Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1872)
- Date
- 1872-09-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447551-2447587--10829-2466586- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Xill.?> al) rga n ft. - . ErstOBeilage z« Nr. 3K des Israelit. Zeitungsnachrichten und Gorrespondenzen. Deutschland. Berlin, im Ab-Menachem. Vor einigen Tagen ist ein Glaudensgenosse zum ewigen Frieden heimgegangen , dessen stille, zurückgezogene Lebensweise nicht leicht erahnen lieh, wie wacker und mannigfach sich der Verewigte sein ganzes Leben hindurch hervorgethan. Josef Salomon», im Jahre 1799 hier geboren, genoß seine Erstehung ijft Hause des berühmten Oberrabbiners R. Akiba Eg er in Posen, von dem in das Talmudftudium eingeführt, er sich bedeutende Kennt-- nisse in demselben erwarb. Als junger Mann nach seiner Vaterstadt zurückgekehrt, setzte er dieses Studium ununterbrochen fort, ergab sich aber auch besonders dem Studium der Sprachen, sowie der Philosophie. In letzterer schloß er sich der damals blühenden Hegel'schen , Richtung an, trat sogar mit Hegel selbst in ein persöni liches Verhältniß, wovon mehrere in seinem Nachlasse ’ gefundenen Briefe dieses großen Philosophen Zeugnitz geben, und widmete diesem auch sein Werk: „Die Ge- . rechtigkeit in ihrer geistgeschichtlichen Entwickelung, dargestellt von I. Saling, Berlin 1827." Unter diesem Namen detheiligte er sich auch an der von Pros. Michelet „seit 1860 herausgegcbenen Zeitschrift i „Der Gedanke." Unter dem Namen L. Bernhard veröstentlichte er verschiedene Aufsätze in der Zeitschrift des Vereins für Cultur und Wissenschaft; sowie über die empirische Psychologie der Juden im talmudischen Zeitalter. Zu Herrn Dr. Hildesheimer, welcher seit seiner Uebersiedlung in unsre Stadt den hiesigen jüdischen Gelehrten, die noch jüdische Gelehrte sind, einen festen Mittelpunkt gegründet hat, stand der Verstorbene in freundschaftlichem Verkehr Insbesondere bethätigte er für dessen öffentliche Talmüdvorträge und sonstige gelehrte Discussionen das lebhafteste Interesse. In seinem Nachlasse finden sich viele unedirte Schriften auf dem Gebiete des Talmuds, der Philofophie, Aesthetik re., unter Anderen eine ausführliche! Kritik der Physik und Mechanik von Rabinowisch, ein > größeres Werk: Offenbarung des Judenthums im Ein- | klang mit der neuen Philosophie rc.! Herr Dr. Hildesheimer entwarf in einer von ebenj so belehrenden wie anregenden Worten begleiteten Ge- , dächtnißrede seinen Schülern ein Bild von dem Leben! des Dahingeschiedenen, das durch die harmonische Veri einigung eingehender Thorakenntniß mit gründlicher! wissenschaftlicher Bildung sehr wohl geeignet ist, unsere j Studienbeftissenen ein schönes Beispiel zur Nacheiferung zu bieten.! Berlin, 25. Aug. Vor einigen Tagen verschied | der weltberühmte Humorist David Kalisch, Mitbej gründet und bis zu seinem Tode .Hauptmitarbeiter des j „Kladderadatsch". Dieser war bei seiner Verheirathung j zum Christenlhnm übergetreten. Eine Stunde etwa vor j feinem Tode bat er, wie das „Fr.-Bl." mittheilt, seine; Umgebung, inan möge unter seiner Wäsche ein wollenes! Gewand hervorsuchen, von welchem er sich in der letzten! Stunde seines Lebens nicht trennen könne. Nach langem; Umhersuchen fand man, was er wünschte. Es war fein nro, welches er als rrse “Q von seiner Mutter erhalten hatte und den er auch mit in die Gruft nehmen wollte. Sein Wunsch wurde ihm erfüllt. Nachdem vor einigen Monaten der Banquier Gerfon Bleichröder von Sr.Majestät dem Kaiser in den erblicheri Freiherrnstand erhoben worden, wurde dieser Tage der Kaufmann Jakob Landsberger, Ehef der gleichnamigen Firma, mit dem rothen Adlerorden decorirt. IT Hannover, 26. August. Da der für die hiesige Oberlehrerstelle designirte Dr. Koref zurückgetreten ist, so harrt die Religionsschule noch iuimer ihrer längst projectirten Reorganisation. Man will dieselbe in Gemeinschaft mit dem neuen Dirigenten vornehmen 1 und sucht deßhalb wiederum eine geeignete, bewährte; Lehrkraft. Die Stelle soll dem Vernehmen nach proj visorisch mit 800 Thlr. p. a. dotirt und später unter j Erhöhung des Gehalts eine deffnitive werden, i! Strasburg, 21. August. Dem „Niederrhein, j Courr." giiig folgendes Schreiben zu:! In der Nrimmer Ihres gefch. Journals vom 17.! d. M. machen Sie auf das Äuswandern vieler jungen > Leute des Elsasses aufmerksam , welche sich dadurch dem Acilitärdienft in Deritichland entziehen wollen. Besonders sollen die Israeliten, welche das Soldatenleben nicht lieben, das Elsaß verlassen. Vor Allem, Herr Rcdactenr, erlauben Sie mir Ihnen zu bemerken, daß bis zu diesem Tage weder in Frankreich, noch im Elsaß die Israeliten (abgesehen von ihrem Cultns), bezüglich der öffentlichen Angelegenheiten irgendwie besonders erwähnt wurden. Möglicherweise finden die Israeliten in Deutschland keinen Geschmack am Militärleben, worüber ich keine Nachforschungen anzustellen brauche. Anders ist es in Frankreich, wo alle Culte dem