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Der Israelit · 1872-09-18 · Heft 38 (18.9.1872) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 38 (18.9.1872)
Date
1872-09-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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803 beeilt sich, früh am Morgen zur Ausführung des Gottesgebotes zu schreiten, mon nx aorn, er, der Fürst, der reiche, vornehme, hochangesehene Mann sattelt selbst seinen Esel und bereitet Mes sorgfältig vor, was zur Ausführung des Gottesbefehles nothwendig ist. In der Nähe des Berges Morijah läßt er die Knechte Zurückbleiben, danut diese ihn nicht etwa zurückhalten und räumt so alle Hindernisse, die der Vollziehung des göttlichen Willens etwa entgegentreten könnten, im Voraus aus dem Wege Was aber war's, das den Abraham stark genug machte, diese furchtbare Versuchung zu überwinden? Es war der unerschütterliche Glaube an den all mäßigen Gott, der Sich ihm offenbart hatte; es war die unendliche Liebe zu dem Allgütigen, die jedes andere Gefühl überwog und zurückdrängte, es war die Ueberzeugung, daß mit diesem Leben nicht Alles abgeschlossen, daß vielmehr der Tod nur die Brücke zum ewigen Leben ist. (Schluß folgt.) Neiigjöse Ptichruag im W. /milinkrtift. Von B. Kosmann.! heilige Gesetz nicht hält, so wirft du die Antwort von ' ihm erhalten, dag er nichts glaubt. Er glaubt nicht j an die Offenbarung, er denkt / das Ganze ist eine Erfindung Er begreift nicht, daß diese falschen Behauptungen von ihm daher rühren, weil er seine Seele nicht genährt, sie vielmehr vernachlässigt hat, so daß sie nicht im Stande ist, zu sehen; und darum glaubt er nichts. Wenn also König Salomo sagt, daß der Thor im Finstern wandele, so wollte er damit sagen, daß der; Thor seine Seele nicht unterstützt, daß sie klar und denk-! lich sehe.! Die Welt ist eine Schule, in der sich verschiedene j Schüler befinden. Die Bessern unter ihnen arbeiten,! um sich eine Zukunft zu gründen, sie berauben sich aller > entbehrlichen Vergnügungen; ihre Gedanken find stets! nur dahin gerichtet, ihren Lehrer zufrieden zu stellen-. ■ während viele Andere gleichsam blind sind, die nur! ihrem Amüsement nachjagen und nie an ihre Zukunft denken. Alle Zeit , die ein Schüler für seine Annehmj lichtest zubringt, ausgenommen derjenigen, die für seine Gesundheit nothwendig ist, bringt ihm Nachtheil für seine Zukunft. Ebenso ist es beim erwachsenen Menschen; Alles, was nicht stricte Nothwendigkeit zur Erhaltung : seines Körpers» alle Vergnügungen, die nicht gerade für j seine Gesundheit erforderlich, bringen ihm Nachtheil für! die künftige Welt. V. Der Thor. Mer Thor wandelt im Finstern, -ftin iiriro ^dd.) Frage: Mein Vater! Warum sagt der Vers, daß der Thor im Finstern wandte? Scheint denn die Sonne nicht für die ganze Wett? Antwort: Mein Sohn! Gewöhnlich beschäftigt sich der Mensch von Morgens bis Abends siir seinen Körper, sei es nun für dessen Nahrung oder dessen Vergnügungen, ohne daran zu denken, Etwas für seine Seele zu thun. Wenn dueinen solchen Menschen fragst , zu welchem Zwecke diese tägliche Beschäftigung ist, so wird dir der Thor antworten: Unser Hauptzweck ist, Geld zu gewinnen. um uns zu ernähren, zu kleiden, uns zu amüsiren, um bequem leben zu können und um unsere Gesundheitzu erhallen, denn ohne dies könnten wir uns nichtaufrechleryalten. Der Thor denkt nichtan die wesentliche Sache, die unser Leben, unsere Epistenz ist; er vergißt an die Seele. Dieses arme Geschöpf ist gänzlich vernachlässigt. Freilich muß man essen, denn sonst könnte man nicht leben; aber Essen, Trinken u. s. w. darf und kann nicht der Zweck des Lebens icin. W.nn du den Thor ferner fragst, warum er das Sowie bei einem Schüler die Mühen, die er sich j beim Unterricht gibt, dessen Verstand schärfen und ihn! fähig machen, eine Zukunft sich zu gründen, so auch! stärken bei jedem Menschen die guten Handlungen, die er vollzieht und die Leiden, die er zu ertragen hat, die Seele und niachen sie fähig, die Beftinlmung des Menschen auf Erden immer mehr zu erfüllen. Daher soll der Mensch sich nicht beklagen, wenn er leidet; denn die Leidenstage und die Tage der guten Handlungen werden ihm als wahre Tage anzerechnet, für die die Belohnung nicht ausbleibt. Wir sagen in unserm Morgengebet: Gelobt sei Gott, der dem Hahne die Unterscheidungsgabe gegeben, zu unterscheiden zwischen Tag lind Nacht. Das Wort welches Hahn heißt, kann auch Herz bedeuten; demnach soll de.r Ruf des Hahnes uns erinnern. Gott zu loben, daß wir ein Herz haben. zu unterscheiden zwischen dem Lichte und der Finstcrniß und Gott zu danken, daß wir keine Thoren silrd, die im Finstern wandeln. Unsere Weisen haben wohl auch deßhalb den Segensspi uch über das Licht vor y’2Z' rxn? gestellt; denn um Gott anzuerkennen und sich Seinen Gesetzen zu unterwerfen, muß man das Licht der Seele besitzen und darf nicht ein Thor sein, der im Finstern wandelt.

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