Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1872)
- Date
- 1872-09-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWWWWWW» 81 o Landauer Rabbinatsbezirke sind sich nb:o, machen am Sabbat Nachinittag „im Cafö ein Spielchen" :c. rc. Unb da sollte ein ehrlich-religiöser Jehudi etwas auszusetzen habend Nur „Salvendi in Dürkheun und der ihm gleich, oder nicht viel über chm ftehurde Troß", wie der Herr Bezirksrabbiner zu Landau „in einem j politischen Blatte", im „Pfalz. Kurwr" vom 10. November v. I, sich fein ausdrückt, können in ihrer fanatischen Verblendung an diesen „Cultusbeamten" etwas auszusetzen haben, können darüber ach! und weh'! schreien, eine „Erklärung" erlassen u. dgl. mehr: gescheidte Leute, wie Grünebaum und Andere mehr, thuen als ob sie dergleichen gar nicht sehen und hören möchten. Der Schweinefleisches von Schochet soll zaw arn vier Wochen „ge passelt" worden sein: nun, das muß man ichon um Derer willen thun, die „noch an dergleichen glauben", denen das „ritualgesetzliche Leben" ihres Schochet nicht ganz gleichgiltig ist, oder wenn dies, wie man unter den höchst traurigen Umständen nothgedrungenen annehmen muß, doch der Fall, wenigstens das Dccorum gewährt wissen wollen. Bei sich aber ist man fest überzeugt, daß das Vergehen nicht so groß, daß der Schochet „sonst ein braver und intelligenter Mann" sei, imb man keineswegs „fanatisch gegen ihn Vorgehen" dürfe. Die Leser des „Synodalblatt" sind mit dieser Ansicht vollkommen einverstanden, und die unwissenden Lehrer der Pfalz klatschen Beifall dazu, die „Liberalen" halten „die ganze Geschichte für Schwindel", die „Halbfrommen" reden - in der Gesellschaft anderer Halb fronnnen — darüber, „was der Rabbiner da gethan," halten es aber durchaus nicht für nöthig, sich um solcher Lappalien willen zu „echansftren" und sich „durcheinander zu machen" (diese r.onyn werden sehrstrenge in der Pfalz beobachtet!). „Und die wahren und echten Iehudimü" höre ich Sie frageu. Mit diesem Artikel können wir Ihnen, Herr Redacteur, hier nicht dienen, und müssen Sie denselben schon anderswo suchen, wenn Sie darnach Lust tragen. Leipzig, -1. Sept. Dem Reichs-Oberhandelsgerichte droht ein empfindlicher Verlust, da ein hervorragendes Mitglied desselben, Dr. Goldschmidt, einen Ruf an die Universität Berlin als ordentlicher Professor des römischen Civilrechts und des Handelsrechts erhalten hat. Indessen ist eine endgiltigo Entschließung des Berufenen noch nicht erfolgt. (Bad. L.-Z ) O e st e r r. - U u g a r. M onarchi e. DKien, 29. August. Am 23. Juli d I wurde Herr E. H o w ard vom Pabste zum Erzbischof von Neocäsarea und Koadjutor des Kardinalbischofs von Frascati ernannt. Wie hiesige Blätter mittheilen, heißt dieser neue Erzbischof eigentlich Austerlitz und ist ein aus Prag stammender getaufter Jude, der vor vielen Jahren vom Prager Strafgerichte wegen Betruges und anderweitiger Schwindeleien zu 2 Jahren schweren Kerkers verurtheilt wurde!! A m o x i £ a. New - Aork. Ein hiesiges Blatt berichtet von der Trauung eines jüd Wittwers mit einer kurz zuvor zum Judenthum sich bekehrenden Christin. Hierzu bemerkt „Jew. Mess.": Dr. Mayer, der das Mädchen ins Judenthum ausgenommen und auch dessen Trauung mit dem jüd. Wittwer vollzog, hätte aber auch leicht in Erfahrung bringen können, daß der Wittwer erst vierzehn Tage vorher seine erste Frau zu Grabe gel e i t e t h a t. Feuilleton. Jerusalem. s Schlug. > Abraham Aschkeuasi der Chacham Baschi ist ein schöner, klug aussehen'Mann in den sechsziger Jahren, mit langem weißen Bart und in morgenländischem Anzuge. Als Haupt der Juden tut hl. Lande und als osficiell unerkannter Vermittler derselben und der türkischen Regierung ist seine Stellung der eines auswärtigen Consuls ähnlich. Er ist vom Sultan schon mit dem diamantenen Medschidje-Orden decorirt worden und steht überhaupt bei der Regierung in hohem Ansehen. Wir waren selbst Zeugen der Ehrenbezeugungen z. B. des Handkusses u. a.. die nur Personen ersten Ranges gezollt werden. Unsere Unterhaltung mit dem Chacham erstreckte sich aus wichtige Angelegenheiten der Juden in Jerusalem: ganz besonders wurde die Frage der Wasserprovision der Stabt erörtert. Auch hatten wir das Vergnügen andere Rabbinen zu sprechen, mit denen wir uns über die Verhältnisse der Juden im hl. Lande unterhielten. Eine im Bau begriffene neue Synagoge und fünf alte Bethäuser wollten wir noch besichtigen; dieses thaten wir jedoch flüchtig, weil sich nrrs da rrichts Interessantes in antiquarische? Beziehung darbot, außer in einer derselben ein