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Der Israelit · 1872-10-02 · Heft 40 (2.10.1872) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 40 (2.10.1872)
Date
1872-10-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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848 des Heils zu führen und ihnen durch die Taufe die Anwartschaft auf den Himmel und die Gemeinschaft mit den lieben Engelein zu verschaffen!! Altona, im Sept. In Folge des von der Negierung genehmigten Statuts für die israel. Genreinde herrscht in allen Verwaltungszweigen derselben große Regsamkeit, um alte Verhältnisse adzuwickeln und neue ernzuführen. Auch die verschiedenen Eominissionen hielten sich verpflichtet, theilwerse in Rücksicht auf die Reorganisation früherer Zustände jede beabsichtigte Aenderung in Gemeindesachen einstweilen zu inhibiren Besonders hat die Commission, welche noch kürzlich zur Umgestaltung der Gemeindeschule eingesetzt wurde, ihre Thätigkeit nach der ersten Sitzung eingestellt, weil nach dem neuen Statut die Gemeinde verpflichtet ist, die Schule zu galten, sowie das auszuarbeitende Schulregulativ der Regierung zur Genehmigung vorzulegen. Die Einweihung des von der hiesigen hochdeutschen israel. Gemeinde angekauften Begräbnißplatzes am Bornkampwege in Ottensen ist bis zum nächsten Sommer aufgeschoben. Der Bau der Todrenkapelle (f) daselbst und die Einrichtung der Umfassungsmauer ist dem constituirten städtischen Bau-Conducteur, Zimmermeister Ufhausen, übertragen worden. Oester r. - kl n g a r. M o n a r ch i e. ZWien. Der Director der Wiener isr. Blinden- Anstall, vr. Ludwig August Frankel, hat eine neue Methode erfunden, wodurch die Blinden auch zu Setzern herangebildet werden könnten. Er wandte sich daher an den Kaiser, damit man feiner Blinden-Anstalt einige Materialien aus der Hof- und Staats-Druckerei überlasse. Der Kaiser hat Frankel's Bitte bewilligt und schenkte ihm eine vollständige Buchdruckerei-Einrichtung zur Ausbildung von jüdischen blinden Setzern. 9?ikolsburg, im Elul. Wie sehr es leider jetzt schon an Männern fehlt, die sich d e Ausübung einer rvsa, die Verrichtung einer uns von Gott gebotenen religiösen Handlung jut heiligen Aufgabe machen, zeigt unsere von jeher durch frommen, religiösen Sinn ausgezeichnete Gemeinde. Diese zählte früher in ihrer Mitte 10—12 a^mo, die in uneigennützigster Weise, nur aus Begeisterung für die heilige Sache, die Beschneidung Vornahmen; heute jedoch sind deren nur zwei. Vor 20 Jahren widmete ich mich dieser Vip.i rDNPo, und seit jener Zeit fand sich kein Zweiter dazu geneigt. Eben so selten findet man hier einen Mann, der fähig und würdig wäre, als ypin byi am n*-i zu fungiren. Und was noch bedauerlicher ist, es fehlt uns auch an einem c"p"d -^d. Seit dem Tode des rühmlich bekannten ~>dic , penn tteop. SBinber, betrieb dessen einziger Sohn dieses heilige Amt; nun aber wendete sich dieser! dem Handel zu. und da er dadurch einen freieren — . Lebenswandel führen zu muffen meint, wurde er vom; hiesigen Rabbinat des Vertrauens als '20 verlustig er-; klärt. Der Mangel an einen: *iro in einer so großen : und religiösen Gemeinde, wie die unserige, ist aber recht; fühlbar. Möchten daher die an der Spitze unserer Ge-! meinde stehenden ehrenwerthen Männer sich bemühen,! diesem Ucbel abzuhelfen; möge unsere Gemeinde ihren! alten verdienten Ruf der Frömmigkeit und Religiösität auch weiterhin zu erhalten sich bestreben, und möge 'das I junge Geschlecht mit Lust und Eifer der Ausübung der! heiligen mso sich befleißigen, damit es uns nie an; Männern fehle, die, durchglüht von Liebe zu unserer! göttlichen Religion, die Vornahme heiliger Functionen z sich zum Berufe machen. i Das gebe Gott zum Beginn des neuen Jahres ' Moses L. Kohn, Rabb.-Assessor.; Prag, 20. Sept. In unseren: isr. Gemeind ej wesen herrscht vollkommene Ruhe; wenn auch in: AU- I gemeinen leider totale Gleichgiltigkeit gegen religiöse! Dinge immer mehr Terrain gewinnet, so' gibt es doch I hier keine Streitigkeiten und die Behörden werden bei! uns wegen internen Angelegenheiten nicht behelligt, wie? dies eben in Ungarn und anderswo der Fall ist. Mit! Schluß des Schuljahres hat auch die früher so berühmte! Josefstädter Muster-Hauptschule, eine Schöpfung des j sel. Kaffer Josefs II., zu existiren aufgehört. Die bis-; her fungireuden Lehrer wurden sämmtlich pensionirt,! und die Stadt hat zum kommenden Schuljahre eine! neue deutsche Hauptschule, deren Character confessionsj los ist, an ihrer Stelle gegründet. Für den Reliaionsj unterricht der jüdischen wie der christlichen Schulen haben j die betreffenden Religionsgenossenschaften zu sorgen. Daß j einige Lehrer der jüdischen Musterschulc noch ganz vej rufstüchtig sind, genirte den Stadtrath durchaus nicht, j nur christliche Lehrer an der neuen Schule anzustellen I und gegenüber den Vorstellungen des Stadtrathes Dr. Bendiener, der für Anstellung von wen:gstens eines jüdischen Lehrers, schon um Wahrung des Prinzipes willen, mit allem Eifer eintrat, wurden pecuniäre Gründe geltend gemacht, indem auf die baldige Pensionssähigkeit des jüdischen Candidaten hingewiesen wurde. Die isr. Gemeinde-Repräsentanz hat für die Clementar- Haupt- und Mittelschulen zwei Religionslehrer anzustellen. Die Besetzung soll schon bald vor sich gehen. An Candidaten herrscht kein Mangel; die Wahl ist aber hierdurch nur erschwert. Eigentlich ist es gegenwärtig mit den: Elementarunterricht in der Religion nicht übel bestellt. Die Talmudthora-Schule gedeiht gut, auch die Freischule des jüd. Fortbildungsvereines ist nicht ohne Verdienst, der unentgeltliche Unterricht wird gern von den Eltern benützt, und viele arme Kinder entwickeln nach und nach Verftändniß und Geschmack für das Hebrärsche, so daß bei einiger Fortbildung dieselben zu

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