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Der Israelit · 1872-09-11 · Heft 37 (11.9.1872) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 37 (11.9.1872)
Date
1872-09-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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7'. 0 Zeitungsnachrichten und Correspondettzen. Deutschland. Stuttgart, 27. August. Die freiwillige Israel. L ehrerco nserenz war Heuer stärker besucht denn sonst. Die Jubiläumsfeier des Eonferenzvorstandes am Tage vorher in der benachbarten Seminarstadt hatte sehr viele Collegen auch für die Conferenz versammelt, deren Tagesordnung für die eigentliche Religionsschule nicht minder interessant war, als für die Stellung der württembergischen Lehrer und Vorsänger selbst, welche in derselben zu wirken haben. Da der Conferenztermiu verschoben werden mutzte, so hatte deren ständiger Ausschuß , besonders bevollmächtigt, eine. Eingabe an das K. Ministerium, betreffend den Einfluß des neuen Kirch e n v e r f a s s u n g s st a t u t s aus die Lage kn r Lehrer und Vorsänger, schon vor etlichen Wochen eingesendet, da man damit an maßgebender Stelle nicht zu spät kommen wollte. Der heute den übrigen Mitgliedern des Lehrervereins mitgetheilte Inhalt jener Eingabe fand ungetheilte Zustimmung. Zu einer weiteren Kundgebung gab das gediegene Referat über den hebr. Unterricht und ein Specialfall Veranlassung, betreffend das Zeitmaß für den Religionsunterricht. Die Eonserenz sprach sich einhellig dahin aus, daß das bisherige Zeitmaß von 12 Stunden per Woche in Rücksicht auf den vorgeschriebeuen Lehrstoff, die verfügbare Zeit der isr. Schüler, welche bürgerliche Lehranstalten besuchen, aus die Geneigtheit der Eltern, welche die weltlichen .Lehrgegenstände nicht beeinträchtigen lassen wollen, genüge; daß aber, wo die Umstände es gestatten, die Schülerzahl es gebietet und Abtheilungsunterricht nöthig ist, die Vermehrung der Schulstunden von dem Vorsänger oder Rabbinen nur gegen entsprechende besondere Belohnung verlangt werden könne. Ein Memorandum hierüber, dessen Einlauf sofort avisirt wurde, wird der K. Oberkirchenbehörde behändigt werden. Aus den Mittheilungen der Lehrer ging auch hervor, daß infolge der neuesten gesetzlichen Gehaltserhöhung und der Abnahme der Landgemeinden die Schulftellen in letzteren im Er- ,Ledigungsfalle allmählich in Vorsängerdienste, die bisher mit der bürgerlichen Volksschule vereinigt waren, sich verwandeln. Für den Lehrerunlerstützungsverein. der nur alle drei Jahre seine Generalversammlung hält, liefen bei dieser Jahresconferenz wieder erfreuliche und beträchtliche Beiträge ein. Da gedachte Verhandlungen und das ausführliche Referat über den hebe. Unterricht die bestimmte Zeit des Tages vollständig in Anspruch nahm,, so wurde die Besprechung über Lehrerbildung und Fortbildung auf die nächste Eon feren vertagt und — wenn die verehrt. Redactivn damit einverstanden ist — beschlossen, das obenerwähnte Referat, insoweit es j allgemeines Interesse hat, durch die pädagogische Beilage des „Israelit" zu veröffentlichen und zum Gemeingut zu machen. An der Conferenz nahmen auch Antheil der Oberkircheuvorsteher Dr. A. Levi, der seinen Dank dafür aussprach, daß er voriges Jahr zum Ehrenmitglied des Lehrerunterstützuugsvereitts ausgenommen ward und mit vieler Wärme sein Interesse' au allen Lehreraugelegenheiten aussprach, und Herr K a h n, Rabbinatsvicar tu Stuttgart, der für die Entwickelung der Schule und des Unterrichts ein aufmerksames Äuge zeigt. Gelingen, 26 August. Die fidcx des Attjährigeu Berufsjubiläums des Hauptlehrers am hiesigen isr. Waisenhaus Wilheünspftege, zugleich Lehrers und Vorsängers der hiesigen Gemeinde und der isr. Seminaristen am hiesigen Schutlehrersemiuar, verdient es, auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Selten wird einem jüd. Lehrer größere Ehre von allen Seiten dargebracht worden sein, als dem Jubilar Herrn Liebma tut. Ein großer .Kreis von Evllegen, früheren Schülern, Waisenhauszöglingen und Freunden aller Evttfeffivueu vereinigte sich um ihn; jederBahnzugbrachte neue Theilnehmer. Am gestrigen Sonntag beglückwünschte ihn der Decan und erster evang. Stadtgeistliche, Herr K n a pp. Im Laufe des heutigen Vormittags begaben sich Deputationen, bestehend aus dem Seminarrector Bürt, Prof. Molt, Oberlehrer H e s t e r, Stadtschulrheiß o. M o r chthaler und Oberlehrer Schönmann nebst Schülern, Evllegen und Zöglingen in die Wohnung des Gefeierten, ihm die Glückwünsche darznbringen. Im Festlocal angekoinmeil, ivnrde er mit einem trefflichen Vocalquartett des hiesigen BurgergesangbereinS! „Das ist der Tag des Herrn k u_ empfangen. Bauquier H o eh b e r g er aus Stuttgart, fein ehemaliger Schüler, trug dann ein selbstverfaßtes, wohlgelnngenes Festgedicht vor, waranf Herr Oberlehrer Elsäßer ans Lanpheim als Festredner das Leben, Weben und Streben des Jubilars nebst gedrängtem Lebensabriß desselben mit großem Beifall in gewandter Rede oortrug. feierlich war die Uebergabe des prachtvollen gegen 2 Fuß hohen silberr.en Pokals mit paffenden deutschen und hebräischen Emblemen, Devisen und Inschriften durch Lehrer Jacooi aus Heigerloch, eines Resten und Schülers Herrn L i e bmann's. Auch dieser Pokal, ein sinniges Zeichen der Anerkennung von Freunden und Eollege'n, ist ras Werk ei'aes ehemaligen Schülers Rameus Leoi in Berlin, jetzigen Inhabers der Gräoell'schen Siberwaarenfadrik > daselbst. rKachdenl der Jubilar in längerer Rede sein Wollen und Wirken geschildert und feinen Dank geäußert hatte, gedachte Stadtrath A. Lev i ilt schönen Worten der Verdienste, welche fick der Jubilar seit ca. Iah reu um die Will) lmspslege erworben. An dem Mittagsmahl in dein christlichen ..Gastboi zur Krone", das nach der Versicherung des Festcomitö's streng koscher

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