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Der Israelit · 1872-10-09 · Heft 41 (9.10.1872) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 41 (9.10.1872)
Date
1872-10-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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867 den Nebenmenschen zu versöhnen, seine Verzeihung zu verlangen, sein Eigenthum zurückzustellen. Hat der Erzieher seinen königlichen Zögling so hoch gehoben, daß er sich der Vergangenheit schämt und die Flecken derselben auszmnerzen bemüht ist, so wird er ihn immer mehr vorwärts leiten und seinen Blick der Abhilfe gesellschaftlicher Uebelstände zuwcndcn. Denn nicht für sich allein lebt der Mensch und je bedeutender seine Stellung im Leben ist, desto mehr hat er die Pflicht, den Schwachen und Bedrängten, den Armen nnd Verkürzten. den Verfolgten und Bedrohten ein Retter, Helfer und Schützer zu sein. Dir,' nas», „schaffet der Waise ihr Recht!" der Waise, die ihre natürlichen Beschützer verloren hat. tretet für sie ein und gewähret ihr den Schutz, den ihr der Tod entrissen, .isrobK ,v">, „streitet für die Wittwe!" Selbst wenn es Anstrengungen kostet und Unannehmlichkeiten bereitet, so nehmet den Streit auf gegen den mächtigen Unterdrücker und tretet ein für die beeinträchtigte Wittwe, die sonst keinen Annehmer hat. O, schaut ihn an den so erzogenen Prinzen, den Gereinigten, den Wohlgekleideten, den der üblen Sitte Entwöhnten, der es gelernt hat, Gutes zu thun, dem Nechtsgefühl die Brust erfüllt, der das gethane Böse wieder gut zu machen strebt, der der Waise Recht schafft und für die Wittwe streitet, ist er noch derselbe, der er gewesen? Voll freudiger Hoffnung erschaut ihn des Vaters Auge, vergessen und vergeben ist alles Vergangene, er schließt ihn entzückt an das liebende Vaterherz und räumt ihm die hohe Stellung ein. die ihm gebührt. Also auch wir. Wenn wir unsere Seele von jeglichem Schmutz gereinigt, wenn wir in die Erfüllung von Gottes Geboten gleich wie in ein Kleid uns hüllen, wenn wir ablassen von allen bösen Gewöhnungen, den Rückfall in die Sünde vermeiden, das Gute zu thun erlernen, das Recht erkennen, das begangene Unrecht wieder gut machen, den Annen, Bedrückten und Hilflosen als Schützer und Retter zur Seite treten werden d'jbo od’kdii i\t dk ‘i ~idn’ nrow KJ Ivb ivp iDaD Ion«’ dk , „Kommet doch und laßt uns rechten, wird sprechen der Ewige, wenn eure Sünden roth sein werden wie Scharlach, wie Schnee werden sie bleichen. wenn sie röthen werden. wie Purpurschnecke, wie weiße Wolle werden sie sein!" Ehedem im heiligen Tempel zu Jerusalem, da war es aller Welt ersichtlich, wenn nach dem Sturze des nach Asasel geschickten Bockes die rothe Schnur sich bleichte, daß Gott die Sünden seines Volkes verziehen hatte. Heute haben wir dafür kein äußeres Zeichen mehr. Doch wenn wir in diesen Tagen der Buße und der Rückkehr die zehn Mahnungen des Propheten Jesaias beherzigen und befolgen, so können wir der Vergebung unserer Schuld sicher sein, ddpx Dv'by ->2v' ntn Di'v 'v -viön 'i '.'2b Mvwön bv2. „Denn an diesem Tage wird Er eure Schuld sühnen, euch zu reinigen von allen euren Sünden, vor dem Ewigen werdet ihr rein werden." Religiöse Belehrung im jtt. /amilicukrrist. Nach dem Franzos, des B. Kosmann. VIII. Der Sclavc. ('n '->vy iSSn) Frage: Mein Vater! Warum übersetzt man gewöhnlich die Worte ',-i nay Sclaven Gottes, warum nicht Diener Gottes, resp. warum sollen wir Sclaven Gottes sein? Antwort: Mein Sohn! Als Gott nns aus der Sclaverei Egyptens geführt, sagte Er zu uns, daß wir von nun an und weiter nur Seine Sclaven sein sollen. Wir sollen nicht Sclaven sein weder unseres Goldes, noch unseres Silbers, noch überhaupt unseres Körpers, sondern nur echte Sclaven unseres Herrn im Himmel. Ein Diener hat kein festes Engagement mit feinem Herrn; wenn er befürchtet, von seinem Herrn mißhandelt zu werden, so verläßt er ihn. Der Herr entläßt seinen Diener, wenn er seine Arbeit vernachlässigt. Auf beiden Seiten ist selten eine wahre und innige gegenseitige Anhänglichkeit. Ein treuer Sclave hingegen ist sein ganzes Leben hindurch bei seinem Herrn; er lebt nur für ihn; andererseits übernimmt der Herr alle Sorgen für ihn, stellt ihn unter seinen Schutz und sorgt für seine Zukunft. Wenn der Sclave seine Arbeit richtig vollzieht, braucht er sich nicht um seinen und der Seinen Unterhalt zu kümmern, sein Herr steht dafür ein. Der Sclave schließt sich seinem Herrn an wie ein Kind an seinen Vater. Wenn sein Herr ihm Vermögen anvertraut, verfügt er nur nach dem Sinne seines Herrn darüber.! Er betrachtet sich blos als Pächter dieses Vermögens. > Da ein Sclave kein persönliches Vermögen besitzt, wird er auch nicht dazu kommen, Anderen Unrecht zu thun nnd Neid gegen seine Mitmenschen zu hegen. Da er kein Interesse hat, dem Willen seines Herrn entgegerizuhandeln, wird er nicht am Tage, wo die Arbeit verboten, arbeiten wollen. Der treue Sclave bringt den auf Irrwege gerathenen Sclaven seinem Herrn zurück, studirt die Befehle seines Herrn und ist bestrebt, sie strenge auszuführen, er hat nur seine tägliche Arbeit 31t vollziehen

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