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Der Israelit · 1872-08-21 · Heft 34 (21.8.1872) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 34 (21.8.1872)
Date
1872-08-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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723 nung, anderntheils wird am Tage vorher in der benachbarten Stadt Ehlingen das Jubiläum des Herrn Liebmann stattfinden, wozu alle Collegen des Landes eingeladen sind und ohne Zweifel allgemein sich betheiligen werden. Ich behalte mir vor, über beide Tage Ihrem Blatte feiner Zeit Bericht zu erstatten. Akieneck (Bayern). Am 2*0 '0 my wurde unsere Gemeinde von einem Verluste betroffen, welcher von allen Mitgliedern derselben schmerzlich empfunden wurde, und die Thräncn nur den rvcn prn noch reichlicher fliehen lieh. An diesem Tage brachten wir die irdischen Ueberreste unseres geliebten Lehrers Samuel Oppenheimer n"y zu Grabe, eines Mannes, der sich durch innige Frömmigkeit und durch alle die schönen Eigenschaften auszeichnete, welche den wahren Jehudi charakterisiren. In seiner Eigenschaft als Lehrer wußte er nicht nur der Jugend nvsci min einzuprägen, sondern auch die Erwachsenen durch seine Vorträge am nie? zur Erfüllung unserer heiligen Gesetze mit Erfolg anzucifern. Obgleich der Abgeschiedene zu seinem Unterhalte noch ein Warengeschäft zu betreiben nöthig hatte. — so war ihm das dennoch Nebensache und das Erlernen und die Erfüllung der mso: nur! Hauptsache. Wenn ein Nothruf aas dem m. Lande, aus Persien oder Rumänien ertönte, da war es ihm eine große Angelegenheit für diese Zwecke möglichst viel Gaben zusammenzubringcn. Die Tugenden des Verblichenen verschafften ihm bei Allen, die ihn kannten, Achtung und Anerkennung. Möge sein Beispiel noch recht lange in unserer Gemeinde und Umgegend wirken. n'3'sf'J'n. Berlin. Am Sonntag und Montag trafen hier zahlreiche Trupps jüdischer Allswanderer aus Rußland, Polen und Rumänien ein, die von Deputirten der „isr. Allianz" empfangen, an verschiedenen Orten verpflegt, Nlit mancherlei Bedürfnissen, so auch theilweise mit Kleidungsstücken und Reisemedicamenten versehen und dann mit Krenlsern nach dem Halnburger, resp. Lehrter Bahnhofe gefahren wurden, von wo sie ihre Reise fortsetzten. In den betreffenden Hafenorten werden diese armen Leite, deren größtem Theile die Auswanderung überhaupt nur durch die Hilfe der „isr. Allianz" ermöglicht wurde, ebenfalls von Deputirten der Letzteren empfangen und über die See spedirt. Berlin, 13. Aug. Wie die „Elp. Ztg." hört, soll nun endlich das gleich bei seinem Erscheiilen veraltete, die Verhältnisse der Juden betreffende Gesetz vom 23. Juli 1847 in aller Form Rechtens aus der Welt geschafft werden. In der nächsten Landtagssession wird wahrscheinlich eine die Aufhebung bezweckende Vorlage von der Staatsregierling eingebracht werden. Nach §. 53 dieses Gesetzes sind die Minister des Innern und der geistlichen rc. Angelegenheiten bei einem innerhalb einer Synagogen-Gemeinde entstehenden Streite über innere Cultuseinrichtungen ermächtigt, auf den Antrag der Interessenten eine Begutachtung der obwaltenden Differenzen durch eine zu diesem Zwecke einzusetzende Commission eintreten zu lassen; kann durch den Ausspruch der Commission der Conflict nicht ausgeglichen werden, so haben die Minister, unter Benutzung des von der Commission abgegebenen Gutachtens, darüber Anordnung zu treffen, mit welcher Maßgabe entweder die Errichtung eines abgesonderten Gottesdienstes oder die Bildung einer neueil Synagoge zu gestatten ist. Dieser Paragraph ist schon seit langer Zeit nicht mehr zur Ausführung gekommen, wahrscheinlich nicht, weil ein Ministerialrescript vom 26. Februar 1853 das damals schon außer Kraft gesetzte Gesetz eigenmächtig wieder in Geltung setzte. Posen, 6. August. Der Landtags-Abgeordnete Döring veröffentlicht eine Verfügung des Culiusministers vom 27. Juli, wonach bei Aufnahme jüd. Schülerinnen in die Posener Louisenschule an dem statutarisch festgesetzten Procentsatze nicht weiter festzuhalten ist. Was die Zulassung jüdischer Aspiranten als ordentliche Zöglinge der christlichen Schullehrer-Seminarien anlangr, so wird diese Angelegenheit bei Regelung der Frage über die Ausbildung jüdischer Schulamtscandidaten zur Erörterung gelangen. Inzwischen hat der Minister Anordnung getroffen, daß diejenigen jüdischen Zöglinge, welche als Hospitantinncn in das Lehrerinnen-Seininar ausgenommen werden, zur aetroen Theilnahme an dem Unterrichte zuzulassen sind. Breslau. Herr vr. P. Neustadt, Prediger und Jnstitutsdirector hier, hat seine in diesen Blättern besprochene Schrift: „Die Gottes- und Unftcrblichkeitslehre," dem Könige von Bayern, bei Gelegenheit der 460jährigen Jubiläumsfeier der Universität München, zugeschickt und darauf ein im Aufträge Sr. Majestät verfaßtes Anerkennungsschreiben erhalten. Altona, 9. Aug. Gestern brachten die hiesigen und die Hamburger Tagesblätter die wichtige Nachricht, daß von der königl. Regierung das neue Statut der hochdeutschen isr. Gemeinde hier genehmigt und soll in denjenigen Punkten, wo in der mit der Ausarbeitung betrauten Commiffione eine Differenz geherrscht, in liberalem Sinne entschieden worden sein. Welche Punkte das sind, konnte ich noch nicht erfahren, doch sind dies nur einige, wenn auch nicht unwesentliche, doch nicht das Grilndwcfen betreffende. Ich werde nach Veröffentlichung dieses Statuts darauf zuruckkommen. Im Ganzen ist es sehr erwünscht, daß wir endlich ein geregeltes Statut haben. Wie ich Ihnen zur Zeit ausführlich darüber berichtete, hatte bis 1863 das Aeltesten-Collegium eine autonome Stellung; es war Alles in Allem: gesetz-

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