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Der Israelit · 1872-10-02 · Heft 40 (2.10.1872) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 40 (2.10.1872)
Date
1872-10-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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847 unser Thnn und Lassen prüfen und alles Böse und Schlimme, das diese Prüfung ans Licht stellt, aufs Sorgfältigste entfernen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 26. September. Herr Moritz Bloch, Gutsbesitzer von hier, hat bereits vor längerer Zeit in Anerkennung seiner Thätigleit als Delegirter des hiesigen Sanirätscorps während des Krieges 1870—7i eine Decoration erhaltein Neuerdings ist ihm ans demselben Anlasse von Sr. Majestät dem deutschen Kaiser der Kronenorden huldvollst verliehen morden. Berlin. Die Zeitungen beschäftigen sich jetzt viel mit dem veralteten und von vornherein schadhaften Gesetze vom 23. Juli 1847, welches „die Verhältnisse der Inden," d. h. der. die 1847 zu Preußen gehörten, regelte. Dasselbe sollte ein Fortschritt sein und war ein arger Rückschritt, hoffentlich wird es jetzt endlich auf gesetzlichem Weg ans der Welt geschafft, nachdem es bereits 1848 obsolet geworden war. Das hatten sogar die Minister der „rettenden That" noch 1849 anerkannt und erst den Ministern des „Bruches mit der Revolution" war es Vorbehalten, dasselbe trotz der beschwornen Verfassungs-Urkunde, gleichsam durch euw Hinterthür den Betheiligten wieder aufzunöthigen. Die Minister v. Raumer und von Westphalen erließen nämlich unterm 16. Februar 1853 eine Verfügung, deren Veröffentlichung sie ausdrücklich den einzelnen Regierungsbehörden verboten, wodurch letztere angewiesen wurden, das Gesetz ohne Weiteres einznführen und bei der Gelegenheit die neue Entdeckung der beiden Minister in den Kauf nehmen mußten, daß die Juden „als Religionsgesellschast nicht anzusehen" seien. Kaum glaublich und doch wahr! Die Entdeckung mußte nämlich gemacht werden, weil die Verfassungs-Urkunde vorschreibt, daß „jede Religionsgesellschaft" ihre Angelegenheiten selbstständig ordnet und verwaltet und das Gesetz von 18-.! 7 gerade das Gegentheil von selbstständiger Ordnung und Verwaltung enthält und sogar die Bestätigung der Vorsteher durch die Regierung vorschreibt! f attingen a. d. Ruhr, 16. Sept. Die feierinweihung der neuen Synagoge fand hier am 13. Statt. Den Weiheakt vollzog Herr Lehrer Blumenfeld aus Essen. Das neue Synagogen - Gebäude entspricht den hiesigen Gemeinde-Verhältnissen, ist in seinem Innern zweckmäßig und schön eingerichtet, hat Gasbeleuchtung, einschließlich des Kronleuchters für 62 Flammen. Auch die hinter der Synagoge begonnene, im Bau begriffene Schule nebst Lehrerwohnung verspricht nach Lage und Einrichtung ein schönes Gebäude zu werden. (K. Z.) HalberfTadt, 23. Sept. Am jüngst verflossenen j 'v n?i£ wurde uns die große Freude zu i Theil, Herrn Dr. K o ref, jetzt Rabbiner zu Rawicz, I von der Kanzel unserer Synagoge sprechen zu hören. Er hielt seine Abschiedsrede, wozu er von unserem wohl-! löbl. Vorstande aufgefordert wurde. Obgleich wir durch ercellente Vorträge von Seiten unseres hochwürdigen Herrn Rabbiners Dr. A u e r b a ch sehr verwöhnt sind, und es daher einem andern Redner sehr schwer fallen wird, einen gefälligen Eindruck auf den Geist und das Gemüth unserer Gemeinde zu machen, so ist es dennoch Herrn Dr. K o r e f vollständig gelungen, den allgemeinen Beifall hervorzurufen. Wenn schon das wohlklingende Organ die Gemüther ergötzte, so war es noch vielmehr die herrliche Sprache, mit der er seine erhabenen Ideen über die Aufgabe des Judenthums im Allgemeinen und die eines jeden Einzelnen in Israel besonders entwickelte. Er zeigte vollkommen, daß er der Rede Meister ist und außer seinem reichen, profanen Wissen es auch gewandt versteht, Stellen in Midrasch und Talmud geistreich auszulegen. Rührend war der Schluß der Rede, in welchem er seinen drei hochwürdigen Lehrern, dem hier, seinen Dank aussprach und von der Genreinde, in welcher er während seiner Studienzeit eine freundliche Aufnahme fand, herzlichen Abschied nahm. Er verließ uns noch anr Abend desselben Tages, und am Bahnhofe hatte sich außer den jungen Leuten, die hier Talmud bei ihrn studirt, auch ein großer Theil der Gemeinde, sowie der Vorstand zum Abschiede eingestellt. Mögen die guten Wünsche, die seinem Wege! folgten, dort in schönste Erfüllung gehen!! Der Gemeinde zu Rawicz wünschen wir zu solcher - Acquisition von Herzen Glück. M. L. l Kassel, 17. Sept. Wohl deßhalb, weil in dieser j ernsten Zeit eine Erheiterung sehr am Platze ist, hat I vorgestern ein Pfarrer [au3 dem Braunschweigischen in j der hiesigen Bruderschaft die „Judennlisfion" zum Ge- > genstande seines Vortrags gemacht. Der fromme Herr 1 meinte, es sei nun endlch an der Zeit, auch die Juden, welche trotz ihres Vermögens und ihrer Gleichberechtigung mit den Christen doch elend seien, weil sie im Tode ihre Hände nicht nach dem lieben.ausstrecken könnten, dem Schasstalle . . . zuzuführen. Der Redner ermahnte die zahlreichen Zuhörer, Alles aufzubieten, um die verstoßenen Söhne Israels auf den Weg

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