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Der Israelit · 1872-09-11 · Heft 37 (11.9.1872) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 37 (11.9.1872)
Date
1872-09-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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784 Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Gieren. Der Rabbiner der Provinz Oberhesstn, Herr Vr. Levi, erhielt am verflossenen Ludwigstag von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von Hessen j den Ludwigsoroen 2. Klasse, in unserem Lande der; erste Fall, daß einem jüdischen Geistlichen eine solche! Auszeichnung zu Theil wurde. Stuttgart, 7. Sept. Auf Wunsch Ihrer Majestät der Königin haben Se. Maj. der König angeordnet, daß die kirchliche Feier des diesjährigen und künftigen Geburtsfestes Ihrer Königlichen Majestät je am vorhergehenden Sonntag und bei den Israeliten am Samstag stattfinde. Als Predigttext für die diesjährige Feier des Geburtstages (11. Sept) ist von Sr. Ägl. Majestät die Stelle Jes. 63, 7: „Ich will der Güte des Herrn gedenken und des Lobes des Herrn in Allem, das uns der Herr gethan hat", bestimmt worden. Aus Württemberg, 4. September. Nach den Ergebnissen der am 1. Dezember vorigen Jahres vorgenommenen Zählung betrug die Zahl der ortsanwesenden Bevölkerung 3,818,484. Hiervon waren: Evangelische .... 1,247,839 — 68 Proc. Katholiken . . . . 553,543 30 „ Angehörige anderer Christlicher Confessionen 3,825 — 0,21 „ Israeliten .... 12,225 0,67 „ Dabei mag zugleich als Curiosum angeführt werden, daß unter den Tausenden von Personen 2 (in Stuttgart) sich befinden, welche keiner Religion angehören. Die Zahl der Israeliten vertheilt sich auf die 4 Kreise des Landes wie folgt: Neckarkreis 4,227 — ca. 34% sämmtl. Jsr. Schwarzwaldkreis 1,328 — „ 10% „ „ Jaxtkreis —4,004— „ 32% „ „ Donaukreis — 2,666 — „ 21 % „ „ Weil wir gerade Statistisches berichten, mögen noch folgende Notizen beigefügt werden, die wir dem soeben ausgegebenen Schulprogramm der Heilbronner höheren Lehranstalten entnehmen; hiernach betrug im verflossenen Schuljahr an diesen Anstalten die Zahl der Schüler: a) am Gymnasium 393, worunter 25 Israeliten, d) an der Realschule 269, „ 51 „ Unter letzterer Zahl befinden sich namentlich auch Söhne auswärtiger Israeliten nicht nur der nächsten Umgebung, sondern auch aus größerer Entfernung. Cmmerich. Eine außerordentliche und höchst seltene Feier fand am gestrigen Tage, als am Sabbat mn nznE dahier statt. — An diesem Tage waren es 25 Jahre, daß Herr D. I. Franken als Vorsteher der isr. Gemeinde fnngirt. Wer den mühevollen Weg eines Vorstehers kennt, wer weiß, mit welcher Liebe, Aufopferung und Unparteilichkeit der Jubilar in allen Gemeinde-Angelegenheiten verfuhr, nach dem Ausspruche des weisen Salomo: ri'v'ni "|ina ,-pnn npis mno „Im Pfade der Gerechtigkeit wandelst Du, inmitten der Bahnen des Rechts," den wird es nicht wundern, daß Herrn Franken bei dieser Gelegenheit, so viele Zeichen warmer Sympathien gegeben wurde. — Unsere Synagoge war bekränzt und mit passenden hebräischen und deutschen Inschriften decorirt. Ein feierlicher Gottesdienst wurde dem Jubilar zu Ehren anberaumt, und hielt unser werther Lehrer, Herr Roose, einen auf den Jubilar passenden und gediegenen Vortrag. Zu Hause wurde der Jubilar, schon am Freitag, als am Tage der vor 25 Jahren auf ihn gefallenen Wahl von einer Commission, bestehend aus dem stellvertretenden Vorsteher, Herrn O. P. Nathan, Schulvorstand Herrn H. Mehler, und den beiden Repräsentanten, Herrn I. Seligmann und Herrn S. Spier, mit einem Besuche beehrt, und hielt Herr Mehler eine längere Anrede an ihn und überreichte ihm im Aufträge der Gemeinde einen prachtvollen silbernen Pokal mit einer entsprechenden Inschrift als Zeichen der Verehrung. Noch andere Herren, die dem Jubilar ihre Glückwünsche darbrachten, drückten in beredten Worten ihre Gefühle der Dankbarkeit und Verehrung aus. Möge es Herrn Franken noch viele, viele Jahre vergönnt sein, in ununterbrochener Gesundheit segensreich zu Ehren Gottes in hiesiger Gemeinde zu wirken. H. Risch. Schneidemühl, 1. Sept. Die „Pos. Ztg." berichtet: Die Angelegenheit des jüdischen Religionsunterrichts am hiesigen k. Gymnasium, die auf Grund einer Petition des hiesigen Corporationsvorstandes im März eine refultatlose Debatte im Abgeordnetenhause hervorgerufen hat, ist zum Abschluß gekommen. Im Laufe voriger Woche wurde dem Rabbiner Brann durch den Gymnasial-Director mitgetheilt, daß in Verfolg einer Verfügung des Provinzial-Schulcollegiums die k. Gymnasialclasse anbewiesen ist, das Honorar für den jüdischen Religionsunterricht fortan in derselben Höhe, wie dies früher von Seiten der städtischen Behörden festgesetzt war, auszuzahlen Die Zahlung wird vom 1. Januar d. I. an datirt werden. Für das Gymnasium in Jnowraclaw soll dieselbe Anordnung getroffen sein.

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