Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1872)
- Date
- 1872-09-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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811 Stein mit gehauener gothischcr Arbeit, welcher einem Gebäude aus dem 14. oder 15. Jahrhundert zu entstammen scheint. Die Gcbetweise in den Synagogen ist der der westlichen orthodoxen Juden fast ganz ähnlich, was wir während der Anwesenheit bei dem Freitag-Abend- und Sabbatgebete zu bemerken Gelegenheit hatten. Von den übrigen Sehenswürdigkeiten, die wir fast alle besichtigten, mögen noch die Kotakomben erwähnt werden, die von weit größerem Umfange als die zu Paris, Rom und London sind. Wir wollten von mehreren Gegenständen Zeichnungen nehmen, aber das mangelhafte Licht gestattete uns dieses nicht. Sehr Vieles weist hier auf die frühere Geschichte des Tempels hin, wie z. Bdie Vorrathshäuser, die Ueberreste eines mächtigen Springbrunnens, die Wasserleitung zunr Tempel und zur Stadt, wodurch sich der Umstand erklären läßt, daß in Jerusalem nie selbst in den Zeiten der Belagerung Wassermangel war. Es ließe sich daher dem Wassermangel heutzutage sehr leicht abhelfen. Von mächtigem Interesse sind die Gräber der Richter, das Grab Rachels (<?), die Gärten Salomon's, die alle Zeugnrß von der großen Vergangenheit Israels ablegcn. Die vielen jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten zeugen ebenfalls von dem nimmer müde werdenden Wohlthätigkeitssinn der Juden im Orient und Occident. Die die Menschheit erniedrigenden, doch sonst zwecklosen Versuche der Missionäre zur Bekehrung der Juden, erregen Ekel in dem Gemüthe eines jeden gebildeten Menschen. Unverständlich bleibt es jedenfalls, daß im 19. Jahrhundert noch Menschen gibt, die sich die eroberte Seele 800 L. kosten l^'en.'"') *) In Bezug auf diesen Missionsverein lasen wir vor Kurzem in „The Pall Mall Gazette: Es gibt in der ganzen Welt keinen Verein, der mit solcher Ausdauer und solcher Hingebung, aber sonst mit solchen üblen Folgen arbeitet wie Der Vorsitzende des Vereins, Herr.' H. Guedalla. erstattete deni Herrn Lumley in: Namen aller Anwesenden den herzlichsten Dank für seine Mittheilungen, die auf eine Weise vorgetragen, welche seine Liebe und sein hohes Interesse für das Judei.thum und seine heilige Vaterstadt zeigten. Ganz besonders war die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf die Partie gerichtet, in der Herr Lumley von seiner Schrift über die Wasserleitung sprach, wo er auseinaudcrfctztc, daß es eine naheliegende Möglichkeit sei, Jerusalern mit Wasser zu versorgen. Herr Guedalla erzählte, daß er während seines Aufenthalts in Jerusalem wöchentlich 9 fl. für Wasser verausgabte, cs wäre daher eine dringende Nothwendigkeit, dein Wassermangel abzuhelfen. Es waren seinerzeit von der Burdett Coutts 25,000 L. (300,000 fl.) zu diesem Zwecke angcboten, aber von dem Sultan abgelehnt worden, indem er den Vorsatz angab, dieWasserwerke auf seine Kosten Herstellen zu lassen. Jedoch bis setzt ist in dieser Sache noch nichts geschehendas Pros.ct wurde nicht zur Ausführung gebracht, bis Herr Lumley es in seiner letzten Schrift in Anregung brachte. Schließlich erlauben wir uns. noch der von Herrn Lumley zum Schlüsse ausgesprochenen Worte Erwähnung zu thun: „Wenn wir in unserem Gebete zu Gott um Wiederaufbau Jerusalems flehen und z'rpz r.r.v •J‘0'3 sagen, denken wir selten daran. daß wir selbst Vieles für die verarmte Stadt und ihre in Kummer und Elend lebenden Bewohner thun könnten." A l c v a nder D u p a r c. j dieser. Tie jährlich belehrten Juden können weder nach Hun-! verteil, Zwanzigen, noch nach Halbdutzendcn, wie wir genau j wissen, gezählt werden. Tie Juden sind im Allgemeinen wohlhabend, klug, halten treu ihre Gesetze, mit einem Worte, sie sind schätzbare Staatsbürger in allen Ländern. Tabei sind sie größtenthcils gelehrt und gebildet; sic besitzen Geistesarel. Es ist ebenso hoffnungslos, einen Juden zu bekehren, wie einen Quäker von seiner Lehre abzubringen, und um nur einen von diesen beiden bekehren zu wollen, bedarf cs so vieler Geschicklichkeit und einer so lebhaften Hingebung, wie sie wohl selten Jemand besitzt. A N Z_EJl_G E X. ft'11 junger Mann mit recht guten Verkennt,lissen, ein x vl/vl Uly Vflvüv* guter Verkäufer ist, sucht eine Lehrlingsstelle in ei- Jn meiner am Sabbat und an Feiertagen geschlosncm modernen Geschäfte, das Sabbat und Feiertage gesellen Eisenwaarenhandlung ist für einen mit den nöschloffen ist. Man wünscht Kost und Logis im Hause, thigen Vorkenntnissen versehenen jungen Mann von acht- sowie freie Lehre gegen 3jährige Lehrzeit. Francobarer Familie eine Lehrlingsstelle vacant. j Offerten sub Nr. 1935 nimmt die Erped. d. Bl. ent- I. M. Hochheimer! gegen, in Mergentheim.;