Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1872)
- Date
- 1872-10-02
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- 8d4 fühlsleb^is, das gerade verstärkt wird durch diese gewaltige Äeußerung. Darufli ist auch nur in echt jüdischem Kreise, wo das Herz jüdisch fühlt und denkt, wo unsere Aufgabe richtig erfaßt und nach allen Seiten geübt wird, eine solche intensive Begeisterung, wie sie in diesen Tagen zum vollen Ausdruck gelangt, allein möglich und von nachhaltiger Wirkung. Der moderne Jude, der diese Zeilen liest, wird diese „ Sentimentalität " verspotten, denn er weiß nichts davon, hat noch nie solche Begeisterung empfunden. Andächtiger gestimmt fühlt er sich zwar auch an diesen Tagen, wofern ihn nicht unvermeidliche Geschäfte in den Laden oder auf's Comptoir bannen und vom Synagogenbesuch abhalten; aber von einer außergewöhnlichen Gefühlserregung, von einer höheren Auffassung des Lebens weiß er nichts; erbleibt gleich kalt undunberührt von n"n unda"\ wie von — na2* und wie überhaupt von allen jüdischen Einrichtungen; ihm ist das Alles fremd und unverständlich und deßhalb wird er auch uns nicht verstehen und begreifen. Aber der eigentliche Leserkreis des „Israelit" wird mich hoffentlich verstehen und vielleicht, als schönsten und höchsten Lohn, den ich mir von diesen Zeilen wünsche, sich bestreben, daß der Funke, der diese heilige Flamme erzeugt, nie erlösche in seiner Brust, indem er auch an den übrigen Tagen des Jahres nie die tiefe Bedeutung und den hohen Ernst unserer heiligen Religion auster Acht läßt und, unbeirrt vom Geist der Zeiten, festhält an ihr *pxi mn mm 'v. Und nun, lieber Leser, wünsche ich Dir zu den nahenden hohen Tagen aus vollem Herzen nam n:^1? D’a-D nn,«1? onnrv anan! Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Würzdurg. In unserer Gemeinde, der seit einer langen Reihe von Jahren der bekannte unermüdliche Kämpfer für rwoM? mm, Herr Districts-Rabbiner Bamberger, vorsteht, herrscht gottlob noch reges Interesse für das wahre Judenthum und dessen Träger. Im Dunkelen, fast im Verborgenen, ist ein Verein thätig, der, wenn er genügend unterstützt, dem Thorastudiunr von bedeutender Wichtigkeit sein kann; es ist dieses nämlich der am npv-Verein, dessen Tendenz es ist, eine Bibliothek jüdischer Werke anzulegcn, um dadurch den Schülern des Herrn Distr.-Rabb. S. B. Bamberger Gelegenheit zu bieten, sich gründlich in den jüdischen Wissenschaften auszubilden. Es werden auch an Nichtmitglieder des Vereins Werke verliehen, damit Jedem die Mittel an die Hand gegeben seien, nach Belieben sich mit der min zu beschäftigen. Dieser Verein ist mit einem andern von noch größerer Bedeutung verbunden, nämlich mit dem v"n p^-Verein. Dieser ist die eiMtliche am na man; die den wenigen bemittelten Talmudjüngern materielle Unterstützung zukommen läßt. Die Ailsgaben dafür belaufen sich auf mehr als 300 fl. jährlich. Die Wirksamkeit des Vorstandes, des Herrn Rabbinats-Candidaten Nathan Bamberger, auf diesem Gebiete ist musterhaft, und wir sprechen ihm dafür unfern herzlichsten Dank aus. Die Thätigkeit des Vereins erstreckt sich nach allen Richtungen. Nach einem einstimmigen Beschlüsse der Mitglieder wurde z. B. im vorigen Jahre beschlossen, ein mm “>sd schreiben zu lassen, wozu wieder eine bedeutende Summe von Vereinsmitteln verwendet werden muß. Es wäre daher zu wünschen, daß diesem edlen Streben von Außen kräftig nachgeholfen itnb daß durch genügende Stütze diese Thätigkeit für Verbreitung der heiligen Lehre eine ausgedehntere werde. Außerdem haben wir noch von hier die erfreuliche Mittheililng zu machen, daß aus der israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt, unter der Leitung des Herrn Distr.- Rabb. S. B. Bamberger, 4 Zöglinge nach ihrer glänzend bestandenen Finalprüfung entlassen wurden und bereits schon Anstellungen haben. Möge es dem Leiter und den Lehrern genannter Anstalt gelingen, noch recht viel Ersprießliches auf diesem Gebiete zu' erzielen. Jsakssohn. Lübeck, 21. Elul. Es erscheint hier ein Blatt, „ Die Eisenvahnzeitung," die sich von jeher darin gefällt, gegen Juden und Judenthmn loszuziehen, und die, eine Verächterin jeden positiven Glaubens, ganz besonders die Bibel, diese Grundlage aller Religionen, in den Augen ihrer Leser zu mißcreditiren und verächtlich zu machen, sich bemüht. So suchte sie jüngst in einer Reihe von Leitartikeln, „die Jesuiten - Thesen sind echt biblisch" und „der Zweck heiligt die Mittel" überschrieben, nachzuweisen, daß die Patriarchen, Moses rc, der GesinnungS- und Handlungsweise der Jesuiten als Vorbild dienten, und daß die Geschichte des römischen Priesterthums der des jüdischen ganz, bis ins Detail, ähnlich sei. Ob der Verfasser mit diesen Artikeln die Absicht verband, die Juden und ihre Religionsgrundsätze bei den Regierungen zu denunciren und ihre Verweisung aus dem deutschen Reiche zu veranlassen, weiß ich nicht; aber das weiß ich, daß heutzutage solche von der Böswilligkeit und Unwissenheit dictirten Artikel Niemanden mehr täuschen und daß sie besonders bei der hiesigen freisinnigen, den Juden sehr wohlwollend gesinnten Regierung und Bevölkerung wirkungslos verhallen. Die darin vorgebrachten Anschuldigungen sind schon so oft und so klar, auch in diesen gesch. Blättern, widerlegt worden, der Unterschied zwischen dem jüd. Priesterthum und dem anderer Bekenntnisse ist jedem nur halbwegs Kundigen so in die Augen fallend, daß es „Eulen nach Athen tragen" hieße, hierüber nur noch ein Wort zu