Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1872)
- Date
- 1872-09-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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reicher Mann einer andern, ckcht halb jo furchtbaren Versuchung wirklich unterlegend oma« '’n -iiax, „Einer war Abraham. "Gott bedurfte dieses Einen, um ihn der ganzen Menschheit als Muster und Beispiel darzuftellen und deshalb wollte er ihn auf die höchste Stufe der Vollkommenheit erheben. Da aber Der Mensch ein m»rn p, Da er die absolute Freiheit besitzt, nach eigener Wahl zu thun oder zu unterlassen, zu siegen oder zu unterliegen, so konnte für Abraham die höchste Vollendung nur durch die Ueberwindung der schrecklichsten Versuchung erreicht werden. npxn -inx »m. „Und es geschah nach diesen Begebenheiten." Nach welchen Begebenheiten? Nachdem Äbrahanl groß, reich, mächtig., angesehen geworden war, wie wen ge Menschen. Als ein opPx x’ipj, als ein göttlicher Fürst, wird er von seinen Nachbarn gepriesen. 318 Sclaven weiden seine Heerden, bebauen seine Felder, sind jedem seiner Winke gewärtig, und groß ist sein Reichthum an Gold, Silber und Heerden; das Alles gibt ihm den Rang eines Fürsten; aber er ist mehr, er ist ein göttlicher Fürst; leine Tugenden, seine Frömmigkeit, sein Edelmuth, seine unumschränkte Gastfreiheit, seine Uncigcnnützigkeit, sind weit und breit bekannt, und sein Ansehen ist so hoch gestiegen, daß Könige kommen, um ihn aufzusuchen. Nun ist er auch Sieger in der Feldschlacht geworden; vier mächtige, siegreiche Könige sind mit ihren sieggewohnten Heeren von Abraham und seinen Kitechten niedergeworfen und in die Flucht geschlagen; fünf Könige und zahlreiche Kriegsgefangene verdanken ihm Befreiung und Rettung. Was ihm einzig noch gefehlt hat — auch das ist ihm geworden: der blühende, hoffnungsreiche Sohn der geliebten, des edlen Gatten würdigen Sara, wächst heran zur unendlichen Freude der Eltern, ein Erbe ihrer Reichthümer, ihrer Tugenden und der ihnen zu Theil gewordenen göttlichen Verheißungen. Da erscheint der allmächtige Gott und versucht den Abraham, und befiehlt ihm, diesen einzigen geliebten Sohn, an den sich die Zukunft seines künftigen Geschlechtes knüpfen soll, zum Opfer darzubringen. Ach. auch an uns ttitt häufig die Versuchung heran. An die Reichen, Großen, Vornehmen, von allen Gepriesenen und Beneideten mehr als an die Armen und Geringen. Da gibt es Menschen, die Gott aus dem Staube emporgezogen: Er hat ihr Händcwerk gesegnet, ihren Erwerb vermehrt, ihren Unternehmungen Gedeihen gegeben. Die vormals gering und unbedeutend waren, werden groß und angesehen, ragen aus der Mitte der übrigen Menschen hervor, verkehren mit Grafen und Fürsten, mit Königen und Kaisern. Aber all die Wohlthaten, die Gott ihnen gespendet, sind bald vergessen; nicht das geringste Opfer können sie dem Allgütigen bringen; gerade das viele Gute, das ihnen Gott gespendet, verblendet ihre Sinne und macht übermüthig ihr Herz; vergessen werden Gottes heilige Gebote und selbst > des Namens ,^Jude" schämen sie sich; auch ihre Wohlthaten sind häufig rmr Schein, nur Mittel, um zu glänzen und Auszeichnungen zu erlangen. Tritt bte Versuchung an sie heran, so unterliegen sie, und all ihre Hoheit und all ihr Glanz und all ihre Reichthümer vermögen die sittliche Blöße nrcht zuzudecken, vermögen ihnen keinen Ersatz zu bieten für die heilige Religion unseres Gottes, vermögen ihnen in ihrer Gottlosigkeit keinerlei Stütze zu bieten. Wir aber wollen sehen, wie Abraham die Versuchung überwand und uns an seinem Beispiele kräftigen. ’:jn poxm amnx rPx „Als Gott den Abraham rief, da sprach er, siehe, ich bin bereit." Mögen auch wir stets bereit sein, Gott zu gehorchen. PNL' HX “2HX P£'X •"PIT HX *^3 PX XJ np PCX’? „Und Gott sprach, nimm doch deinen Sohn, deinen Einzigen, den du liebst, den Jizchak." In welch ergreifender Weise führt Gott selbst die Größe des Opfers, das Er heischt, dem Abraham zu Herzen! „Nimm deinen Sohn!" Es gibt keine größere, anfopferungssähigere, hingehendere Liebe, als die der Ettern zu ihren Kindern. V22 Py 2x orna. „Wie der Vater sich seiner Kinder erbarmt." 'Jorun -vx ->ox isrxr. „Wie ein Mann, den seine Mutter tröstet." — Das sind Beispiele. wie Propheten das Gefühl der Eltern für ihre Kinder als das größte und innigste betrachten, welches die Menschheit kennt. Und dieses heiße und innige Gefühl soll zurückgedrängt werden durch den Befehl des Allmächtigen! Jeder Vater, der seinen Sohn hat geboren werden sehen, der ihn erzogen in Liebe und Strenge, in Freude und Schmerz, mit Hoffnung und Kummer und in immerwährender Sorge, weiß, was das heißt, einen Sohn verlieren zu sollen; jeder Vater, der schlummerlose Nächte zugebracht an dem Krankenbette seines Kindes, in Angst und Qual jedem Athemzuge lauschend, all sein Denken und Fühlen vereinend und ausströmend in das einzige Gebet zum Allhcrrn um die Rettung seines KindiS, wird sich vorstellen können, was es heißt, wenn von ihm verlangt wird, daß er selbst dem Lieblinge seines Herlzens ein Leid anthue! Und nun gar ein solcher Sohn, an dcffcn Zukunft alle Hoffnungen des Vaters sich knüpfen, der da bestimmt ist. all das Hohe, Hehre und Schöne, das der Vater während seines ganzen Lebens erstrebt hat, weiterzuführen und fortzuentwickeln, „deinen einzigen Sohn, den du liebst, den Jizchak," an den Gott selbst die erhabensten Verheißungen geknüpft hat, diesen Sohn verlangt Gott, scheinbar im' Widerspruche mit sich selbst, da er doch gesprochen mi -p xip’ pNL'3 p, „denn durch Jizchak soll dir Samen genannt werden" — ihn verlangt Gott zum Opfer. Und Abraham? Er widerspricht nicht, er murrt nicht, er beruft sich nicht auf die vorangegangenen Verheißungen, die dieser Forderung entgegensichen, ja er zögert nicht, er ist nur von dem einen Wunsche beseelt, Gottes Befehl zu gehorchen, ppaa nrrnx ddip’i , er