugend-Erziehung gegründet, als auch ein eigenes ivs nnspn käuflich erworben. itbj cn Dmoai on”rD. Und wie stehen die Sachen heute!!!'? Gedemüthigt, arm an Geld und moralisch krank ließ vor Kurzem die Resormgemeinde indirekt an die orthodoxe Gemeinde, die nach kurzem Bestehen