Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1872)
- Date
- 1872-09-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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VI. DaS Herz. (‘3 rfcnp) 7kceq a’Da aäi pon oan av. Das Herz des Weisen ist zur Rechten und das Herz des Thoren zur Linken. Frage: Mein Vater! Salomo sagt, daß das Herz des Weisen zur Rechten und das Herz des Thoren zur Linken ist. Ist denn das Herz nicht bei allen Menschen auf derselben Stellet Antwort: Mein Cohn! Du begreifst wohl, daß dies nur ein Bild ist; so haben in ähnlichen Bildern auch Moses und die Propheten gesprochen, weil dies einen bessern Eindruck macht. Der Weise, welcher aus dem rechten Wege wandelt, hat das Herz zur Rechten. Der -n"s» (der Trieb zum Bösen) sucht immer den Menschen vom rechten Wege abzubringen und ihn zur Linken zu führen. Der Gerechte, welcher stark genug ist, um ihm zu widerstehen, schreitet immer mehr nach Rechts; je weiter er nach Rechts vorangeht, desto mehr entfernt er sich von der Linken und schließlich macht es ihm gar keine Mühe, den “iW zu besiegen. Der Thor aber entfernt sich nach und nach immer mehr von der Rechten, bis er endlich an keine Offenbarung und an kein höheres Gericht mehr glaubt. Wir finden im Talmud (V'd ma-o) ein ähnliches Bild. Der Eine vergleicht dort den mit einer Fliege, von welcher Salomo ('a r”7np) sagt, npn yw ty\xa* rra oiar, daß sie eine ganze Flasche Rosenöl übelriechend machen könne, während ein Anderer von ihm sagt, daß er dem Weizen gleiche. Der Eine vergleicht den mit einer Fliege, die sich zwischen den beiden Oeffnungen des Herzens hält, d. h. der sucht den Menschen zu verführen und ihn vom rechten Wege zur Linken zu führen, um seine kostbare Seele, die mit der Essenz des Rosenöls zu vergleichen ist, zu vernichten. Der Andere vergleicht ihn mit dem Weizenkorn, dessen Absall nur äußerlich und dessen so nützliches Innere das Hauptnahrungsmittel des Menschen bildet. So ist es auch mit dem -.7i"sp; wenn man ihm vom Anfang an nicht gehorcht, ist er dem Menschen sehr nützlich; ihn besiegt zu haben, wird ihm ungerechnet werden. m-e Fol. 40 bringen unsere Weisen noch ein ähnliches Bild. Was für ein Baum war cs, von welchem Adam gegessen"? wird dort gefragt. Der Eine sagt; Es war ein Weinstock; ein Anderer: es sei ein Feigenbaum gewesen und ein Dritter: es war Weizen. Sie disputirten darüber, ob in Adam schon der war, der sein Herz verführt, so daß Adam dem Befehle Gottes nicht gehorcht, oder ob Adam sich blos von Eva habe verleiten lassen und im Innern noch ein reines Herz batte. Der Erste sagt, es wäre ein Weinstock gewesen, i Die Trauben haben im Innern (die Kerne) und äußerj lich (die Haut) Abfälle; ebenso hat Adam durch die j innere Erregung des und äußerlich durch den > Rath Eva's gesündigt.! Der Zweite sagt, es war ein Feigenbaum. Die I Feige hat als Abfall imr kleine Kerner im Innern. Dieser wollte also damit sagen, daß die Frau ihn nicht hätte verführen können, wenn der vrsr nicht schon in ihm gewesen wäre. Der Dritte sagte, es war Weizen. Der Weizen hat nur äußerlich Abfall (die Hülle). Adam hatte, wollte dieser damit andcuten, weiter keinen Verführer als seine Frau. Die Weisen sagen auch, daß die Uebertretung gewisser Gebote die Beschneidung des Herzens wcgnimmt, d. h. daß das Herz verstockt wird. Die wirkliche Beschneidung wurde wahrscheinlich befohlen, damit das Herz auch beschnitten sei, um die Kraft zu haben, die Gebote Gottes zu befolgen, und gewisse Sünden verstocken das Herz, als wäre es nicht beschnitten 'cb^y rvs->a 3y'2r.. Unsere Weisen sagen auch in den Sprüchen der Väter; Ein gutes Herz ist die beste Eigenschaft der Menschen. — Das ist leicht zu begreifen; denn wenn das Herz Herr seiner (des Menschen) Leidenschaften ist, kann er nicht Böses sondern nur Gutes thun. Nur wenn das Herz vollkommen und gesättigt von Gesinnungen guter Eigenschaften ist, kann der Mensch in vollständiger Sicherheit den Weg durch das Leben wandeln. Dieses können wir auch aus deu Worten unseres Vaters Abraham verstehen, welche er zu den drei Engeln gesagt: mayn ma oaaV nyo. Sättigt Euer Herz, dann könnt Ihr Eures Weges weiter gehen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Mdda, 21. August. (Durch Zufall verspätet.) Heute geleiteten wir einen Mann zu Grabe, dessen Andenken stets ein gesegnetes bleiben wird. Herr Löb Katz, ein talmudisch gebildeter Mann, weit bekannt ebenso sehr durch seine wahre Religiosität wie durch seine Wohlthätigkeit, ist aus dem Kreise der Seinigen geschieden, um in ciu besseres Jenseits einzugeheu. Die rastlose Thätigkeit dieses Mannes von Jugend an, im Geschäftsleben, wie wenn es galt, Gemeinnütziges zu fördern. Gutes zu stiften, hatte früh schon seine Körperkrast gebrochen, während sein Geist frisch und klar blieb