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Der Israelit · 1872-08-14 · Heft 33 (14.8.1872) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 33 (14.8.1872)
Date
1872-08-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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7 i U thümlich überwiesen worden ist. Wie ein Correspondent der „Mittelrh. Ztg." jedoch versichert, ist es trotz aller Bemühung noch nrcht gelungen, diese Wohlthat für eine Waise jüdischen Bekenntnisses zn erlangen. R u ß l a n d. Der in Warschau erscheinende „Izraelita" erzählt nachsolgenden interessanten Vorfall: Kürzlich kamen zwei Frauen aus verschiedenen Gegenden des Kaiserthums Rußlands nach Warschau, nachdem sie in Erfahrung gebracht batten, daß ihr Ehegemal sich dort aufhalte. Zufällig wurden Beide mit einander bekannt und erschrackeu nicht wenig darüber, Ehefrauen eines und desselben Mannes zu sein; doch bald wurde ihnen eine noch viel größere Ueberraschung zu Tbeil. Es stellte sich ihi.en nämlich eine Dame ebenfalls als Gemahlin ihres Eheherrn vor. Der geäugstigte Polygame traf im Einverständniß mit seinen drei Ehehälften' das einzig probate Auskunftsmittel, bei Geistlichen um die Scheidung von allen drei Frauen eiligst nachzusuchen. Amerika. Quiney, 27. Juni. In der kleinen, aber strebsamen und fleißigen Stadt Pine Bluff Art, mit einerbetriebsamen Bevölkerung und einer großen, hoffnungsvollen jüd. Genieinde wohnt Herr Sal. Franklin, einen der bedeutendsten Männer des Platzes, welche in jene Gegend seit ungefähr einem Jahrhundert, eine Farm anbaut, mit, wie ich höre, 1500 Acker Landes. Dieser Herr erbietet sich, 200 und noch mehr unserer östlichen Glaubensgenossen anzunehmen, entweder als Unterpächter oder Feldbauern. In Folgendem theilen wir einen Brief von demselben mit, der durch Vermittlung des Hrn. Dr. Flügel irr Quincy der „Alliance isr. urriv." übersendet wurde, und der sich des Näheren hierüber ausspricht: Pines-Bluff, Iefferson Eourtz, Arcansas. Herrn Er. Moritz Flügel, Duincy, III! Verehrter Herr! Da ich das Vergnügen gehabt habe, mit Ihnen über die Auswanderung unsere europäischen isr. Brüder nach diesem Festlande, um eine Pächter-Colonie zu bilden, zu sprechen, macht es mir große Freude, Sie zu benachrichtigen, daß ich ihnen folgenden Einleitungen über die Bedingungen machen kann: 1. Die Alliance Emigration Society (die Auswanderungs - Gesellschaft) solle alle Kosten für die Auswanderer, welche hier zu wohnen wünschen, bestreiten; 2. die Auswanderer dürfen nicht unter 18 und über 35 Jahre alt sein; 3. Ste müssen von gesundem und starkem Körperbau sein; 4. werden Familien ausgenommen, vorausgesetzt, daß die Hälfte der Zahl Feldarbeiten verrichten kann, wie sie zur Bebauung der verschiedenen Erzeugnisse in diesem Landestheile erforderlich sind. Ich. als der anregende Theil dieses Auswanderungs- Planes, biete folgenden Ersatz nir diese Bedingungen: Ich liefere urbar gemachtes Land. Häuser. Pacht- Einrichtungen, kurz, Alles, was zur Bebauung einer Colonie nöthig ist. Alles dieses wird frei geliefert, außer Nahrung und Kleidung, welche ich ihnen vorausgebe, wofür sie belastet werden; und sie erhalten die Hälfte aller Erzeugnisse, welche sie auch besagten Lande ernten, was hauptsächlich aus Baumwolle und Korn besteht. Sollten sie vorziehen, mouatlich zn arbeiten, werde ich ihnen, wenn sie sich auf 3 Jahre verbindlich machen. die monatliche Snmnle von 10 Dollars mit Häuser, Nahrung, Wasser und Arznei bezahlen. Es würde für sie rathsain sein. New-Drleans mit dem 1. October zu erreichen; sie können dann gleich eine Anstellung in Baumwollpflanzung erhalten und sich vorbereiten, um nächstes Jahr, so Gott will, eine Ernte za halten. Ich mache diese Vorschläge, durch den Wunsch angeregt, das Interesse meiner Glaubensgenossen moralisch und pekuniär zu fördern. Ich hoffe, daß Sie Ihre Hilfe anbieten werden, eine Auswanderung der Israeliten nach diesem Lande zu veranlassen, durch welche unser ackerbauliches Interesse gefördert und der geistigen und körperlichen Entwicklung unseres Volkes geholfen wird. Indem ich die größte Aufmerksamkeit und Bereitwilligkeit von Ihnen erwarte, zeichne achtungsvoll Sal. Franklin. Dieser Brief ist keine Theorie mehr. Er bietet einen wohlüberlegten Plan, der einen schönen Erfolg verspricht. Außerdem ist zu hoffen , daß dieser Brief Andere veranlassen werde, ihre Anerbietungen in dieser Richtung zu machen, und so tvird der Auswanderungs-Plan in das Praktische Untreren. (Iew. Tim.) F e rt i 1 l e t o Das Waisenhaus der Wischen Gemeinde in Berlin. Die Zeitschrift „Ueber Land und Meer" bringt nachstehende Skizze: Am Weinbergswege vor dem Roselckhaler Thore in Berlin, an einer der weniger Straßen, welche nicht an

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