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Der Israelit · 1872-09-11 · Heft 37 (11.9.1872) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 37 (11.9.1872)
Date
1872-09-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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783 Bücher, welche ihrem Inhalte rach in zwei Theile zerfallen. Das wichtigste und interessanteste Stück des ersten Theils, die ersten 4 Bücher, welche dem Namen Archäologie entsprechen, in welchemJosephus die religiösen und staatlichen Einrichtungen der Juden darstellt, kritisch zu beleuchten, hat sich der Verfasser der vorliegenden Schrift zur Aufgabe gestellt. Herr Dr. T. weist in mehreren Beispielen nach, daß die chronologischen Angaben des Josephus bei der Darstellung der bibl. Geschichte sowohl von dem Urtext der Bibel als auch von der LXX abweichen; so erzählt Jos. Ant. III. 3, 3,!?aß die Wasserfluth im Jahre 2656 nach Erschaffung der Welt war, und beruft sich dabei auf die bibl. Berechnung. Nun ergibt aber die genaue Berechnung nach dem bibl. Urtext 1656, welche Summe dadurch gefunden wird, daß man das Alter der Väter bei der Geburt der Söhne und Noah's Alter bei Beginn der Wasserfluth addirt. Es ist aber von vielen Seiten der Beweis geführt worden, daß Jos. bei der Abfassung seiner „Alterthümer" den bibl. Urtext zur Grundlage genommen, er muß also auch in den chronologischen Angaben demselben gefolgt sein. Es bleibt daher kein anderer Ausweg als die Annahme, daß der Text des Jos. an den betreffenden Stellen gefälscht wurde. Die Fälschungen meint Verfasser, sind wahrscheinlich durch die Kirchenväter geschehen, die, weil sie die Bibel nicht hatten oder nicht verstanden, Flavins Josephus, der ihnen neben dem N. T. als wichtige Quelle für ihre Religionsgeschichte dient, nicht mit LXX in Widerspruch sein lassen wollten. Wenngleich Josephus oftmals betheuert, daß er nur dasjenige erzählt, was er in der Bibel vorgefunden, so hat er sich doch viele Abweichungen von derselben sowohl bezüglich der geschichtlichen Thatsachen, als auch der jüdischen Gesetze erlaubt. Es wird dies in vorliegender Arbeit durch viele Beispiele dargetban. Daraus ergibt sich die Unzuverlässigkeit Jos. in seinen- Angaben und es ist daher die größte Vorsicht bei Benutzung seiner Werke anzurathen. Zuletzt führt Herr Dr. Tachauer viele Stellen an, aus denen hervorgeht, daß Josephus in seinem Werke auch aus Talmud und Midrasch, geschöpft hat. (Die von der Tradition abweichende Auffassung mancher Bibelstellen werden von Herrn %. widerlegt.) In diesem Theile seiner. Schrift bekundet Herr Dr T-, daß er im Talmud recht bewährt ist. Wir könnten noch recht Vieles aus der 7v Seiten starken Dissertation hervorheben, was uns besonders gut gefallen; allein wir wollen den Raum dieser gesch. Blätter nicht zu sehr, uj Anspruch nehmen, und nur noch kurz bemerken, da die Erstlingsarbeit des Herrn Dr. Tachauer reckt wissenschaftlich. gediegen und belehrend ist und wir von dem jungen Verfasser auf sein erstes Debüt hin die Erwartung hegen, daß er für die Zukunft recht viel Tüchtiges zu leisten im Stande sein werde. Kalender zum Gebrauch für die Jsraeliren zum Jahre 5633 vor: L. Blum in Paris. Verlag der L. Blumscheu Buchhandlung. Dem eigentlichen Kalender sind noch Angaben über die Administration des isr.Cultns in Frankreich beigefügt; zunächst die Namen der Mitglieder des Centralconsistoriums. Tann folgen die einzelnen Consistorien; die an dem Sitze derselben sich befindenden Synagogen, Schulen. Wohlthätigkeitsanstalten, deren Verwaltungspersonen und Cultusbcamten werden ausführlich aufgeführt und an jedes Consistorium die zu demselben gehörigen Gemeinden mit ihren Cultusbeamten angerciht, so daß man ein vollständiges Verzeichnis der jüd. Gemeinden in Frankreich vorfindet. Zum Schlüsse findet sich noch einähnliches Verzeichnih über die Cultusgemeinden in Elsaß und Lothringen. Wir haben schon bei anderer Gelegenheit davon gesprochen, daß man in Paris bei Trauungen. Begräbnissen u. s. w. einen Unterschied zwischen Neichen und Armen macht, eine Eigeuthümlichkeit, die sich wahrscheinlich anderswo nirgends vorfindet. Der Merkwürdigkeit halber wollen wir das diesem Kalender beigefügte Preisverzeichnis mittheilen. 1. Tarif bei Trauungen: Außergewöhnlich 2000 Frs. 1. Klaffe 1000 „ 2. 500 „ 3. „ 250 . 4. „ 100 „ 5. „ 50 „ 6. „ 15 „ 2. Tarif bei Begräbnissen: (Religiöser Theil.) 1. Klasse 400 Frs. 2. „ 300 „ 3. „ 200 „ 4. „ 100 „ o. „ 50 ,, 6. „ 28 „ 7. „ 12 „ 3. Tarif für das mpc: 1. Klaffe 6 Frs. — Cent. 2. * 4 „ — „ 3 „ 2 * tf 4. ff 1 V u 3. „ — „ 60 „ «

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