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Der Israelit · 1872-09-11 · Heft 37 (11.9.1872) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 37 (11.9.1872)
Date
1872-09-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XTTTt Ajabraana. Beilage z« Rr. 37 des Israelit. Leitender Artikel. NkligiSst Dclchrung imjüd. Familienkreise. Von B. Kosmann. IV. D e r Sabbat rstsn er rx Frage: Mein Vater! Welche Belohnung wird denen zu Theil, die den Sabbat halten und wie werden diejenigen betrachtet, die denselben entweihen? Antwort: Ae ein Sohn! Unsere Weisen sagen, daß wer den Sabbat entweihet, die ganze Thora leugnet. Die Sabbatruhe ist ein wesentliches Gesetz; dadurch bezeugen wir, daß Gott den Himmel und die Erde geschaffen: daher ist Er der Herr derselben und oerfügt über unsere Bestimmung. Gott will nur unser Wohl: er will uns des ewigen Gebens theilhaftig rverden lassen, wie es im 5. B. M. Eap. 8. V. 5 heißt: innnw „um dir an deinem Ende Gutes zu thun": aber der Arensch muß dieses zu erlangen auch bestrebt sein. In jedem Zeitalter sind wir von Gott aut die Probe gestellt worden, wie es in der Schritt heißt: ".'.lie -vDtprn 12272 vrx rx njnl iror) irey wob x? cx (5. B. M. Eap. 8, B. 2.) „Um dich zu prüttn und zu wissen, was du in deinem Herzen hast, ob du seine Gebote beobachten wirst oder nicht." In der Wüste hat uns Gott mit Waffer und Brod geprüft. Wie oft sind unsere Borfahren vertrieben und ihres Vermögens beraubt worden! In dieser Zeit der Verfolgung hätten sie sich glücklich geschätzt, wenn sie mit Ruhe" den Sabbat hätten feiern können. In unserer Zeit ist der Sabbat der Probirstein, womit Gott uns prüft, ob wir aufrichtig mit unserm ganzen Herzen an Ihm hangen. Darum müssen wir den Sabbat strenge halten aus Hochachtung gegen Gott und zunl Wohle nnwrer Seele. Wir werden Diener Gottes genannt. Man muß aber Opfer zu bringen wissen. um diesen Namen zu verdienen; und wir können nicht besser beweisen, daß wir Diener Gottes sind, als durch die Ruhe am Samstag: wie es auch in den 10 Geboten heißt: Sei eingedenk, daß du Sclaoe gewesen in Aegypten und dich Gott von dort besteit. (um Sein Diener zu sein), darum hat Er dir besohlen, den Sabbat zu halten. Zu den Zeiten des Propheten Jeremias beteten die Israeliten Götzen an und begingen noch andere Sünden; um sie zum wahren Glauben wieder zurückzu- ■ bringen und um sie fähig zu machen, alle Befehle Gottes zu erfüllen, befiehlt ihnen der Prophet nur dicSabbatruhe. (Eap.!8, B. 24.) Er wußte, daß Alles von diesem Gesetze abhängt j Unsere Weisen sagen, daß derjenige, welcher den Sabbat streng hält, auf das ewige Leben rechnen kann.! Dasselbe farm man auch unter den Worten ^2 noan r22'“ nx r-'&pb rarn rx verstehen, welche besagen: Beobachtet den Sabbat, damit ihr die ewige i Ruhe erlanget. Das Verdienst der Arbeit ist, nach ihr : ausruhen zu können; ohne Ruhe gibt es keine Arbeit; ' wie der Vers sagt: -wx Vaxis -l* 2 '’psx ßvn ■ 'p'22'r cre matri n&y (!. B. M. Cap. 2, P. 2), Gott vollendete am siebten Tag fein Werk. Gott ruhte i am siebten Tage, d. h. Er vollendete Sein Werk mit i der Ruhe. Das beweist, daß die Ruhe das Werk sanc- ■ tionirt. Unser Sabbat ist derselbe Tag, den Israel in der Wüste gefeiert, an welchem das Manna nicht gefallen. * Wir kennen nur einen Sabbat. Aus nenn tervp sehen wir auch, daß unser Sabbattag der richtige ist. Da der Tag von renn tyrrp immer auf Mittwoch, auf den Tag, an dem die Sonne : geschaffen worden, fällt, so ist das ein Beweis, daß un- > fer Sabbat derselbe von der Schöpfung an ist.; Diejenigen, welche keinen Ruhetag haben, haben! auch keine Woche. Sw könnten ganz wohl eine Woche : von 10 Tagen einrichtcn, wie es zu Zeiten der ersten; französischen Republik gewesen Den Tag. den Monat - und das Jahr kann man von einander unterscheiden; : womit aber werden Wochen unterschieden, wenn nicht der letzte Tag der Woche durch die Ruhe ausgezeichnet ' wird? Diejenigen, welche an keine Offenbarung glauben; und das Gesetz als von Moses gegeben halten, müssen! doch die Frage an sich stellen, wie konnte Moses schon : zum Voraus" wissen, daß am Samstag nie und am - -Freitag doppelt so viel Manna fallen, daß im sechsten I Jahre die Erde das Doppelte hervorbringcn werde, weil : im siebten Jahre nichts gesäet werden durfte? , Alles dies beweist dir, mein lieber Sohn, daß wir! Vertrauen zu Gott haben müssen, daß Er uns sehr ' glücklich machen kann, wenn wir auch mrr sechs Tage! in der Woche arbeiten und uns reichlich zu ersetzen verj mag, was wir durch die Sabbatruhe etwa versäumen.

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