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Der Israelit · 1872-09-11 · Heft 37 (11.9.1872) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 37 (11.9.1872)
Date
1872-09-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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gegen der ägyptischen Götterlehre, geheimnißvoll ausgesprochen habe. Die biblischen Nachrichten über Moses werden durch diese Ausschlüsse theils bereichert, theils bestätigt. Um jedoch aus unfern Papyrus Harris zurückzukommen, so führen wir das Wichtigste aus der Uebersetzung desselben durch Eisenlohr an. „Es war Aegypten (so lauten die Worte des Königs) in Verfall gerathen, jeder that nach seinem Belieben, lange Jahre war kein Oberhaupt, welches die Obergewalt gehabt hätte. Aegypten gehörte 'den Fürsten in den Gauen. Einer tödtete den andern in Eifersucht Da hatte sich unter ihnen ein syrischer Häuptling zum Fürsten gemacht, der brachte das ganze Land zum Gehorsam unter seiner einzigen Führung. Er versammelte seine Genossen, plünderte die Schätze des Landes. c^ie hatten gemacht die Götter den Menschen ähnlich.5) Nicht wurden mehr Opfer dargebracht im Innern der Tempel. Da setzten die Götter ihren Sohn, hervorgegangen aus ihren Gliedern, zum Fürsten des ganzen Landes, den Ra Seti necht. Er stellte das ganze Land zurecht, das in Aufruhr gewesen; er vernichtete die Frevler und reinigte den Thron Aegyptens. Das Eingestürzte richtete er wieder auf, die Tempel mit ihren Stiftungen, nur zu opfern der Neuuzahl der Götter nach ihren Satzungen." Mit diesem Berichte des Königs wird in dem Vortrage die Erzählung des Manetho beim Josephus verglichen. Nach ihm sind zwischen dem König Amenephtes und Seti necht, welcher hier als Unterdrücker der politisch-religiösen Revolution der Fremden genannt wird, noch Amenmeses und Sipta Thuoris als Könige einzureihen. Weiter berichtet Manetho, daß unter Menepta's (Amenophis') Regierung Osarsif, der sich später Moses nannte. Len in die Beinbrüche und später nach Abaris verwiesenen Unreinen (d. h. wohl Fremden) geboten habe, die Götter nicht zu ehren, noch sich des Fleisches der heiligen Thiere zu enthalten. Amenophis, welcher zuerst vor ihnen hatte nach Aethiopien flüchten müssen, kehrte zurück, besiegte sie zuletzt sowie die von ihnen zu Hille gerufenen Hyksos und trieb sie aus dem Lande. Eisenlohr combiuirt hieraus, daß der svrische König , der sich zum Oberherrn über ganz Aegypten gemacht, vor welchem auch Amenophis nach Aethiopien hatte flüchten müssen, Amenmeses gewesen, und daß unter ihm und seinem Sohne die polltisch-religiöse Erhebung der Israeliten durch Moses stattgesunden habe. Die Berichte Manetbo's stimmen auch mit unseren hier in dem Vortrage gebotenen im Wesentlichen überein. 5) D. h. sie unterließen die Verehrung der Götter, so daß sie keinen Vorzug vor u yjicnfdien hatten. Die ägyptischen Berichte erwähnen allerdings nicht den Untergang des ägyptischen Königs i.n rothen Meer, indem sie nur das ihnen Vortheilhafte mittheileu. Ebenso werden hier die Aufständischen nach Syrien getrieben, während nach der Bibel sich die Aegypter anfangs dem Auszug der Israeliten widersetzt hatten. Die Erzählungen hier und bei Manetho, wonach Moses geboten, keine Götter zu ehren, weist auf den von Moses gelehrten Monotheismus hin, soll aber wohl auch, wie die Benennung „Unreine, Aussätzige" (Aussatz des Landes) eine Gehässigkeit gegen die Fremden involvireu. Wenn wir bei Tacitus lesen, wie er die Juden und Christen Gottlose und Atheisten nennt, weil sie die Götter leugnen, so werden wir auch hier den wahren Kern und die Erzeugnsse des nationalen und religiösen Hasses unterscheiden. Nationale und religiöse Parteien sind selten geneigt, sich gegenseitig gerecht zu beurtheilen. Ueber die Zeit, wann Moses ausgetreten, ist übrigens zwischen Lauth und Eisenlohr eine Differenz. Jedenfalls sind von der weiteren Erforschung der ägyptischen Alterthümer noch viele Aufschlüsse über das aus der Bibel uns Geläufige zu erwarten. Wir haben das Büchlein mit großem Interesse gelesen, welches auch jeder Leser desselben theilen wird. Erwiderung. Feind aller Rabulisterei namentlich bei jüdischtheologischen Controversen wollte ich auf des Herrn Rabbiners Deutsch Replik in Nr. 26 nicht erwidern und glaubte um somehr dazu berechtigt zu sein, als aus dem Anfänge und Schluffe der Replik deren Unhaltbarkeit hervorgeht. Ich bin jedoch durch dringendes Verlangen befreundeter Gelehrten, welche aus das np’nty '’cn dntdd ein zu großes Gewicht legen, zum Erwidern veranlaßt und entspreche dem mit Folgendem. Aus dem großen Ballast von Citaten des Hrn. Rabb. Deutsch ist nicht die Spur eines Widerspruches gegen meine Entscheidung zu ersehen. Den Grund der gesetzlichen Bestimmung, daß wenn ein Minjan betet, der häuserweit Entfernte iqx rwy sein darf, ru\s* n.'C£?o, prämittirt Hr. D. mit „weil der Entfernte sich in Gedanken an den Ort der Zehnzahl versetzen kann, oder einfacher, weil er als mit der Zehnzahl verbunden angesehen wird." Dagegen habe ich bereits geantwortet: Die Prämisse ist falsch; der Grund ist vielmehr, weil der Mitbetcnde den Vorbeter hört; wäre die Prämisse „weil er als mit der Zehnzahl verbunden angesehen wird" richtig, w

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